![]() |
| Zum Buch |
Das Wunder in der Weihnachtsnacht
Der alte Scrooge ist ein skrupelloser Geschäftsmann und ein allseits bekannter Weihnachtshasser. So sitzt er am Heiligabend allein in seinem Büro, friert und ärgert sich darüber, dass alle Welt so glücklich ist. Wer hätte gedacht, dass er in ebendieser Nacht unerwarteten Besuch von den Geistern der Weihnacht bekommt? Sie führen Scrooge auf eine Reise in die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, die ihm nach und nach die Augen und das Herz öffnen soll. Ob das in einer einzigen Weihnachtsnacht gelingt? Auf Scrooge und die Geister wartet eine große Herausforderung.
(Quelle: Klappentext - Dressler Verlag)
Eine Weihnachtsgeschichte von Charles Dickens (1812-1870) ist neben Oliver Twist und David Copperfield wohl eines seiner bekanntesten Werke. Erstmals erschienen im Jahr 1843, wurde der berühmte Klassiker mehrmals verfilmt und ist in vielen verschiedenen Buchausgaben verfügbar. Ich habe die aktuelle Ausgabe aus dem Dressler-Verlag gelesen, die im Jahr 2020 veröffentlicht wurde.
In der 144 Seiten umfassenden Geschichte geht es um den alten Ebenezer Scrooge, der als Geizhals und Leuteschinder bekannt ist. Am Heiligabend sitzt er allein, missmutig und schlechtgelaunt in seinem Büro und ärgert sich über alle anderen Menschen, die die Feiertage glücklich im Kreis der Familie verbringen. Doch diese besondere Nacht wird sein ganzes Leben ändern: Plötzlich bekommt er nicht nur Besuch von dem Geist seines verstorbenen Teilhabers Jakob Marley, der ihm einiges vor Augen führt, sondern auch von den drei Geistern der Weihnacht. Diese begeben sich mit Scrooge auf eine besondere Reise: zunächst geht es in die Vergangenheit, dann in die Gegenwart und schließlich in eine Zukunft, die Scrooge für immer verändern wird…
„Scrooge ließ den Kopf hängen, als er den Geist seine eignen Worte zitieren hörte, und wurde von Reue und Schmerz überwältigt.“ – Seite 52, eBook
Der Schreibstil hat diese besondere Note die allen älteren Werken anhaftet, dennoch lässt sich das Buch sehr gut lesen. Es ist eine zeitlose Geschichte, die sehr gut beschreibt, wie wichtig Fürsorge, Mitgefühl und Menschlichkeit ist.
Zunächst habe ich einen kurzen Moment gebraucht, um in die Geschichte einzutauchen. Doch als die Geister Scrooge mit auf ihre Reisen zu verschiedensten Orten mitnehmen, hat mich diese gepackt. Es geht in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft mit detailreichen und sehr gut geschilderten Momentaufnahmen, die eine ganz besondere Atmosphäre wiedergeben. Auch die drei Geister könnten von ihrer Erscheinung unterschiedlicher nicht sein – besonders in der Zukunft wir es etwas düster. Doch hier liegt es in Scrooges Hand, diese zu verändern.
„Der Geist der vergangenen Weihnachten hatte Scrooge daran erinnert. Als diese Weise ertönte, stieg wieder alles, was jener ihm gezeigt hatte, im Geiste vor ihm auf. Er wurde immer weicher gestimmt und dachte: Hätte er ihr vor Jahren öfters lauschen können, würde er von selbst und zu seinem eigenen Besten im Leben mehr Wohltaten erwiesen haben, ohne dass Jakob Marley erst hätte sterben und ihm wieder erscheinen müssen.“ – Seite 59, eBook
Unbedingt erwähnenswert ist noch die Buchgestaltung: Neben einem sehr gelungenen Cover gibt es hier noch wunderschöne Illustrationen von Cornelia Haas. Auch in der eBook-Variante kommen diese sehr gut zur Geltung. Zudem gibt es noch ein interessantes Nachwort von Sybil Gräfin Schönfeldt über das Leben und dem Werk des Autors.
Mein Fazit: Ein zeitloser Weihnachtsklassiker - schön, bewegend und regt zum Nachdenken an. Auf nur 144 Seiten hat Charles Dickens eine Geschichte erschaffen, die viele wichtige Botschaften enthält, gleichzeitig aber auch eine besondere Atmosphäre mit detailreich geschilderten Momentaufnahmen wiedergibt. Das Ende ist natürlich wie erwartet und sehr stimmig. Eine schöne Weihnachtsgeschichte!
Meine Bewertung:
Titel: Eine Weihnachtsgeschichte
Autor: Charles Dickens
Illustratorin: Cornelia Haas
Übersetzt von: Curt Noch
Genre: Klassiker / Weihnachtsgeschichte
Seitenanzahl: 144
Verlag: Dressler / Oetinger
Erstveröffentlichung: 1843
Neuveröffentlichung: 21. September 2020

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen