Dienstag, 30. November 2021

Rezension zu "Der Pfau" von Isabel Bogdan

 

Zum Buch

Die Geschichte des verrückten Pfaus


'Einer der Pfauen war verrückt geworden.' Dummerweise geschieht das gerade, als Chefbankerin Liz und ihre vierköpfige Abteilung sich mitsamt einer Psychologin und einer Köchin zum Teambuilding in die ländliche Abgeschiedenheit der schottischen Highlands zurückgezogen haben. Der verrückt gewordene Pfau, das rustikale Ambiente und ein spontaner Wintereinbruch sorgen dafür, dass das Wochenende ganz anders verläuft als geplant. So viel Natur sind die Banker nicht gewohnt.
Isabel Bogdan, preisgekrönte Übersetzerin englischer Literatur, erzählt in ihrem ersten Roman pointenreich und überraschend von der pragmatischen Problemlösung durch Lord McIntosh, von der verbindenden Wirkung guten Essens und einer erstaunlichen Verkettung von Ereignissen, die bald keiner der Beteiligten mehr durchschaut.
(Quelle: Klappentext - KiWi-Verlag)


„Einer der Pfauen war verrückt geworden. Vielleicht sah er auch nur schlecht, jedenfalls hielt er mit einem Mal alles, was blau war und glänzte, für Konkurrenz auf dem Heiratsmarkt.“ – Seite 7


…mit diesem Satz beginnt das wunderbar-komische Buch von Isabel Bogdan, das erstmals im Februar 2016 veröffentlicht wurde. Angesiedelt in einem kleinen abgelegenen Tal am Fuße der schottischen Highlands betreiben Lord und Lady McIntosh auf ihrem weitläufigen Grundstück mehrere Feriencottages. Alles ist friedlich und idyllisch – bis auf einen Pfau, der plötzlich auf alles, was blau schimmert, ziemlich aggressiv reagiert – besonders gefährdet sind daher blau glänzende Autos von Feriengästen.

„Der Pfau war noch jung (…), und die McIntoshs nahmen an, dass es sich um eine pubertäre Hormonverwirrung handelte. Das einzig Blaue, was der Pfau nicht angriff, waren die anderen Pfauen. Sie waren auch die einzigen, die sich wehrten.“ – Seite 22


Nun hat sich hoher Besuch angekündigt: Liz, die Chefin der Investmentabteilung einer Londoner Bank, hat den Westflügel des Herrenhauses für ein verlängertes Wochenende gemietet – zum besseren Teambuilding. Ende November reisen sie schließlich an: Neben Liz und den vier Mitarbeitern Andrew, David, Bernard und Jim sind noch eine extra engagierte Köchin und eine Psychologin mit dabei, die die Teambuildingmaßnahme begleiten soll.
Die Mitarbeiter betrachten das gemeinsame Wochenende in der Natur eher kritisch:

„Jim war so gut gelaunt wie immer, die Chefin so schlecht wie immer, und Bernard scharwenzelte um sie herum wie ein Borkenkäfer um eine Pheromonfalle.“ – Seite 116


Schließlich taucht auch der verrückte Pfau auf der Bildfläche auf - dieses löst schließlich eine Aneinanderreihung von Ereignissen aus, aus denen jeder andere Schlüsse zieht. Schließlich nimmt das urkomische Drama mit seinen Verstrickungen seinen Lauf…

Dieser Roman hat mir von der ersten Seite an gefallen: Herrlich schräg, locker geschrieben in Kombination mit besonderem Humor und etwas Ironie lässt sich die Geschichte um die Bänker, den McIntoshs und dem verrücken Pfau sehr gut verfolgen. Der Weg des Pfaus nimmt eine überraschende Wendung und zieht sich durch den ganzen Roman – auf unterschiedliche Weise.
Die verschiedenen Figuren sind sehr gut gezeichnet – besonders die Köchin Helen tritt interessant in den Vordergrund, auch machen alle Anwesenden an diesem verschneiten Wochenende eine Veränderung durch. Das Ende hält besonders auf der letzten Seite eine Überraschung bereit, die einen schmunzeln lässt...


Mein Fazit: Eine unterhaltsame und herrlich schräge Geschichte, die einen interessanten Verlauf nimmt. Locker, humorvoll und mit etwas Ironie erzählt Isabel Bogdan hier von einem Wochenende, das anders verläuft als geplant und zudem noch ein verrückter Pfau eine zentrale Rolle spielt. Ein schönes Buch für zwischendurch, dass mir mit seinem leichten Stil gut gefallen hat.


Meine Bewertung:





Titel: Der Pfau
Autorin: Isabel Bogdan
Genre: Roman
Seitenantahl: 256
Verlag: Kiepenheuer & Witsch (HC) / Insel (TB)
Erstveröffentlichung: 18. Februar 2016



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