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Die Morde von Edinburgh – Band 2
Edinburgh, 1850. Obwohl die Stadt an der Spitze der modernen Medizin steht, scheinen die Heilmittel der Ärzte wirkungslos. Überall sterben Menschen. Selbst dem geschätzten Dr. James Simpson wird die Schuld für den fragwürdigen Tod eines seiner Patienten zugeschoben. Sein Schützling Will Raven und das ehemalige Hausmädchen Sarah Fisher sind entschlossen, Simpsons Namen reinzuwaschen. Doch auf der Suche nach der wahren Ursache der Todesfälle müssen sie bald feststellen, dass manche Wahrheiten zu unvorstellbar sind, um an sie zu glauben…
(Quelle: Klappentext - Pendo/Piper Verlag)
Ambrose Parry ist das Pseudonym des Ehepaars Christopher Brookmyre und Marisa Haetzman. Nach Die Tinktur des Todes ist Das Gift der Lüge ihr zweiter gemeinsamer Roman. Dieser spielt wieder im historischen Edinburgh Mitte des 19. Jahrhunderts, beginnend im Jahr 1849 - ca. zwei Jahre nach den letzten Geschehnissen. Nachdem Will Raven einige Zeit im Ausland verbracht hat, kehrt er nun nach Edinburgh in die Praxis von Dr. Simpson zurück, bei dem er einst als Famulus angestellt war. Inzwischen ist er selbst Arzt hat einige Erfahrungen gesammelt. Auch Sarah, die wissbegierige und kluge junge Frau ist mit Leidenschaft weiterhin in Dr. Simpsons Praxis tätig. Jedoch hat sich einiges verändert, seitdem Will gegangen ist.
Doch nicht nur private Probleme machen Will zu schaffen, auch eine Reihe seltsamer Todesfälle hält Edinburgh in Atmen. Ist es eine neue, noch unentdeckte Krankheit, die sich ausbreitet oder doch etwas ganz anderes? Gemeinsam mit Sarah begibt sich Will auf Spurensuche….
Die Handlung wechselt regelmäßig zwischen den Blickwinkeln von Will Raven und Sarah Banks – schnell wird klar, dass jeder mit ganz persönlichen Problemen zu kämpfen hat. Auch gibt es noch eine geheimnisvolle dritte Person, die nach und nach Schlimmes ans Licht bringt.
Neben dem aktuellen Verlauf ist hier auch die medizinische Forschung wieder ein sehr interessantes Thema. Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die anästhetischen Eigenschaften von Chloroform entdeckt, jedoch kam es bei der Suche nach der perfekten Dosierung noch oftmals zu tödlichen Unfällen.
Vieles, was heute als selbstverständlich gilt, wie. z.B. Operationen oder die Hygiene, war damals noch unbekannt oder noch nicht ausgereift:
„Raven war etwas enttäuscht, so wie immer, wenn er sich der Erkenntnis stellen musste, wie viel in der Medizin noch rätselhaft war. Jeder Fortschritt und jede neue Entwicklung war eine neue Kerze in der Dunkelheit, die einem jedoch manchmal umso mehr die Weite des unbekannten Raumes vor Augen führte.“ – Seite 205, eBook
Wie auch im Vorgänger hat das Autorenehepaar dazu hervorragend recherchiert und schildert die Vorgänge sehr detailreich und verständlich.
„Raven hielt einen Augenblick inne und dachte darüber nach, wie flüchtig unsere Existenz war, wie plötzlich der Tod kommen konnte.“ – Seite 201, eBook
Was die Story angeht, wirkte sie zunächst etwas vorhersehbar – es wird ziemlich schnell klar, was vor sich geht. Allerdings wird es gerade im letzten Drittel nochmal spannend und es gibt noch einige Überraschungen.
„Raven konnte sich nicht erinnern, Dr. Simpson jemals wahrhaft erschüttert gesehen zu haben, doch nun trug sein Gesicht einen Ausdruck vollkommener Fassungslosigkeit. Raven war selbst kaum weniger entsetzt.“ – Seite 373, eBook
Mein Fazit: Ein gelungener zweiter Band der historischen Krimireihe. Es gibt ein Wiedersehen mit schon bekannten Charakteren, die einiges erleben. Neben den interessanten medizinischen Details und einer spannenden Story sind auch die Schauplätze sehr gut beschrieben. Trotz kleinerer Schwächen wieder ein lesenswerter Roman, der besonders am Ende noch ein paar Überraschungen bereithält.
Meine Bewertung:
Titel: Das Gift der Lüge
Autor: Ambrose Parry
Genre: Historischer Krimi
Seitenanzahl: 496
Verlag: Piper / Pendo
Erstveröffentlichung: 31. Mai 2021
Die Morde von Edinburgh - Die Bücher:
Band 1 - Die Tinktur des Todes
Band 2 - Das Gift der Lüge

