![]() |
| Zum Buch |
Den Weg auf den Geigenolymp hat sich David Garrett hart erarbeitet. Seine Kindheit war geprägt von Disziplin und täglicher Arbeit gemeinsam mit seinem Vater. Dieser förderte sein Talent, unterstützte ihn und war gleichzeitig ehrgeiziger Motor und Antrieb. Bereits als Zehnjähriger stand David Garrett mit den größten internationalen Orchestern auf der Bühne und spielte später, als Jugendlicher, alle bedeutenden Werke der klassischen Musik, bis er sich mit Anfang zwanzig aus der Zwangsjacke seiner Wunderkind-Existenz befreite und zum Studium nach New York ging. Dort legt er den Grundstein für ein neues Genre der Klassik, den Crossover, in dem er virtuose Geigenmusik mit aktueller Popmusik verbindet – was ihn bekannter macht als je zuvor. Damit verkörpert er geradezu exemplarisch die mühsame Suche eines jungen Menschen nach dem eigenen Weg und dem wahren Leben und findet für dieses Problem eine ganz eigene Lösung: völlige Hingabe an das, was ihn als Person genauso gut hätte zerstören können – die Musik. Wir erleben seine Welt aus der Innenperspektive, das Gute-Wahre-Schöne gepaart mit Schweiß und Tränen.
(Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe - Heyne Verlag)
Wenn ihr wüsstet ist die Autobiografie von David Garrett – auf knapp 370 Seiten bekommen wir einen sehr persönlichen Einblick in sein außergewöhnliches Leben. Bereits im Alter von vier Jahren beginnt er, Geige zu spielen. David nimmt uns mit auf eine Reise in seine Kindheit und berichtet ausführlich von seinem Alltag, der geprägt war von stundenlangem Üben und absoluter Disziplin.
„Aber den Ausschlag für meine Beharrlichkeit damals hat meine Liebe zur Musik gegeben. Schon als Kind hatte ich keinen Zweifel: Musik ist der großartige Sinn und Zweck des Lebens. Also egal, wie niedergeschlagen, wie verzweifelt oder erschöpft ich war – die Musik hat mich jedes Mal in ihre Arme genommen, getröstet und wieder aufgerichtet.“ – Seite 31, eBook
Sehr interessant sind auch die Kapitel, in denen er von seinem „neuen“ Leben in New York erzählt: Im Jahr 2001 verlässt David sein Elternhaus in Aachen und zieht nach New York, um vier Jahre lang an der berühmten Juilliard-School zu studieren. Auch widmet er einigen Kapiteln verschiedenen Lehrern, Künstlern und bekannten Dirigenten, mit denen er arbeiten und lernen durfte.
Wie sein Leben nach dem Studium verläuft - von Freundschaften und Beziehungen bis hin zum Durchbruch mit Millionen verkaufter Platten und ausverkauften Tourneen – ist sehr spannend zu verfolgen. Es gibt Auf und Abs, Glück und Einsamkeit…
Das Buch lässt sich flüssig lesen – es ist locker geschrieben, gleichzeitig klar und detailreich. Neben Davids außergewöhnlicher Lebensgeschichte bekommt man auch seinen sehr interessanten Einblick in die Welt der Geigen – von den berühmtesten Geigenbauern über Stile, Größe und Besonderheiten des Instruments – selbst für diejenigen, die sich mit der Geige nicht auskennen (wie ich) ist alles sehr gut verständlich geschildert mit interessanten Fakten.
„Ich liebe Geigen, sie üben auf mich eine unwiderstehliche Faszination aus, und nicht allein wegen der Musik – es ist die Geige selbst, von der ich nicht loskomme, weil ich zu viel mit ihr erlebt habe, Schreckliches und Schönes, und wer mich verstehen will, der muss dieses Instrument verstehen (…)" – Seite 20, eBook
Neben Fotos im Buch selbst gibt es noch eine Besonderheit: Am Ende eines jeden Kapitels findet man einen QR-Code. Dahinter verbirgt sich noch weiteres, bisher noch unveröffentlichtes Zusatzmaterial in Form von Videos, Fotos und Berichten. Eine sehr coole Idee.
In insgesamt 45 Kapiteln lässt er sein Leben Revue passieren – von positiven und weniger erfreulichen Erfahrungen, von Glücksmomenten bis hin zu harter Disziplin und einem hohen Erwartungsdruck:
„Rückblickend sage ich mir, dass ich ohne diesen Druck niemals das Niveau erreicht hätte, auf dem ich heute Geige spiele. (…) Mit anderen Worten: Heute weiß ich, dass alles richtig war, auch wenn vieles falsch war.“– Seite 17, eBook
Mein Fazit: In seiner Autobiografie gibt Stargeiger David Garrett einen sehr persönlichen Einblick in sein außergewöhnliches Leben. Neben privaten und beruflichen Erlebnissen gibt es von ihm auch interessante Einblicke in die Geschichte des Geigenbaus und natürlich alles Wichtige rund um das Instrument selbst. Man bekommt einen breit gefächerten Einblick in seine Lebensgeschichte, dazu gibt es eine Menge Bonusmaterial. Sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Wenn ihr wüsstet - die Autobiografie
Autoren: David Garrett / Leo. G. Linder
Genre: Biografie
Seitenanzahl: 368
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: 08. März 2022

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen