Freitag, 27. Mai 2016

Rezension zu "Niemalsland" von Neil Gaiman


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Londons geheime Unterwelt...


Richard ist ein junger Mann, lebt in London, ist verlobt und arbeitet erfolgreich im Aktiengeschäft. Doch eine Begegnung verändert sein Leben schlagartig. Als er eines Abends ein junges Mädchen sieht, das verletzt auf dem Fußgängerweg liegt, zögert er nicht lange und hilft ihr. Doch das Mädchen mit dem Namen Door ist kein gewöhnliches Mädchen: Sie kommt aus einer Welt, die sich Unter-London nennt. Plötzlich ist für Richard nichts mehr so wie es mal war, sein ganzes Leben ist buchstäblich verschwunden. So folgt er Door in die geheimnisvolle Welt die tief unter dem London liegt, das wir kennen - und erlebt dort unglaubliches. Doch diese Welt ist alles andere als ungefährlich, Richard wünscht sich bald sein altes Leben zurück...






"Und dann bogen sie um eine Ecke und erblickten die Brücke. Es hätte auch eine der Themse-Brücken sein können, dachte Richard; eine riesige steinerne Brücke, die sich über einen Abgrund in die Nacht spannte. Doch darüber war kein Himmel und darunter kein Wasser. Sie stieg empor in die Finsternis." - Seite 84, eBook

Niemalsland beginnt ganz harmlos mitten in London - und nimmt dann eine ganz unglaubliche Wendung. Richard wird der Boden unter den Füßen weggerissen, nachdem er einem verletzten Mädchen geholfen hat. Der Leser taucht in eine skurrile und sehr abenteuerliche Welt ein, die Neil Gaiman tief unterhalb Londons erschaffen hat: "Unter-London". Viele unheimliche und faszinierende Wesen leben dort - manche davon sehr gefährlich. Und auch das Mädchen Door hat ein Geheimnis...


Mein Fazit: Eine sehr verrückte, aber lesenswerte Geschichte. Beeindruckend ist die Parallelwelt mit ihren skurrilen Bewohnern, die der Autor hier erschaffen hat. Neben viel Fantasy gibt es auch gut gewählte Horror-Elemente, die der Story noch eine zusätzliche unheimliche Atmosphäre geben. Auch die Entwicklung der Geschichte hat mir sehr gut gefallen, es bleibt durchweg spannend und lässt sich dank des lockeren Schreibstils flüssig lesen. Vielleicht sieht man nun die Londoner U-Bahn-Schächte nach diesem Buch mit anderen Augen. ;) Es warten einige Überraschungen!


Meine Bewertung:


Titel: Niemalsland
Autor: Neil Gaiman
Genre: Fantasy / Horror
Seitenanzahl: 432
Erstveröffentlichung: Heyne - 1996 / 2005 (erweiterte Fassung)
Neuveröffentlichung: Eichborn - 14. Oktober 2016



Sonntag, 22. Mai 2016

Rezension zu "It's teatime, my dear!" von Bill Bryson

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Unterwegs auf der "Bryson-Linie"



Ungefähr zwanzig Jahre nach seinem Buch Reif für die Insel macht sich Bill Bryson erneut auf eine spannende Reise quer durch Großbritannien. Dieses Mal auf der "Bryson-Linie": Diese beginnt an der Südküste im Seebad Bognor Regis und führt ihn hoch hinauf in den Norden bis nach Cape Wrath. Neben den Städten Dover, London und Durham, denen Bryson erneut einen Besuch abstattet, entdeckt er auch neue Orte, in denen so manche Besonderheiten auf ihn warten. Und auch wenn er nach so vielen Jahren auf der Insel nun überlegt, neben der amerikanischen nun auch die britische Staatsbürgerschaft anzunehmen, überrascht ihn Großbritannien immer noch aufs Neue. Eine interessante Reise beginnt, denn Bill Bryson ist wieder Reif für die Insel.




Nachdem mir Brysons erster England-Reisebericht sehr gut gefallen hatte, war ich ziemlich gespannt auf den Nachfolger It's teatime, my dear!. Mit seinem bekannten, lockeren Erzählstil erzählt der Autor, wie es ihm nun auf seiner aktuellen Reise durch Großbritannien ergangen ist. Neben vielen humorvollen Anekdoten, wie z.B. sein erster Besuch bei Mc Donalds, (der in einer kleinen Katastrophe endete) listet Bryson auch immer wieder interessante Fakten auf: In England und Wales gibt es beispielsweise insgesamt knapp 130.000 Meilen öffentliche Wanderwege.
Auch eine Liebeserklärung an London darf nicht fehlen:

"Aber das ist typisch für London: Es macht vieles ziemlich gut, erhält dafür aber kaum Anerkennung. Also lassen Sie es mich gleich jetzt sagen: Für mich ist London die beste Stadt der Welt" - Seite 60, eBook


Mit Humor und seinem besonderen Charme listet Bryson hier neben vielen Sehenswürdigkeiten auch wieder einige Nichtsehenswürdigkeiten und Besonderheiten auf: Wie etwa Parkhäuser, die einfach nicht in die malerische Landschaft eines idyllischen Örtchens passen wollen oder auch das undurchsichtige System der britischen Straßennummerierung. Doch eines bleibt immer gleich: Die Begeisterung des Autors für seine Insel.

"An einem sonnigen Tag wie diesem befindet man sich in einer Welt einfacher Elemente: grüne Landschaft, weiße Steilküste, dunkelblaues Meer, passender Himmel. Nichts - und ich meine wirklich absolut gar nichts - in Großbritannien ist außergewöhnlicher als die Schönheit seiner Landschaft." - Seite 41, eBook


"Torquay gefällt mir recht gut, und vielleicht fahre ich auch irgendwann wieder hin, aber ich kann Ihnen eines sagen: Was Uhrenbatterien anbelangt, kann man mich dort kreuzweise." - Seite 163, eBook



Mein Fazit: Mit seiner herrlich erfrischenden Art hat Bill Bryson wieder einen sehr unterhaltsamen und humorvollen Reiseratgeber geschrieben. Neben amüsanten Anekdoten gibt es aber auch viel Wissenswertes und einige geschichtliche Fakten über die Insel. Auch wenn sich manche Ausführungen etwas in die Länge ziehen, mit seinem lockeren Erzählstil ist ihm hier eine sehr gute Mischung aus Unterhaltung und Reiseratgeber gelungen. Sehr gefallen hat mir außerdem die vorn im Buch abgebildete Karte der Insel mit der eingezeichneten Bryson-Linie und den Orten, die er besucht hat. Sehr empfehlenswert für alle England-Fans und solche, die es werden wollen!


Meine Bewertung:



Titel: It's teatime, my dear! - Wieder reif für die Insel
Autor: Bill Bryson
Übersetzt von: Thomas Bauer
Genre: Reiseratgeber
Seitenanzahl: 480
Verlag: Goldmann
Erstveröffentlichung: 25. April 2016


Vielen Dank an das Bloggerportal und Goldmann für das Rezensionsexemplar!


Mittwoch, 18. Mai 2016

Rezension zu "Das Graveyard-Buch" von Neil Gaiman

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Ein Junge namens Nobody...

Eines Nachts wird auf schreckliche Weise eine Familie ausgelöscht. Nur der Jüngste der Familie überlebt durch einen Zufall und gelangt auf den alten Friedhof in der Altstadt - was ihm das Leben rettet. Die dortigen Bewohner - nicht mehr ganz lebendig- nehmen den Jungen liebevoll auf und kümmern sich um ihn. Nobody Owens, wie er genannt wird, wächst zu einem unauffälligen, aber neugierigen Jungen heran, immer umgeben und behütet von den Friedhofsbewohnern, längst verblichenen Gestalten. Doch eines Tages weckt die Welt außerhalb der Mauern Nobodys Interesse. Der geheimnisvolle Silas, der zum Vormund des Jungen ernannt wurde, weiß, dass außerhalb der Friedhofsmauern Gefahr droht. Denn der Mann, der Nobodys Familie zerstört hat sucht noch immer nach ihm...



"Irgendetwas ging da vor, da war sich Bod sich ganz sicher. In der kalten Winterluft, in den Sternen am Himmel, im Wind, in der Dunkelheit. Es war da, im Wechsel der langen Nächte und der flüchtigen Tage." - Seite 89, eBook

Das Graveyard-Buch überrascht mit einer sehr interessanten Geschichte: Ein Junge wächst auf einem alten Friedhof auf, umgeben von Geistern und Untoten - die sich aber alle liebevoll um ihn kümmern. Besonders gefallen hat mir hier die Beschreibung des alten Friedhofs: Auf einem Hügel ,voller Geheimnisse und vielen alten, mit Efeu überwucherten Grabsteinen. Spannung ist auch vorhanden, denn Nobodys Leben ist in großer Gefahr...


Mein Fazit: Eine tolle Fantasy-Geschichte mit einer interessanten Story. Der Junge Nobody erlebt auf dem alten Friedhof so manches Abenteuer. Ein schöner Schreibstil, die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Wie oben schon genannt haben mir besonders die detaillierten Beschreibungen des alten Friedhofs gefallen - diesen kann man sich wirklich vorstellen. Die Charaktere sind vielleicht etwas blass, aber dennoch eine gelungene Geschichte, sehr lesenswert!



Mein Bewertung:

Titel: Das Graveyard-Buch
Autor: Neil Gaiman
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 312
Verlag: Arena
Erstveröffentlichung: 2009
Neuveröffentlichung: 22. September 2020