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Ein Dieb auf gefährlicher Mission...
Im Jahr 1683: In Europa gibt es ein neues Getränk, das inzwischen
jeder begehrt: Kaffee. In Kaffeehäusern treffen sich Philosophen, Künstler,
Dichter und Händler um bei einer Schale Kaffee alles wichtige zu besprechen.
Doch die wertvolle Bohne ist nicht nur beliebt, sondern auch sehr teuer - die
Osmanen haben das Monopol darauf. Sie wachen streng darüber, auf Diebstahl der wertvollen
Kaffeebohnen steht der Tod.
Auch der junge Engländer Obediah Chalon ist regelmäßiger
Gast in den Kaffeehäusern Londons und geht dort seinen Geschäften nach. Doch
nachdem er sich an der Börse verspekuliert hat und auch einiges andere
schiefgelaufen ist, führt ihn sein Weg nach Amsterdam. Dort wird Obediah ein
Angebot gemacht, das er unmöglich ausschlagen kann - den nur damit kann er
seinen drohenden Ruin abwenden. Er soll
den Türken den Kaffee klauen. Auch wenn die Gefahr, erwischt zu werden, sehr
hoch ist, bereitet Obediah akribisch die gewagte Expedition vor. Zusammen mit
einer ausgewählten Truppe begibt er sich
schließlich auf die abenteuerliche Reise - ohne zu wissen, ob er und seine
Gefährten diese überleben werden....
"Obediah ging weiter, bis er 'Jonathan's Coffee House' erreichte. Als er den bis zum Bersten gefüllten Raum betrat, schlugen ihm die Aromen von Tabak, Kaffee und Aufregung entgegen." -Seite 23
Der Kaffeedieb spielt Ende des 17. Jahrhunderts und ist ein
historischer Roman, der einige Abenteuer bereithält. Im Mittelpunkt steht der Kaffee
- das neue Getränk, das jedermann in den unzähligen Kaffeehäusern konsumiert. Schnell
bekommt man einen sehr guten Einblick in die damalige Zeit und dessen Flair: Ob
es der Handel, die Korrespondenz, die Ausdrucksweise oder die Bekleidung ist -
alles wird hier detailreich beschrieben.
Ich musste mich anfangs zwar erst an den Schreibstil und an
die Fremdwörter gewöhnen, doch mithilfe
des Glossars hinten im Buch findet man sich schließlich gut zurecht. Neben der
interessanten Hauptfigur Obediah Chalon, der den Leser immer wieder durch sein
Handeln in Staunen versetzt, gibt es noch eine Reihe weiterer, sehr
unterschiedlicher Personen. Genau diese heuert Obediah für seine Mission an,
die alles andere als ungefährlich ist - Er will den Osmanen ihr Monopol
abluchsen und die wertvollen Kaffeebohnen stehlen. Neben der abenteuerlichen
Expedition gibt es noch einen weiteren Handlungsstrang, denn Obediahs Aktivitäten
bleiben nicht unbemerkt...
Beide Wege sind interessant zu verfolgen. Auch wenn die
Geschichte in der ersten Hälfte des Buches ein paar Längen aufweist und sich
dadurch manchmal etwas verliert, wird es in der zweiten Hälfte wieder richtig spannend.
Sehr gut gefallen haben mir die beiden abgebildeten Karten
vorne und hinten im Buch. So kann man sich sowohl über die Reiseroute, als auch
über die damalige Länderverteilung ein sehr gutes Bild machen.
"Der Anführer dieser Expedition muss einen messerscharfen Verstand besitzen, Beziehungen zu Personen mit vielerlei Talenten haben und die neuesten naturphilosophischen Errungenschaften kennen. Ihr seid der perfekte Mann für die Aufgabe." -Seite 57
Mein Fazit: Ein sehr lesenswerter historischer
Abenteuerroman mit einem wirklich interessanten Hauptthema: Der Kaffee. Die
damalige Zeit wird wunderbar geschildert und nach kleinen Längen am Anfang wird
es in der zweiten Hälfte sehr packend. Die Geschichte nimmt an Fahrt auf, ist
nach kleinen Anfangsschwierigkeiten gut verständlich und überrascht mit einem
interessanten Verlauf. Auch das Abenteuer kommt hier nicht zu kurz. Trotz
kleiner Kritikpunkte hat mir dieses Buch insgesamt sehr gut gefallen. Wer mal
einen etwas anderen historischen Roman mit großem Abenteuer lesen möchte, dem
kann ich Der Kaffeedieb sehr empfehlen!
Meine Bewertung:
Titel: Der Kaffeedieb
Autor: Tom Hillenbrand
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 480
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Vielen Dank an Kiepenheuer & Witsch für das Rezensionsexemplar!

Danke für Deine Rezi, ich werde das Buch im Hinterkopf behalten,,,,
AntwortenLöschenHerzlich
Angela - Angie*