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Spielzeug und dessen Magie
Jedes Jahr pünktlich zum ersten Winterfrost öffnet ein ganz
besonderer Spielzeugladen seine Türen. Dahinter erwartet die Besucher das Wunderland
von Papa Jacks Emporium: Spielzeug, soweit das Auge reicht – und alles ist einem
magischen Zauber versehen.
Es ist November im Jahr 1906: Als die 15-jährige Cathy auf eine
besondere Zeitungsannonce von Papa Jacks Emporium stößt, schöpft sie wieder
Hoffnung. Denn die junge Frau ist alleinstehend und sucht dringend ein neues
Zuhause - sie ist schwanger. So macht sie sich auf die Reise nach Mayfair und
hofft auf eine Anstellung in Londons magischstem Spielzeugladen. Cathy ist sofort
überwältigt von dem, was sie in diesem Geschäft entdeckt und ist glücklich,
dort arbeiten zu dürfen. Doch schon bald gerät sie zwischen die Fronten von
Papa Jacks Söhnen: Kaspar und Emil wetteifern um Cathys Gunst…
Als Jahre später der Erste Weltkrieg ausbricht, ist
plötzlich vieles anders – kann das Emporium auch in dieser schweren Zeit
bestehen bleiben?
„Es gibt viel zu sehen. Was von außen wie ein bescheidenes kleines Geschäft gewirkt hat, entpuppt sich als weitläufiges Labyrinth. Auf in den Boden eingelassene Schienen gleitet eine Miniaturlokomotive an ihm vorbei, gleich dahinter teilen sich die einzelnen Gänge in Dutzende weitere auf, die wild übereinandergestapelten Etagen wirken wie die optische Täuschung eines Meistermathematikers.“ – Seite 9/10, eBook
Schon auf den ersten Seiten dieses Buches wird man vom
Zauber des besonderen Spielzeugladens eingenommen, der hier die Hauptrolle
spielt. Papa Jacks Emporium – eine Welt voller Wunder und Magie, die nur in der
Winterzeit geöffnet hat. Besonders gefallen haben mir die vielen detailreichen
Beschreibungen dieses besonderen Schauplatzes – auch die magischen Spielzeuge
sind toll: Ob es Papierbäume sind, die aus Pappschachteln sprießen,
Patchworkhunde oder Spielzeugsoldaten – alles wird hier wundervoll beschrieben.
Doch die Hauptfigur hier ist die anfangs 15-jährige Cathy.
Sie ist schwanger und weißt nicht wohin. So kommt sie über eine geheimnisvolle
Annonce schließlich in das Emporium. Schnell lernt sie die beiden Brüder Kaspar
und Emil kennen, die in einer ganz eigenen Welt zu leben scheinen. Doch beide
suchen ihre Aufmerksamkeit…
Die Handlung geht über viele Jahre – auch der Erste
Weltkrieg spielt hier eine Rolle. In dieser Zeit verändert sich für Cathy und
das Emporium vieles. Die Handlung nimmt vor allem im letzten Drittel einen sehr überraschenden
Verlauf – und ein noch überraschenderes Ende.
Der Schreibstil ist flüssig und detailreich – der Autor
schafft es, den Leser zu begeistern. Doch neben dem Magischen findet man hier
auch ernstere Abschnitte, die eher traurig sind. Die Charaktere lernt man besonders
zum Anfang hin sehr gut kennen. Auch wenn mir die Zeitsprünge manchmal etwas zu
groß waren, ist sie Handlung spannend und interessant zu verfolgen. Auch
erfährt man, wie das Emporium schließlich seinen Anfang nahm.
„Die Lichter sind kaum größer als Stecknadelköpfe und so weiß wie die Schneeflocken, und doch kann man den Blick nicht von ihnen wenden. Lichter wie diese können den Bann der Dunkelheit brechen und die zynischsten Menschen verzaubern.“ – Seite 9, eBook
Mein Fazit: Ein wunderbarer Roman voller Magie und
Überraschungen, der sich ganz anders entwickelt, als man zunächst denkt. Im
Mittelpunkt steht ein besonderer Spielzeugladen, der sich jeden Winter in ein
Wunderland verwandelt. Die magischen Elemente wurden hier sehr schön und
detailliert in die Handlung eingefügt – diese ist spannend zu verfolgen und
verbirgt so manche Überraschung. Bis auf winzige Kleinigkeiten ist es eine wundervolle und
außergewöhnliche Geschichte. Lesenswert!
Titel: Die kleinen Wunder von Mayfair
Autor: Robert Dinsdale
Genre: Roman / Fantasy
Seitenanzahl: 464
Verlag: Droemer Knaur
Erstveröffentlichung: 26. September 2018
Vielen Dank an Droemer
Knaur für das Rezensionsexemplar!



