Mittwoch, 3. Januar 2018

Rezension zu "Wie Wölfe im Winter" von Tyrell Johnson

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Eine veränderte Welt und ein rätselhafter Fremder...

Sieben Jahre ist es nun her, als eine Grippeepidemie den Großteil der Menschheit dahingerafft hat. Die dreiundzwanzigjährige Gwendolynn „Lynn“  ist damals zusammen mit ihrer Familie von Alaska in den Yukon gezogen – dort leben sie zurückgezogen, fernab von Menschenansammlungen. Für Lynn ist das eintönige Leben und der lange Winter mit den viele Schneemassen eher langweilig. Doch eines Tages kreuzt ein Mann ihren Weg. Jax ist verletzt und wird von ihnen versorgt. Doch danach ist nichts mehr so, wie es mal war - denn Jax wird verfolgt. Schon bald tauchen weitere Menschen auf…




„Ich beobachtete den dahineilenden Fluss und stellte mir wohl zum millionsten Mal vor, wie ich seinem Lauf in östlicher Richtung folgte. Wie ich immer weiterging, das Land erkundete und zahlreiche Entdeckungen machte. Wie ich leben würde, statt immer nur zu überleben.“ – Seite 43, eBook


Auf dieses Buch bin zufällig beim Stöbern aufmerksam geworden – und es hält auf jeden Fall einige Überraschungen bereit, denn der Klappentext gibt nur einen ganz kleinen Einblick in die Geschichte. Ich werde zum Inhalt auch nicht mehr verraten, da es einfach spannend ist, nicht zu wissen, wo die Geschichte letztendlich hinführt.
Wie schon oben erwähnt, ist die Welt seit sieben Jahren nicht mehr die, die es mal war – dazu führten mehrere schreckliche Ereignisse, letztlich hat eine Grippeepidemie den Großteil der Menschen ausgelöscht. Zu den Überlebenden gehört die junge Frau Lynn, die eines Tages dem mysteriösem Jax begegnet – er ist verletzt und ihre Familie versorgt ihn, jedoch mit großem Misstrauen. Doch diese Begegnung hat Folgen und zieht einige Veränderungen mit sich.
Die Geschichte wird in der Ich-Perspektive aus Lynns Sicht erzählt. Meist am Anfang der einzelnen Kapitel erzählt sie aus der Vergangenheit und der Zeit, in der ihr Dad noch gelebt hat – so erfährt man ziemlich schnell, wie es zu dieser verheerenden Katastrophe kam – und das ist erschreckend.
Anfangs beginnt die Geschichte eher ruhig. Sie braucht ein wenig, um in Schwung zu kommen und um Spannung aufzubauen – doch nach einem Drittel nimmt die Story an Fahrt auf und nimmt einen überraschenden Verlauf.
Das Cover gefällt mir unheimlich gut – schlicht und geheimnisvoll. Es passt sehr gut zu dieser Dystopie.


„Plötzlich schien sich die Luft zu verändern. Es hatte etwas mit der Stille zu tun und erinnerte mich an den Moment, wenn ein Reh, auf das ich Jagd machte, stehen blieb und die Ohren in meine Richtung drehte. Obwohl ich mucksmäuschenstill blieb, wusste das Tier in diesem Augenblick, dass etwas nicht stimmte. So als ob es mich spüren konnte.“ – Seite 85, eBook


Mein Fazit: Eine Dystopie, die einige Überraschungen bereithält. Nach und nach entwickelt sich die Geschichte zu einem spannenden Thriller, der einen interessanten und unvorhersehbaren Verlauf nimmt. Das Buch lässt sich flüssig lesen, die eher düstere Endzeit-Atmosphäre kommt sehr gut rüber.
Die Geschichte benötigt zwar etwas Zeit um in Schwung zu kommen, doch danach kann man das Buch nur noch sehr schlecht aus der Hand legen. Von mir gibt es vier Sterne – sehr lesenswert!


Meine Bewertung: 




Titel: Wie Wölfe im Winter
Autor: Tyrell Johnson
Genre: Dystopie / Thriller
Seitenanzahl: 352
Verlag: HarperCollins
Erstveröffentlichung: 02. Januar 2018


Vielen Dank an HarperCollins und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

Montag, 1. Januar 2018

Rezension zu "Die Mühle" von Elisabeth Herrmann

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Eine mysteriöse Einladung mit ungeahnten Folgen…

Die zwanzigjährige Lana lebt in Berlin und trifft dort an der Uni auf einen Jungen aus ihrer alten Heimatstadt, der ihr noch gut im Gedächtnis geblieben ist – Johnny gehörte zu einer  Gruppe, die von allen nur „The Court“ genannt wurde – sie wurden bewundert,  hatten etwas geheimnisvolles an sich und wirkten unnahbar. Eher durch einen Zufall bekommt Lana nun an eine Einladung, die zu einem Treffen eben genau dieser Clique einlädt – in einem Nobelhotel. Ohne zu ahnen, was sie dort erwartet, macht Lana sich auf den Weg. Zuerst sind die anderen Mitglieder wenig davon begeistert – denn sie haben jemand anderes erwartet. Danach überschlagen sich die Ereignisse: Der Trip führt sie in die Wildnis zu einer alten Mühle, wo alles bis ins kleinste Detail für die sieben vorbereitet wurde. Was zuerst wie ein harmloser Ausflug aussieht, entpuppt sich schließlich zu einem Höllentrip…


„Bevor ich hineinging, wandte ich mich noch einmal um und betrachtete die angestrahlte Fassade, die goldenen Buchstaben über dem Portal und das enge Flusstal vor mir, das mit seinen wunderschönen Häusern aussah wie im Märchen.

Ich hatte völlig vergessen, dass Märchen im Grunde genommen die grausamsten Geschichten sind, die es gibt.“ – Seite 37


Die Mühle hat etwas den Charme von Ursula Poznanskis Saeculum – es ist zwar eine ganz andere Story, aber genau so packend – und man weiß überhaupt nicht, wie sie Handlung verlaufen wird. Genau so soll es sein. Die Story ist mysteriös und unheimlich gut geschrieben – aus Lanas Sicht, die die Erzählerin dieser Geschichte ist, erfährt man nach und nach wichtige Details – aber nie zu viel. Aus diesem Grund bleibt die Spannung die ganze Zeit über aufrecht. Es geht um ein Treffen von einer Clique, die vor Jahren als unzertrennlich galt. Nun sehen sich die Mitglieder nach Jahren wieder und lassen sich auf den mysteriösen Ausflug ein. Lana, die nicht zum Kreis gehört, ist eher durch Zufall dort hineingeraten und merkt sehr schnell, dass hier ein dunkles Geheimnis lauert. Schließlich gerät alles aus dem Ruder…
Die Entwicklung der Handlung hat mich komplett überrascht – es wird abenteuerlich, düster, geheimnisvoll und packend. Und die ganze Zeit fragt man sich: WER? Nur so viel: Es ist unvorhersehbar und wirklich überraschend.
Die Story ist perfekt ausgearbeitet, die Charaktere sind interessant, jeder hat eine eigene Geschichte. Das Einzige, was mir nicht so ganz gefallen hat, war der Anfang – er wirkt ein wenig seltsam. Aber dies ist nur ein kleiner Kritikpunkt am Rande, denn nach ein paar Seiten hat mich die Geschichte schließlich gepackt.
Das Cover ist düster und geheimnisvoll mit einer abgebildeten Mühle – die hier ja eine sehr zentrale Rolle spielt. Es passt alles sehr gut zusammen.


„Er drehte sich um und warf einen Blick auf das dunkle Haus mit den gewaltigen Mühlenflügeln. Glücklicherweise wehte kein Lüftchen. Ich wollte nicht wissen, was da oben auf dem Mahlboden alles knirschen und ächzen konnte. Falls die Flügel sich je wieder in Bewegung setzen sollten.“ – Seite 156


Mein Fazit: Ein gelungener All Age-Thriller, der voller Überraschungen steckt. Die Handlung ist packend, die Spannung die ganze Zeit über vorhanden und es passieren Dinge, mit denen man so nicht rechnet. Bist zum Schluss kann man fleißig mitraten, was der Grund für alles ist und wer dahintersteckt – gerade dieses unvorhersehbare hat mir unheimlich gut gefallen. Ein wirklich gutes Buch, das man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte. Von mir gibt es 4,5 Sterne hierfür und natürlich eine Leseempfehlung.

Meine Bewertung: 







Titel: Die Mühle
Autorin: Elisabeth Herrmann
Genre: All Age-Thriller
Seitenanzahl: 448
Verlag: cbt
Erstveröffentlichung: 29. August 2016


Jahresrückblick 2017 - Mein Bücherjahr


Hallo ihr Lieben,

schon wieder ist ein Jahr um - unglaublich wie schnell das immer geht. Auch 2017 war wieder ein tolles Bücherjahr - ich habe wundervolle Bücher gelesen: Ob es schöne Klassiker waren, lang ersehnte Neuerscheinungen oder auch tolle Buch-Reihen - alles war dabei.
Ich habe nun die letzten zwölf Monate nochmal Revue passieren lassen und eine kleine Statistik erstellt. Viel Spaß beim Stöbern!


Mein 2017 in Zahlen


Gelesene Bücher 2017
107 Bücher

Gelesene Seiten
53.474

Geschriebene Rezensionen
107

Die von mir meistgelesensten Autoren in diesem Jahr:
Stephen King und Markus Heitz mit je sechs Büchern


Wie schon im Vorjahr war es wieder nicht nicht ganz einfach, aus 107 gelesenen Büchern 10 Highlights auszusuchen, da wirklich viele besondere und außergewöhnliche Geschichten dabei waren. Ich habe viel neues entdeckt und zugleich auch vieles, was ich unbedingt noch lesen möchte. Entschieden habe ich mich aber nun für diese zehn Bücher - einfach weil sie mich unheimlich begeistert haben. Zur jeweiligen Rezension kommt ihr mit klick auf den jeweiligen Titel.
Die Reihenfolge ist zufällig gewählt.


Die Top 10 meiner persönlichen Jahreshighlights




Die Spur der Bücher
Kai Meyer

Beobachtungen aus der letzten Reihe
Neil Gaiman





Markus Heitz

Leigh Bardugo




Hanya Yanagihara

Jean Webster





Stephen King









Buchreihen, die mich begeistert haben:

Die Ulldart-Saga - Markus Heitz
Die Clifton-Saga - Jeffrey Archer
Lockwood & Co. - Jonathan Stroud
Die besonderen Kinder - Ransom Riggs
Die Edelstein-Trilogie - Kerstin Gier


Neu entdeckte Autoren:

John Green
Anne Freytag
Leigh Bardugo
Ray Bradbury
Walter Moers
Juli Zeh

Das war mein Bücherjahr 2017. Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal Danke an alle sagen, die mir hier und auf Twitter folgen. Das freut mich wirklich sehr. <3


Ich wünsche euch nun alles Gute für 2018 mit vielen neuen wunderbaren Geschichten und vielen Lesestunden! :)

Liebste Grüße
eure Nicole

Freitag, 29. Dezember 2017

Rezension zu "Den Mund voll ungesagter Dinge" von Anne Freytag

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Veränderungen und Gefühlschaos

Die siebzehnjährige Sophie lebte bisher mit ihrem Vater zusammen in Hamburg. Doch das ändert sich nun: Mit seiner neuen Freundin Lena wird es ernst und so ziehen sie nach München – gegen Sophies Willen und dann auch noch kurz vor dem Abitur. Plötzlich findet Sophie sich in einem großen Haus wieder, mit einer „Stiefmutter“,  zwei kleinen Jungs und einem struppigen Hund. Sie fühlt sich trotzdem einsam und leer – ihre leibliche Mutter hat sie nie kennengelernt, der Schmerz sitzt nach wie vor tief. Doch dann lernt sie das Nachbarsmädchen Alex kennen, die Sophie mit ihrem ansteckenden Lachen ein anderes Leben zeigt. Plötzlich fühlt sie sich verstanden – bis eines Tages ein außergewöhnlicher Augenblick alles verändert…


„Ich atme ein und wieder aus, und die Luft verlässt wie Nebel meine Lungen – doch der in meinem Gehirn bleibt. Manchmal glaube ich, dass die Monster, die früher unter meinem Bett gewohnt haben, irgendwann unbemerkt in meinen Kopf gezogen sind. Und da bleiben sie jetzt, weil da oben immer was los ist." – Seite 85/86


Nachdem mir Mein bester letzter Sommer so gut gefallen hatte, war ich ziemlich neugierig auf Anne Freytags aktuelles Buch. Auch hier gibt es wieder eine starke weibliche Hauptfigur, die zwar nicht unheilbar krank ist, aber dennoch mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen hat. Sophie ist siebzehn Jahre alt und hat ihre leibliche Mutter nie kennen gelernt. Nun beschließt ihr Vater zu seiner neuen Freundin zu ziehen – und Sophie muss mit. In der Ich-Perspektive aus Sophies Sicht geschrieben, schildert die Autorin sehr detailreich, wie es in Sophies Gedankenwelt aussieht – was sie belastet, was ihr fehlt und auch, was sie glücklich machen würde. Natürlich auch, wie sie ihr neues Zuhause und die neugewonnene Patchworkfamilie erlebt. Und dann tritt Alex in ihr Leben…
Die Geschichte lässt sich insgesamt sehr angenehm lesen. Gerade das Sophie eine Hauptfigur mit Ecken und Kanten ist, macht sie zu einem besonderen Charakter. Doch ich wurde nicht richtig warm mit ihr. Mir waren die Nebencharaktere etwas sympathischer: Lena, die „Stiefmutter“ oder auch Alex, die noch eine großer Rolle spielen wird.
Leider gab es mittendrin ein paar Abschnitte, wo sich die Geschichte einige Zeit auf der Stelle tritt. Doch glücklicherweise löst sich das nach einiger Zeit auf. Die Handlung hat insgesamt aber eine gute Mischung aus vielen Facetten: Es wird mal traurig, mal schön, mal sehr direkt und auch mal nachdenklich. Besonders gut gefallen hat mir aber das letzte Kapitel.

Das Cover ist ein Hingucker – leuchtend rot und doch von der Gestaltung her dezent. Ich finde es toll. Das Buch ist eine Klappenbroschur und hat, wie auch schon bei „Mein bester letzter Sommer“ hinten wieder Playlisten mit Songs, die Sophie und auch Alex durch die Zeit begleiten.


„Ich stehe unsicher im Türrahmen, und mein Mund füllt sich mit Worten. Wie eine Badewanne, die irgendwann überläuft. Doch bevor das passieren kann, drehe ich mich um und gehe.“ – Seite 114


Mein Fazit: Ein lesenswerter Roman, der sehr gut geschrieben ist, mich dennoch aber manchmal nicht ganz erreichen konnte. Das liegt wohl daran, dass mir die Hauptfigur irgendwie nicht immer so symphatisch war - wohl wegen ihrer Sturrheit. Obwohl sie von der Autorin unheimlich gut beschrieben wurde, haben mir manche Nebencharaktere besser gefallen. Die Geschichte an sich hat eine bunte Mischung aus schönen und traurigen Momenten, mal dramatisch und rührend und auch mal etwas zum Schmunzeln. Doch zwischendurch hätte ich mir noch dieses fesselnd-besondere gewünscht, was den Roman  Mein bester letzter Sommer so einmalig gemacht hat. Auch wenn ich diesem Buch nur 3,5 Sterne gebe, ist Anne Freytag mit diesem Buch ein guter, neuer Jugendroman gelungen.


Meine Bewertung: 





Titel: Den Mund voll ungesagter Dinge

Autorin: Anne Freytag
Genre: Jugendbuch / All Age
Seitenanzahl: 400
Verlag: Heyne fliegt
Erstveröffentlichung: 06. März 2017