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Emily Wilde – Band 2
Emily Wilde ist die führende Expertin in Sachen Feen in Cambridge, und ihr neues Forschungsprojekt ist revolutionär: Sie möchte eine Karte der Anderswelten zeichnen, um die verschlungenen Wege dieser zauberhaften Wesen besser zu verstehen.
Ihr Freund und akademischer Rivale Wendell Bambleby unterstützt sie, wo er nur kann, zumal er als exilierter Feenprinz darauf hofft, eines Tages in sein Reich zurückkehren zu können. Eilig hat er es eigentlich nicht damit, doch als magisch begabte Attentäter seiner Mutter in Cambridge auftauchen, die auf ihn und Emily einen Anschlag verüben, bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Flucht nach vorne anzutreten: Emily und Wendell reisen nach Österreich, wo sie eine Tür zur Anderswelt vermuten, hinter der das Reich der Feenkönigin beginnt.
(Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe - FISCHER Tor)
Nachdem mich vor ein paar Monaten das Buch Emily Wildes Enzyklopädie der Feen so begeistert hatte, war ich dementsprechend gespannt auf die Fortsetzung. Emily Wildes Atlas der Anderswelten ist der zweite Band der Fantasy-Reihe um die Feenforscherin Emily Wilde und hält wieder ein phantastisches Abenteuer bereit.
Nach der aufregenden Reise in den hohen Norden konnte die Feenforscherin Emily Wilde ihre lang geplante „Enzyklopädie der Feen“ erfolgreich veröffentlichen. Nun arbeitet sie schon an einem neuen Projekt: Dem „Atlas der Anderswelten“:
„Nachdem meine Enzyklopädie vollendet war, habe ich meine Aufmerksamkeit, wie Wendell weiß, einem anderen großen Projekt zugewandt – einem Atlas aller bekannten Feenreiche und ihrer Türen. Eine solche Kartensammlung kann nur Stückwerk bleiben – Feenreiche sind oft an bestimmte Orte in der Welt der Sterblichen gebunden, aber nur wenige von ihnen wurden ausreichend erforscht.“ – Seite 57, eBook
Auch Wendell Bambleby – einst ihr Rivale in Cambridge – hat einen neuen Platz in Emilys Leben. Nachdem sie einiges über sein Leben erfahren und so manches Geheimnis um den Feenprinzen gelüftet hat, möchte sie ihm helfen, einen Weg zurück in sein Reich zu finden. Doch Wendell fühlt sich an Emilys Seite in der Welt der Sterblichen ganz wohl – bis sich plötzlich die Ereignisse überschlagen: Die beiden entgehen nur knapp einem Mordanschlag. Schnell wird klar, wer die nicht menschlichen Attentäter gesandt hat.
Gemeinsam mit Emilys besonderem Hund Shadow und noch zwei weiteren Personen reisen sie nach Österreich, wo sie eine versteckte Tür vermuten, die direkt in Wendells Reich führt, über das seine Stiefmutter grausam herrscht.
Doch kaum an ihrem Ziel angekommen merken sie, dass ihre Reise gefährlicher ist als geahnt – denn der kleine österreichische Ort ist auch Heimat vieler Feen, die den Menschen nicht immer wohlgesonnen sind. Die Feentüren verbergen noch so manches Geheimnis und auch der Mordanschlag hat Spuren hinterlassen…
Die Handlung beginnt einige Monate nach den letzten Geschehnissen und konnte mich mit der angenehm leichten Erzählweise erneut begeistern. Genau wie der Vorgänger ist die Geschichte in Tagebuchform geschrieben, was hier sehr gut gelungen ist. Wir können Emilys Weg genau verfolgen – ebenso wie den von Wendell Bambleby, der mit seiner besonderen und erfrischenden Art wieder alle um den Finger wickelt.
Neben dem neuen Abenteuer, das einige Überraschungen bereithält, wird es hier erneut magisch, etwas düster und leicht märchenhaft. Die verschiedensten Feenvölker und ihre Wesensarten werden hier sehr gut dargestellt - von den Tödlichsten und Gefährlichsten bis hin zu denen, die den Menschen wohlgesonnen sind.
„Ich drehte mich um. Mehrere kleine fuchsähnliche Feen standen auf einem Baumstamm am Seeufer (…) Man hätte sie fast für kleine verkleidete Kinder halten können, wären da nicht das erschreckende Glitzern ihrer winzigen, nadelspitzen Zähne und ihre feuchten, vollkommen schwarzen Augen gewesen.“ – Seite 125, eBook
Auch die unzähligen Feentüren sind ein zentrales und sehr interessantes Thema - die meist unsichtbaren Übergänge in die Feenreiche verbergen einige Gefahren, genauso wie die Grenzgebiete zwischen den Welten, in dem schon einige Menschen verschwunden sind.
„Vor mir lag eine Welt der Gefahren, der scharfen Kanten und tiefen Schatten, und ich mochte über umfangreiches Wissen verfügen, aber ich war eine Sterbliche ohne einen Hauch von Magie, die mir den Weg weisen konnte.“ – Seite 133, eBook
Perfekt eingewoben sind die vielen kleinen Fantasy-Elemente und der Wechsel zwischen den Welten – diese Mischung aus einem spannenden Abenteuer das zugleich leicht, aber auch ein paar düstere Abschnitte enthält, ist sehr gelungen.
Von einem geheimnisvollen Fremden, einer verschwundenen Wissenschaftlerin, rätselhaften Artefakten bis hin zu unheimlichen Begebenheiten – es gibt einiges zu entdecken.
Unbedingt erwähnenswert ist das wundervoll gestaltete Cover – vom Stil her ähnlich wie der Vorgänger passt es wunderbar zur Geschichte.
Mein Fazit: Eine großartige Fortsetzung der Fantasy-Reihe um die faszinierende Welt der Feen. Die Handlung entwickelt sich interessant, spannend und sehr abenteuerlich – mit viel Magie, die sehr gut eingewoben ist. Die Geschichte hat eine angenehm leichte Note, die aber auch ab und an mal düster wird, was mir sehr gut gefallen hat. Der Verlauf steckt voller Überraschungen – besonders zum Ende hin. Sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Emily Wildes Atlas der Anderswelten
Autorin: Heather Fawcett
Übersetzt von: Eva Kemper
Genre: Fantasy / Phantastik
Seitenanzahl: 448
Verlag: Fischer Tor
Erstveröffentlichung: 26. Juni 2024
Die Emily Wilde - Bücher:
Band 1 - Emily Wildes Enzyklopädie der Feen
Band 2 - Emily Wildes Atlas der Anderswelten
Vielen Dank an die S. Fischer-Verlage und Netgalley für das Rezensionsexemplar!





