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Sechs Koffer – sechs Geschichten
In jeder Familie gibt es Geheimnisse und Gerüchte, die von
Generation zu Generation weiterleben. Manchmal geht es dabei um Leben und Tod.
In seinem neuen Roman erzählt Maxim Biller von einem solchen Gerücht, dessen
böse Kraft bis in die Gegenwart reicht. Sechs Koffer – die Geschichte einer
russisch-jüdischen Familie auf der Flucht von Ost nach West, von Moskau über
Prag nach Hamburg und Zürich – ist ein virtuoses literarisches Kunststück. Aus
sechs Perspektiven erzählt der Roman von einem großen Verrat, einer
Denunziation. Das Opfer: der Großvater des inzwischen in Berlin lebenden
Erzählers, der 1960 in der Sowjetunion hingerichtet wurde. Unter Verdacht: die
eigene Verwandtschaft. (Quelle: Auszug aus dem Klappentext)
Auf dieses Buch bin ich durch dessen Nominierung für den
deutschen Buchpreis aufmerksam geworden. Die Inhaltsangabe verspricht eine
besondere Geschichte und eine spannende Suche nach der Wahrheit: Es geht um den
Großvater des Erzählers, der im Jahr 1960 aufgrund seiner Schwarzmarkt- und
Devisengeschäfte festgenommen und wenig später hingerichtet wurde. Doch den Enkel
lässt dieser Fall nicht los, denn er ist fest davon überzeugt, dass ein
Familienmitglied Schuld am Tod des Großvaters ist.
Das Buch ist in sechs Kapitel aufgeteilt, in denen der
Erzähler von den einzelnen Familienmitgliedern erzählt. Der Schreibstil bleibt
während der ganzen Handlung gewöhnungsbedürftig: Es ist in der Ich-Perspektive aus
Sicht des Erzählers geschrieben, der aber gleichzeitig auch aus dem Blickwinkel
der einzelnen Familienmitglieder berichtet. Ich habe auf einen spannenden Roman
mit Krimi-Elementen gehofft, doch ich habe irgendwie nicht richtig in die
Handlung herein gefunden - diese ist eher gestückelt und nicht fließend und wechselt
oft zwischen den Jahren hin und her. Dabei ist der Anfang sehr vielversprechend
– denn gerade im ersten Kapitel bekommt man einen guten Einblick in das, was
einen erwartet. Jedoch ließ meine Begeisterung dann schon kurz darauf nach –
mir fehlte einfach der rote Faden und das Ende ist auch eher schwach.
Das Cover finde ich allerdings schön gestaltet – der große
Schriftzug fällt sofort ins Auge.
Mein Fazit: Leider konnte mich Sechs Koffer nicht ganz
überzeugen. Der Anfang hat mir noch gut gefallen – danach verliert sich die vielversprechende
Geschichte leider oft in Nebensächlichkeiten. Die Handlung wirkt gestückelt,
dadurch kam keine richtige Spannung auf. Zudem hat mir einfach der rote Faden
in dem Buch gefehlt. Sehr schade!
Meine Bewertung:
Titel: Sechs Koffer
Autor: Maxim Biller
Genre: Roman
Seitenanzahl: 208
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Vielen Dank an Netgalley für das
Rezensionsexemplar!

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