Dienstag, 2. Juli 2024

Rezension zu "Emily Wildes Atlas der Anderswelten" von Heather Fawcett

 

Zum Buch

Emily Wilde – Band 2

Emily Wilde ist die führende Expertin in Sachen Feen in Cambridge, und ihr neues Forschungsprojekt ist revolutionär: Sie möchte eine Karte der Anderswelten zeichnen, um die verschlungenen Wege dieser zauberhaften Wesen besser zu verstehen.

Ihr Freund und akademischer Rivale Wendell Bambleby unterstützt sie, wo er nur kann, zumal er als exilierter Feenprinz darauf hofft, eines Tages in sein Reich zurückkehren zu können. Eilig hat er es eigentlich nicht damit, doch als magisch begabte Attentäter seiner Mutter in Cambridge auftauchen, die auf ihn und Emily einen Anschlag verüben, bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Flucht nach vorne anzutreten: Emily und Wendell reisen nach Österreich, wo sie eine Tür zur Anderswelt vermuten, hinter der das Reich der Feenkönigin beginnt.
(Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe - FISCHER Tor)



Nachdem mich vor ein paar Monaten das Buch Emily Wildes Enzyklopädie der Feen so begeistert hatte, war ich dementsprechend gespannt auf die Fortsetzung. Emily Wildes Atlas der Anderswelten ist der zweite Band der Fantasy-Reihe um die Feenforscherin Emily Wilde und hält wieder ein phantastisches Abenteuer bereit.

Nach der aufregenden Reise in den hohen Norden konnte die Feenforscherin Emily Wilde ihre lang geplante „Enzyklopädie der Feen“ erfolgreich veröffentlichen. Nun arbeitet sie schon an einem neuen Projekt: Dem „Atlas der Anderswelten“:

„Nachdem meine Enzyklopädie vollendet war, habe ich meine Aufmerksamkeit, wie Wendell weiß, einem anderen großen Projekt zugewandt – einem Atlas aller bekannten Feenreiche und ihrer Türen. Eine solche Kartensammlung kann nur Stückwerk bleiben – Feenreiche sind oft an bestimmte Orte in der Welt der Sterblichen gebunden, aber nur wenige von ihnen wurden ausreichend erforscht.“ – Seite 57, eBook


Auch Wendell Bambleby – einst ihr Rivale in Cambridge – hat einen neuen Platz in Emilys Leben. Nachdem sie einiges über sein Leben erfahren und so manches Geheimnis um den Feenprinzen gelüftet hat, möchte sie ihm helfen, einen Weg zurück in sein Reich zu finden. Doch Wendell fühlt sich an Emilys Seite in der Welt der Sterblichen ganz wohl – bis sich plötzlich die Ereignisse überschlagen: Die beiden entgehen nur knapp einem Mordanschlag. Schnell wird klar, wer die nicht menschlichen Attentäter gesandt hat.
Gemeinsam mit Emilys besonderem Hund Shadow und noch zwei weiteren Personen reisen sie nach Österreich, wo sie eine versteckte Tür vermuten, die direkt in Wendells Reich führt, über das seine Stiefmutter grausam herrscht.

Doch kaum an ihrem Ziel angekommen merken sie, dass ihre Reise gefährlicher ist als geahnt – denn der kleine österreichische Ort ist auch Heimat vieler Feen, die den Menschen nicht immer wohlgesonnen sind. Die Feentüren verbergen noch so manches Geheimnis und auch der Mordanschlag hat Spuren hinterlassen…

Die Handlung beginnt einige Monate nach den letzten Geschehnissen und konnte mich mit der angenehm leichten Erzählweise erneut begeistern. Genau wie der Vorgänger ist die Geschichte in Tagebuchform geschrieben, was hier sehr gut gelungen ist. Wir können Emilys Weg genau verfolgen – ebenso wie den von Wendell Bambleby, der mit seiner besonderen und erfrischenden Art wieder alle um den Finger wickelt.

Neben dem neuen Abenteuer, das einige Überraschungen bereithält, wird es hier erneut magisch, etwas düster und leicht märchenhaft. Die verschiedensten Feenvölker und ihre Wesensarten werden hier sehr gut dargestellt - von den Tödlichsten und Gefährlichsten bis hin zu denen, die den Menschen wohlgesonnen sind.

„Ich drehte mich um. Mehrere kleine fuchsähnliche Feen standen auf einem Baumstamm am Seeufer (…) Man hätte sie fast für kleine verkleidete Kinder halten können, wären da nicht das erschreckende Glitzern ihrer winzigen, nadelspitzen Zähne und ihre feuchten, vollkommen schwarzen Augen gewesen.“ – Seite 125, eBook


Auch die unzähligen Feentüren sind ein zentrales und sehr interessantes Thema - die meist unsichtbaren Übergänge in die Feenreiche verbergen einige Gefahren, genauso wie die Grenzgebiete zwischen den Welten, in dem schon einige Menschen verschwunden sind.

„Vor mir lag eine Welt der Gefahren, der scharfen Kanten und tiefen Schatten, und ich mochte über umfangreiches Wissen verfügen, aber ich war eine Sterbliche ohne einen Hauch von Magie, die mir den Weg weisen konnte.“ – Seite 133, eBook


Perfekt eingewoben sind die vielen kleinen Fantasy-Elemente und der Wechsel zwischen den Welten – diese Mischung aus einem spannenden Abenteuer das zugleich leicht, aber auch ein paar düstere Abschnitte enthält, ist sehr gelungen.

Von einem geheimnisvollen Fremden, einer verschwundenen Wissenschaftlerin, rätselhaften Artefakten bis hin zu unheimlichen Begebenheiten – es gibt einiges zu entdecken.
Unbedingt erwähnenswert ist das wundervoll gestaltete Cover – vom Stil her ähnlich wie der Vorgänger passt es wunderbar zur Geschichte.


Mein Fazit: Eine großartige Fortsetzung der Fantasy-Reihe um die faszinierende Welt der Feen. Die Handlung entwickelt sich interessant, spannend und sehr abenteuerlich – mit viel Magie, die sehr gut eingewoben ist. Die Geschichte hat eine angenehm leichte Note, die aber auch ab und an mal düster wird, was mir sehr gut gefallen hat. Der Verlauf steckt voller Überraschungen – besonders zum Ende hin. Sehr lesenswert!


Meine Bewertung:





Titel: Emily Wildes Atlas der Anderswelten
Autorin: Heather Fawcett
Übersetzt von: Eva Kemper
Genre: Fantasy / Phantastik
Seitenanzahl: 448
Verlag: Fischer Tor
Erstveröffentlichung: 26. Juni 2024


Die Emily Wilde - Bücher:
Band 1 - Emily Wildes Enzyklopädie der Feen
Band 2 - Emily Wildes Atlas der Anderswelten 

Vielen Dank an die S. Fischer-Verlage und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

Montag, 1. Juli 2024

Monatsrückblick Juni 2024

 



Hallo ihr Lieben,
hier kommt mein buchiger Monatsrückblick auf den Juni - mit Neuzugängen, Lieblingszitaten, Buchhighlights und einem Leseausblick auf den Sommermonat Juli. Dazu gibt es noch die bekannte Statistik und die Liste mit meinen fünf gelesenen Büchern. Viel Spaß beim stöbern!


Neuzugänge


eBooks

  • Shannon Chakraborty - Die Abenteur der Piratin Amina al-Sirafi (eBook-Deal)
  • Justin Cronin - Ferryman (bereits gelesen)
  • C.K. McDonnell - The Stranger Times 4: Relight my Fire
  • Chris Whitaker - In den Farben des Dunkels
  • Mo Enders - Liga Lexis 1: Nachtschwarze Worte ( Netgalley-Vorabexemplar, erscheint am 24. 09.2024)



 #24für2024
Von meiner Leseliste habe ich in diesem Monat ein Buch gelesen:

  • Stephen King - Ihr wollt es dunkler

Meine 24 ausgewählten Bücher findet ihr in meinem Beitrag:  #24für2024 - Meine Leseliste. Dort gibt es regelmäßig Updates zu den gelesenen Büchern.
Aktueller Stand: 11/24 Bücher

Die Monatsstatistik:


Mein Lesemonat in Zahlen

5 gelesene Bücher
2.640 gelesene Seiten
durchschnittlich 88 gelesene Seiten pro Tag


Bewertungen
2 x 5 Sterne
1 x 4,5 Sterne
2 x 4 Sterne




Lieblingszitat des Monats



"Wenn man aufs Meer hinausfährt, ändern sich die Dimensionen der Welt. Während die Dinge an Land in die Ferne rücken, vergrößert sich die Fläche des Meeres, es wird blauer und wilder und bekommt einen Hauch von Großartigkeit.“
- aus Ferryman von Justin Cronin (S. 158, eBook)



Gelesene Bücher im Juni


Karl Ove Knausgard - Die Morgenstern-Reihe 3: Das dritte Königreich
Auch der 3. Band des Morgenstern-Romanzyklus besticht mit einem detailreichen und einnehmenden Schreibstil. Außergewöhnlich und interessant! 4,5 / 5 Sterne

 
Sasa Stanisic - Möchte die Witwe angesprochen werden, plaziert sie auf dem Grab die Gießkanne mit den Ausguss nach vorne
Eine besondere Sammlung von Erzählungen - sehr lesenswert! 5/5 Sterne

Monatshighlight


 
Stephen King - Ihr wollt es dunkler
Zwölf lesenswerte Erzählungen, die alle eine besondere und sehr unheimliche Note haben. Eine großartige Kurzgeschichtensammlung. 5/5 Sterne

Monatshighlight

 
Justin Cronin - Ferryman: Der Tod ist nur der Anfang
Ein spannender dystopischer Roman voller Geheimnisse und überraschenden Wendungen. Lesenswert! 4/5 Sterne

 
T.C. Boyle - I walk between the Raindrops
Eine lesenswerte Storysammlung mit verschiedensten Themen - mal skurril und interessant und auch mal ziemlich abgründig und dunkel. 4/5 Sterne




Ausblick auf den Juli

Lesepläne

Heather Fawcett - Emily Wildes Atlas der Anderswelten
C.K. McDonnell - The Stranger Times 4: Relight my Fire
Chris Whitaker - In den Farben des Dunkels
Haruki Murakami - Die Stadt und ihre ungewisse Mauer
Cornelia Funke - Tintenwelt 1: Tintenherz (re-read)


...ansonsten entscheide ich wie immer spontan.

Ich wünsche euch einen schönen Sommer-Lesemonat mit vielen tollen  Geschichten! 


 

Mittwoch, 26. Juni 2024

Rezension zu "I walk between the Raindrops" von T.C. Boyle

 

Zum Buch



Die neue Storysammlung von T.C. Boyle


Dreizehn neue brillante Storys vom Meister des Genres, surreal und abgründig witzig: Sie handeln von sprechenden Drohnenautos, die ihre Passagiere auf algorithmischen Routen durch die Landschaft führen, von bodenständigen Müttern, die sich mit jungen Incel-Männern anlegen, aber auch von Spaziergängen durch den kalifornischen Regen, während die Küste von Sturzfluten verwüstet wird. Kein Autor versteht es so komisch und schonungslos, ins Herz unserer aus den Fugen geratenen Gegenwart zu stechen wie T. C. Boyle.
(Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe - Hanser Verlag)





Von T.C. Boyles neuem Buch ist mir neben dem tollen Titel I walk between the Raindrops sofort das schöne schlichte Cover aufgefallen – auf 272 Seiten erwarten uns dreizehn neue Erzählungen mit vielen Facetten, beginnend mit der titelgebenden Erzählung.

Die einzelnen Geschichten könnten thematisch unterschiedlicher nicht sein: Von Gedanken am Valentinstag und einem Regenspaziergang nach einem verheerenden Unwetter (I walk between the Raindrops) über eine Begegnung in einem Zug, die tief in menschliche Abgründe blicken lässt (What‘s Love got to do with it?) bis hin zu einer Kreuzfahrt, die anders läuft als gedacht (Der dreizehnte Tag).

„Die folgenden Tage waren schwierig. Jeder davon stieg grimmig aus dem Grab, in das wir seinen Vorgänger am Abend zuvor gelegt hatten.“ – aus DER DREIZEHNTE TAG, Seite 139, eBook



Auch gibt ein selbstfahrendes, sprechendes Auto, das ein Gewissen entwickelt (Schlaf am Steuer) und ein Vertrag mit einer Wette, die die Zeit überdauert (Die Wohnung) – dieses sind nur sehr kurze Einblicke in fünf Geschichten.


Mal skurril und interessant, mal abgründig und dunkel und auch mal mit einem sehr unheimlichen Blick in eine entfernte Zukunft – alle Erzählungen haben eine ganz besondere Atmosphäre, die immer der jeweiligen Situation angepasst ist. Der Klimawandel, Verbrechen, Corona und Einblicke in beängstigende Gedankengänge sind nur einige der Themen – oft sehr aktuell und nicht immer einfach vom Inhalt her - es erwartet uns einiges und viel verschiedenes.

Das war der Tag, an dem die Hyäne kam, um ihn zu holen, und es spielte keine Rolle, dass es im Süden Frankreichs überhaupt keine Hyänen gab, vor allem nicht in Pont-Saint-Esprit, sie war da und wollte ihn holen.“ - aus DIE HYÄNE, Seite 210, eBook


Zu meinen Favoriten gehören I walk between the Raindrops und Die Wohnung. Einzelne wiederum haben mich nicht so angesprochen, waren zu wage oder endeten gefühlt mitten in der Geschichte. Aber wie das öfter bei einem Sammelband mit Kurzgeschichten ist: Nicht alles gefällt. Die meisten Geschichten haben mir jedoch zugesagt und ich kann daher über einige wenige hinwegschauen.


Meine Bewertung: Eine lesenswerte Storysammlung mit vielen unterschiedlichen Themen. Mal skurril und interessant, dann wieder ziemlich abgründig und dunkel – die dreizehn Erzählungen haben einiges zu bieten und könnten unterschiedlicher nicht sein. Die meisten sind gut ausgearbeitet, besonders die Erzählungen I walk between the Raindrops und Die Wohnung kann ich sehr empfehlen. Einige wenige waren mir zu wage und endeten gefühlt mitten in der Geschichte. Doch insgesamt ist es aber eine gute Sammlung von interessanten und facettenreichen Geschichten.


Meine Bewertung:





Titel: I walk between the Raimdrops
Autor: T.C. Boyle
Übersetzt von: Anette Grube, Dirk van Gunsteren
Genre: Kurzgeschichten
Seitenanzahl: 272
Verlag: Hanser
Erstveröffentlichung: 15. Mai 2024

Sonntag, 23. Juni 2024

Rezension zu "Ferryman" von Justin Cronin

 

Zum Buch

Von einer geheimnisvollen Welt

Die Inseln von Prospera liegen in einem riesigen Ozean, idyllisch abgeschieden vom Rest der Menschheit. Die Bewohner genießen ein unbeschwertes Leben voller Privilegien, umsorgt von dienendem Hilfspersonal. Neigt sich die Lebenszeit der Prosperaner dem Ende zu, werden sie auf eine geheimnisvolle Nachbarinsel geschickt, um dort neu gebootet zu werden und ein weiteres Leben zu beginnen. Proctor Bennett ist der Fährmann, der die Prosperaner dorthin geleitet. Er hat seine Arbeit nie in Frage gestellt, bis er eines Tages eine kryptische Nachricht erhält. Sie bestätigt, was er insgeheim immer befürchtet hat – denn sie birgt eine Wahrheit, die das Schicksal der Menschheit auf ewig verändern wird... (Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe - Goldmann Verlag)



Von Justin Cronin habe ich mit großer Begeisterung die Passage-Trilogie (Der Übergang / Die Zwölf /Die Spiegelstadt) gelesen und war dementsprechend gespannt auf seinen neuen Roman. Ferryman – Der Tod ist nur der Anfang erschien im Mai 2024, knapp acht Jahre nach seinem letzten Buch Die Spiegelstadt und erzählt eine dystopische Geschichte voller Geheimnisse.

Nach einem rätselhaften Prolog, der aufzeigt, das in der Welt einiges im Argen liegt, lernen wir die Hauptfigur Proctor Bennett kennen – und mit ihm die Inseln von Prospera. Die Inselgruppe liegt mitten in einem scheinbar unendlichen Ozean und ist von jeglicher Gefahr weit draußen abgeschirmt. Auf der großen Hauptinsel leben die Prosperaner ein sorgenfreies und privilegiertes Leben – sie werden von Hilfspersonal umsorgt und wenn die Gesundheit nachlässt, werden sie mit der Fähre zur Nursery gebracht – auf der geheimnisumwobenen Nachbarinsel werden sie neu gebootet und beginnen danach ein völlig neues Leben. Alles scheint idyllisch und friedlich – doch diese Idylle trügt…
Denn das Hilfspersonal, das in beengten Wohnverhältnissen auf der dritten Insel namens Annex lebt, führt ein weniger privilegiertes Leben und verrichten für die Prosperaner die unliebsamen Arbeiten. Doch nun werden Unruhen laut, sogar von einer geheimen Bewegung ist die Rede…

Proctor Bennett bemerkt die Veränderungen um ihn herum und auch an sich selbst. Bisher hat er seine Arbeit als Fährmann nie infrage gestellt – er begleitet die Prosperaner, die am Ende ihres Lebens stehen auf dem Weg zur Nursery. Doch plötzlich häufen sich seltsame Ereignisse und eine mysteriöse Botschaft stellt alles, was er bisher geglaubt hat, infrage…

„Etwas war mir gestohlen worden, etwas, von dem ich gar nicht gewusst hatte, dass ich es beanspruchen wollte: die Wahrheit über das, was passiert war.“ – Seite 114, eBook


Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, wodurch wir einen guten Überblick über die verschiedenen Geschehnisse bekommen. Am häufigsten aber aus der Sicht von Proctor Bennett, dessen wohlgeordnetes Leben plötzlich aus dem Ruder läuft. Dieses ist detailreich und gut geschildert, auch die Nebencharaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Vieles ist zunächst rätselhaft, doch nach und nach verknüpfen sie die verschiedensten Ereignisse zu einem überraschenden Bild.
Die besondere Welt und auch die Handlung sind sehr gut ausgearbeitet – spannend mit einigen Science-Fiction-Elementen und dystopischem Setting, gleichzeitig gibt es immer wieder kurze philosophische Andeutungen, die vieles nur noch geheimnisvoller machen – eine interessante und gelungene Mischung.

„War das Frösteln, da mich überlief, als ich die Lasche aufriss, eine Vorahnung all dessen was kommen sollte? (…)
Dies ist der Plan der Welt: uns zu täuschen, sodass wir glaubten, sie ist das eine, während sie etwas ganz anderes ist. Noch einmal fragte ich: Habe ich es gewusst?
Natürlich habe ich es gewusst. Scheiße, natürlich wusste ich es.“
– Seite 47, eBook


Anfangs ist es eher ruhig und man lernt die Abläufe und die Lebensgewohnheiten auf den Inseln kennen. Ein zentraler Punkt ist auch das Meer, das hier oft wunderbar detailreich beschrieben wird.

"Wenn man aufs Meer hinausfährt, ändern sich die Dimensionen der Welt. Während die Dinge an Land in die Ferne rücken, vergrößert sich die Fläche des Meeres, es wird blauer und wilder und bekommt einen Hauch von Großartigkeit.“ – Seite 158, eBook


Alles ist interessant zu verfolgen, nur mittendrin wird es ab und an mal etwas zu wirr, dieses legt sich jedoch schnell wieder. Im letzten Drittel nimmt die Geschichten dann ordentlich an Fahrt auf, stellt alles auf den Kopf und hält einige spannende Wendungen und Überraschungen bereit.


Mein Fazit: Ein spannender dystopischer Roman, der einige Überraschungen bereithält. Von einer Welt voller Geheimnisse, seltsamen Träumen und einer Wahrheit, mit der niemand gerechnet hat – es wird interessant mit vielen Wendungen. Die Mischung aus Dystopie, Science Fiction-Elementen und manchmal auch einer philosophischen Note ist sehr gut gelungen. Was anfangs sehr rätselhaft ist, setzt sich nach und nach zu einem Gesamtbild zusammen, das ich so nicht erwartet habe. Bis auf einige wenige Momente, die eher etwas wirr waren, ist es ein sehr lesenswerter Roman.


Meine Bewertung:



Titel: Ferryman - Der Tod ist nur der Anfang
Autor: Justin Cronin
Übersetzt von: Rainer Schmidt
Genre: Dystopie / Roman
Seitenanzahl: 720
Verlag: Goldmann
Erstveröffentlichung: 30. Mai 2024


Vielen Dank an das Bloggerportal und Goldmann für das Rezensionsexemplar!