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Interessante Fakten und Unterhaltsames aus dem aktuellen Erdzeitalter
John Green verbindet sein eigenes Leben mit den großen Fragen der Menschheit: Was hat ein Teddybär mit Macht und Ohnmacht zu tun oder das Googeln mit unserer Endlichkeit? Mit seinem Blick für Seltsames, Wichtiges und Überraschendes bewertet John Green die menschengemachte Gegenwart auf einer Skala von 1 bis 5.
Das Anthropozän ist das aktuelle Erdzeitalter, in dem wir den Planeten grundlegend verändern. John Green versammelt Facetten dieser Epoche: Seine absurden, erhellenden und ganz persönlichen Funde spiegeln unser Leben mit allen Höhen und Tiefen.
Ob Monopoly oder Pest, Klimaanlage oder Internet, Super Mario Kart oder Sonnenuntergänge –
Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen? erzählt mit großer Leichtigkeit von unserer Lebenswirklichkeit und den existentiellen Erfahrungen des Menschseins.
(Quelle: Auszug aus dem Klappentext - Hanser-Verlag)
„…ich weiß, dass wir Menschen zur Selbstüberschätzung neigen, aber ich finde, wir sind bei weitem das Interessanteste, das je auf der Erde passiert ist. Man vergisst zu leicht, wie wundersam Menschen sind, wie eigenartig und liebenswert.“ (aus DIE ZEITLICHE VERBREITUNG DER MENSCHHEIT)– Seite 31
Als begeisterte Leserin der Romane von John Green war ich dementsprechend gespannt auf sein neues Buch – dieses ist kein Roman, sondern ein Sachbuch. Schon der Titel Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen? ist besonders – genau so wie der Inhalt des Buchs. Es ist kein klassisches Sachbuch, sondern eine Sammlung von Essays, die unterschiedlicher nicht sein können: Von unserer Fähigkeit zu Staunen über die regelmäßige Wiederkehr des Halleyschen Kometen, von entdeckten Höhlenmalereien über Dr. Pepper bis hin zu besonderen Orten: John Green widmet sich hier verschiedenen Themen mit einer leichten und angenehmen Erzählweise. In den meisten Essays erzählt der Autor auch immer wieder von sich selbst – die Mischung aus interessanten und gut recherchierten Fakten, eigenen Erfahrungen und Momentaufnahmen aus seinem Leben ist ihm sehr gut gelungen.
Anfangs erfahren wir, wie ihm die Idee zu diesem außergewöhnlichen Buch kam. Zudem erläutert er den Begriff Anthropozän nochmal etwas genauer und wie die Erde vor vielen Jahrmillionen schon ohne uns existiert hat. Besonders die Essays über bestimmte Tiere und der Natur sind sehr lesenswert und zeigen oft auf, wie sich unsere Welt verändert. Besonders hier ist auch, dass er auf das Thema Bewertungen und die Fünf-Sterne-Skala näher eingeht und am Ende eines jeden Kapitels eine Sternebewertung hinterlässt. Gut gewählt sind auch die Zitate, die immer wieder auftauchen:
Herman Melville bezeichnete Weiß einmal als „farblose Allfarbe“. Er schrieb, dass Weiß „die Schatten von herzlosen Leeren und Unermesslichkeiten des Universums vorauswirft“. Die Bonneville Salt Flats sind sehr, sehr weiß. (aus DIE BONNEVILLE SALT FLATS) – Seite 203
Die einzelnen Geschichten sind immer nur wenige Seiten lang und nie zu ausschweifend. Neben unterhaltsamen Abschnitten mit interessanten und unterhaltsamen Details gibt es auch Kapitel, die nachdenklich stimmen. Eine gute Mischung.
„Die Menschen sind in der Geschichte dieses Planeten nicht die Protagonisten. Wenn es eine Hauptfigur gibt, dann ist es das Leben selbst, das aus Erde und Sternenlicht mehr macht als Erde und Sternenlicht.“ (aus DIE BONNEVILLE SALT FLATS) – Seite 203
Am Ende des Buches gibt es noch einen ausführlichen Anhang zu jedem Essay, wo John Green für Interessierte weiterführende Literatur zu dem jeweiligen Thema empfiehlt.
Mein Fazit: Ein sehr gelungenes Sachbuch, das aus einer besonderen Sammlung von Essays besteht. Die einzelnen Themen rund um das Leben auf der Erde können unterschiedlicher nicht sein, doch gerade das macht das Buch so interessant: Jedes Essay enthält eine Mischung aus Fakten und der eigenen Sichtweise von John Green. Mal unterhaltsam und mal nachdenklich, aber immer sehr lesenswert. Ein tolles Buch für zwischendurch!
Meine Bewertung:
Titel: Wie hat Ihnen das Anthropozän bis jetzt gefallen?
Autor: John Green
Genre: Sachbuch
Seitenanzahl: 320
Verlag: Hanser
Erstveröffentlichung: 18. Mai 2021
Das versprochene Printbuch kam dann auch noch. :-)



