Montag, 14. November 2016

Rezension zu "Die Spiegelstadt" von Justin Cronin

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Die Passage-Trilogie - Band 3

Nach einem dramatischen Finale ist die hundertjährige Schreckensherrschaft der Zwölf nun zu Ende. Die Zwölf waren einst Schwerstkriminelle, die durch ein Virus zu unsterblichen Wesen wurden, zu Kreaturen der Dunkelheit. Durch ein Experiment, das entsetzlich schiefgelaufen ist, fielen sie über die Welt her und wurden zu den Todfeinden der Menschen. Doch nun sind sie und ihre Nachkommen vernichtet, langsam trauen sich die Überlebenden, die bis dahin in eng ummauerten, streng abgeriegelten Zufluchten gelebt haben, in Freie. Sie fassen neuen Mut, wollen die in Trümmern liegende Welt wieder aufbauen, siedeln sich in neuen Gebieten an, hoffen auf eine bessere Gesellschaft.
Doch nur wenige ahnen, dass es noch nicht vorbei ist. In einer fernen, längst verlassenen Metropole lebt Zero. Er ist der Eine, der Erste und der Vater der Zwölf, der das Ursprungsvirus in sich trägt. In einem Leben lange vor diesem war er ein angesehener Wissenschaftler, der aus bestimmten Gründen nach Rache sinnt. Sein Ziel: Die endgültige Vernichtung der Menschheit. Seine Truppen sind zahlreich und bald bereit.
Die einzige Hoffnung für die Menschheit ist Amy - das Mädchen von Nirgendwo. Nur sie ist Zero wirklich ebenbürtig. Schließlich rüsten sich die Mutigen für den alles entscheidenden Kampf - der Kampf in dem es um ALLES geht...


"Der weite Bogen der menschlichen Geschichte näherte sich der letzten Prüfung. Wann die Stunde kommen würde, konnte man nicht wissen, aber sie würde kommen, und es wäre die Stunde der Krieger." - Seite 47


Diese Inhaltsangabe ist nur ein kleiner Einblick in das umfangreiche, fast eintausend Seiten umfassende Werk. Mit der Spiegelstadt, dem schon lang ersehnten Finale der Passage-Trilogie hat Justin Cronin sich nochmal selbst übertroffen. Da zwischen dem letzten Band Die Zwölf und diesem fast vier Jahre liegen, hatte ich im Vorfeld leichte Bedenken, dass man vielleicht nicht sofort wieder in die Geschichte rein findet. Doch diese Bedenken waren grundlos: Der Prolog ist nicht nur sehr besonders geschrieben, sondern listet auch alle wichtige Details aus den beiden Vorgängern auf. In den ersten Kapiteln gibt es auch immer wieder hilfreiche Rückblicke, sodass man ohne Probleme sofort wieder mitten in der Geschichte ist.


"Die Welt war real, und man war in ihr, hatte kurz dazugehört, aber immerhin dazugehört, und wenn man Glück hatte - und vielleicht sogar, wenn man keins hatte -,  würden die anderen sich an das, was man aus Liebe getan hatte, erinnern." -Seite 83


Neben dem Wiedersehen mit vielen bekannten Charakteren und einen genauen Einblick in deren  aktuelle Lebenssituationen, gibt es auch einige neue Protagonisten, die hier eine größere Rolle spielen. Zudem lernen wir auch Zero genauestens kennen -der Vater der vernichteten Zwölf- der vor über hundert Jahren noch ein ganz normaler Mensch und berühmter Wissenschaftler war. Man erfährt was hinter seiner Wut und dem Rachedurst steckt.


"Stadt der Erinnerungen. Stadt der Spiegel. Bin ich allein? Ja und nein. Ich bin ein Mann mit vielen Nachkommen. Sie liegen im Verborgenen." - Seite 326


Auch der Schreibstil ist wieder beeindruckend. Zwischendurch wird es mal leicht poetisch, dann wieder sehr detailreich, dann wieder schnell, dramatisch und packend. Eine sehr gute Mischung. Sowohl Orte, einzelne menschliche Schicksale und auch alles Weitere wird sehr gut wieder gegeben. Die Handlung ist groß und umfassend, aber nicht unübersichtlich. Obwohl man durch den Klappentext schon einen guten Einblick bekommt, hält dieses Werk einiges an Überraschungen bereit, Sachen womit man überhaupt nicht rechnet. Lasst euch überraschen...
Sehr gut gefällt mir auch das Cover. Mit dem schönen, dunklen Blau und dem Mädchen ist es perfekt gestaltet - genau so stellt man sich Amy vor.


"Er fühlte, wie die Luft sich veränderte. Alles um ihn herum schien innezuhalten. Aber im nächsten Moment erregte etwas seine Aufmerksamkeit - ein Rascheln, hoch oben in einem Pecanbaum am Waldrand. Was sah er da? Vögel waren es nicht; die Bewegung war zu stark." - Seite 534


Mein Fazit: Um es mit den Worten von Stephen King zu sagen: Ein grandioses Finale!
Die lange Wartezeit auf das große Abschlusswerk hat sich mehr als gelohnt. Hier wird es noch einmal richtig spannend, es gibt natürlich ein Wiedersehen mit der liebgewonnenen Heldin: Amy, das Mädchen von Nirgendwo, das tausend Jahre lebte. Der Schreibstil ist locker und sehr verständlich, es wird packend, dramatisch mit unvorhersehbaren Wendungen und einem wahrlich großen Finale! Ein echtes Meisterwerk, dass auf jeden Fall zu meinen Highlights des Jahres gehört. Ganz großes (Lese-)Kino!

Meine Bewertung: 



Titel: Die Passage-Trilogie 3: Die Spiegelstadt
Autor: Justin Cronin
Genre: Dystopie / Fantasy
Seitenanzahl: 992
Verlag: Goldmann
Erstveröffentlichung: 31. Oktober 2016





Die Bücher der Passage-Trilogie:
Band 1 - Der Übergang
Band 2 - Die Zwölf
Band 3- Die Spiegelstadt



  Vielen Dank an das Bloggerportal und Goldmann für das Rezensionsexemplar!

Sonntag, 13. November 2016

Rezension zu "Gilmore Girls - 100 Seiten" von Karla Paul



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Gilmore Girls - Ein Blick hinter die Kulissen

Gilmore Girls ist eine amerikanische Fernsehserie, die die Herzen von Millionen Zuschauern im Sturm erobert hat. Die Story: Lorelai Gilmore wird mit 16 Jahren ungeplant schwanger, überwirft sich mit ihren Eltern und zieht mit ihrer kleinen Tochter in das beschauliche Städtchen Stars Hollow, wo sie sich ein neues Leben aufbaut. Die Serie beginnt 16 Jahre später, als Lorelais fleißige Tochter Rory die Möglichkeit bekommt, eine angesehene Privatschule zu besuchen. Da Lorelai sich die hohen Gebühren aber nicht leisten kann, bittet sie ihre Eltern um Hilfe. Diese übernehmen gerne die Studiengebühren für ihre Enkeltochter - im Gegenzug möchten sie aber wieder enger an Lorelais und Rorys Leben teilhaben. Daher verlangen sie, das Tochter und Enkeltochter ab sofort jeden Freitag zum Abendessen kommen - der Trubel ist vorprogrammiert.

So beginnt die Serie, die in bisher 7 Staffeln und 153 Episoden so manches zu bieten hat. Die mit Spannung erwartete 8. Staffel, die aus 4 Folgen mit je 90 Minuten besteht, wird ab dem 25. November 2016 auf Netflix ausgestrahlt. In diesem schönen Buch wirft Karla Paul einen Blick hinter der Kulissen der so besonderen Fernsehserie. Während des Lesens merkt man, dass es ein richtiges Herzensprojekt ist. Karla erzählt, wie sie die Gilmore Girls kennen und lieben gelernt hat und diese schließlich Teil ihres Lebens wurden.


"Die Gilmore Girls sind ein Zufluchtsort, ein Ort ohne größere Sorgen (wenn Kirk nicht mal wieder vergisst die Ostereier einzusammeln), mit liebevollen Menschen in bunt gestrichenen Holzhäusern und einem Café, in dem immer ein Platz mit einem Stück Kuchen für den Zuschauer frei ist." - Seite 4


Neben interessanten Fakten zur Entstehung der Serie und dem Stammbaum der Familie Gilmore werden in diesem Buch auch Fragen beantwortet, die man sich schon immer gestellt hat, u.a. wie viele Jobs Kirk in den 7 Staffeln wirklich hatte und welche Stadt als Vorlage für das fiktive Stars Hollow diente. Besonders gefallen hat mir die Vorstellung aller wichtigen Personen: Man erfährt nicht nur alles über die schon bekannten Rollen, sondern auch etwas zu den Schauspielern hinter den Figuren und deren Projekte außerhalb von Gilmore Girls.

Doch ich möchte nicht zu viel verraten. Auf den unheimlich gut recherchierten 100 Seiten erfährt man alles wichtige, auch einiges, dass den ein oder anderen eingefleischten Gilmore Girls-Fan doch noch überrascht. Was mir als Buchliebhaberin natürlich auch noch sehr gut gefallen hat, ist die Auflistung der über 300 ins Deutsche übersetzten Bücher, die in den 7 Staffeln erwähnt werden.


"Literatur spielt in der Serie eine mindestens ebenso große Rolle wie die Liebe zu viel Kaffee und Fast Food. Sie verbindet Rory mit ihrem belesenen Großvater sowie dem wilden Jess, und ihre Bücher sind in fast jeder Folge zu sehen." - Seite 55


Mein Fazit: Gilmore Girls. 100 Seiten ist das perfekte Buch für alle Fans der Serie - und solche, die es werden wollen. Ich habe dieses sehr schön geschriebene Werk mit großer Begeisterung gelesen und musste bei vielen von Karlas Ansichten nicken, weil ich ganz ihrer Meinung bin. Man merkt an dem Schreibstil und der sehr guten Recherche, dass es ein echtes Herzensbuch ist - und genau das macht es so besonders. Sehr schön, interessant und lesenswert!


Meine Bewertung: 




Titel: Gilmore Girls. 100 Seiten
Autorin: Karla Paul
Genre: Fernsehserien / Sachbuch 
Seitenanzahl: 100
Verlag: Reclam
Erstveröffentlichung: 11. November 2016


Sonntag, 6. November 2016

Rezension zu "Anonym" von Ursula Poznanski & Arno Strobel


Band 1 um das Ermittlerduo Salomon & Buchholz

Der erste Fall für Kriminalhauptkommissar Oliver Buchholz und seiner neuen Kollegin Nina Salomon hat es in sich: Auf einem Hamburger Fabrikgelände wird eine schlimm zugerichtete Leiche gefunden. Schnell erfahren sie, dass hinter dem entsetzlichen Mord eine Website mit dem Namen  "Morituri" steckt - ein Forum, das ein grausames Spiel treibt: Die Mitglieder können Kandidaten auf eine Liste setzen für die dann abgestimmt wird - dem Gewinner winkt der Tod. Trajan, der Admin der Seite, ist sich seiner Anonymität sicher und glaubt, dass die Polizei ihm niemals auf die Spur kommen wird - denn seine Seite liegt im Darknet, einem nur sehr schwer zugänglichen Bereich im Internet. Für das LKA ist es ein Wettlauf gegen die Zeit, denn schon bald sollen neue Personen zur Wahl gestellt werden.
Buchholz und Salomon -zwei Personen wie sie unterschiedlicher nicht sein können- geraten bei ihren Ermittlungen zwar immer mal wieder aneinander, doch gemeinsam suchen sie fieberhaft nach einer Spur - doch Trajan ist ihnen immer einen Schritt voraus. Währenddessen findet "Morituri" immer mehr Zulauf und nimmt schreckliche Ausmaße an...


"Ich starre auf den Bildschirm. Die Mitgliederzahl des Forums erhöht sich stetig, vor meinen Augen, und das Bewusstsein, dass wir dem machtlos gegenüberstehen, weckt in mir den Wunsch, etwas kaputt zu machen. Vielleicht Buchholz' merkwürdige Designer-Schreibtischlampe, die aussieht wie ein sich im Wind blähendes chromfarbenes Segel." - (Nina Salomon) Seite 49


Der neue gemeinsame Thriller von Ursula Poznanki und Arno Strobel hält, was er verspricht. Schon auf den ersten Seiten wird es spannend. Kriminalhauptkommissar Oliver Buchholz, immer korrekt gekleidet und stets darauf bedacht, einen guten Eindruck zu machen, trifft erst am Tatort auf seine neue Kollegin Nina Salomon, die aus Bremen nach Hamburg versetzt wurde. Und sie ist das genaue Gegenteil von ihm: Lässig gekleidet, wird schnell mal etwas lauter und nimmt kein Blatt vor dem Mund. Genau das macht die gemeinsamen Ermittlungen hier sehr interessant: Denn auch wenn ihre Meinungen bei Ermittlungsvorgängen manchmal etwas auseinander gehen, so werden sie doch nach und nach zu einem guten Team. Denn der Fall hat es in sich: Eine Website, tief verborgen im Darknet, auf der man Personen für einen Mord nominieren kann. Sie können nicht ahnen, wie dramatisch sich die Sache noch zuspitzen wird...

Sehr besonders ist hier der Schreibstil: Das Buch ist in der Ich-Perspektive geschrieben, und zwar im Wechsel aus Buchholz' und Salomons Sicht. Anfangs vielleicht etwas verwirrend, doch man findet sich schnell sehr gut zurecht. Die Schreibweise passt sehr gut, denn so erfährt man immer genau, was beide über das jeweilige Geschehen denken und lernt die beiden Charaktere immer besser kennen. Auch gibt es ein paar kurze Zwischenspiele, wo man den Täter, der Admin des Forums, kennen lernt und einen Einblick in einen erschreckenden Abgrund bekommt.


"Ich bin aufgewühlt, kann nicht einschlafen. Zu viele Dinge, die mich nicht zur Ruhe kommen lassen. Der Mord. Dieses Forum, dessen Betreiber, die Gründe für sein Tun." (Oliver Buchholz) Seite 89


Mein Fazit: Ein gelungener Thriller mit einem sehr interessanten Ermittlerduo. Von der ersten Seite an packend, mit einem ganz besonders grausamen Fall. Besonders die Details über das bizarre Forum und dessen Anonymität wird hier sehr unheimlich wiedergegeben. Die Handlung bleibt durchweg spannend und nimmt zum Ende nochmal richtig Fahrt auf - dieses hält so einige Überraschungen bereit! Ein Pageturner, erschreckend, unheimlich und sehr lesenswert.

Meine Bewertung: 





Titel: Anonym
Autoren: Ursula Poznanski, Arno Strobel
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 384
Verlag: Rowohlt
Erstveröffentlichung: 21. September 2016


Die Bücher um das Ermittlerduo Salomon & Buchholz:
Band 1 - Anonym
Band 2 - Invisible





Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar!