Montag, 8. Oktober 2018

Rezension zu "Sechs Koffer" von Maxim Biller

Zum Buch

Sechs Koffer – sechs Geschichten

In jeder Familie gibt es Geheimnisse und Gerüchte, die von Generation zu Generation weiterleben. Manchmal geht es dabei um Leben und Tod. In seinem neuen Roman erzählt Maxim Biller von einem solchen Gerücht, dessen böse Kraft bis in die Gegenwart reicht. Sechs Koffer – die Geschichte einer russisch-jüdischen Familie auf der Flucht von Ost nach West, von Moskau über Prag nach Hamburg und Zürich – ist ein virtuoses literarisches Kunststück. Aus sechs Perspektiven erzählt der Roman von einem großen Verrat, einer Denunziation. Das Opfer: der Großvater des inzwischen in Berlin lebenden Erzählers, der 1960 in der Sowjetunion hingerichtet wurde. Unter Verdacht: die eigene Verwandtschaft. (Quelle: Auszug aus dem Klappentext)



Auf dieses Buch bin ich durch dessen Nominierung für den deutschen Buchpreis aufmerksam geworden. Die Inhaltsangabe verspricht eine besondere Geschichte und eine spannende Suche nach der Wahrheit: Es geht um den Großvater des Erzählers, der im Jahr 1960 aufgrund seiner Schwarzmarkt- und Devisengeschäfte festgenommen und wenig später hingerichtet wurde. Doch den Enkel lässt dieser Fall nicht los, denn er ist fest davon überzeugt, dass ein Familienmitglied Schuld am Tod des Großvaters ist.
Das Buch ist in sechs Kapitel aufgeteilt, in denen der Erzähler von den einzelnen Familienmitgliedern erzählt. Der Schreibstil bleibt während der ganzen Handlung gewöhnungsbedürftig: Es ist in der Ich-Perspektive aus Sicht des Erzählers geschrieben, der aber gleichzeitig auch aus dem Blickwinkel der einzelnen Familienmitglieder berichtet. Ich habe auf einen spannenden Roman mit Krimi-Elementen gehofft, doch ich habe irgendwie nicht richtig in die Handlung herein gefunden - diese ist eher gestückelt und nicht fließend und wechselt oft zwischen den Jahren hin und her. Dabei ist der Anfang sehr vielversprechend – denn gerade im ersten Kapitel bekommt man einen guten Einblick in das, was einen erwartet. Jedoch ließ meine Begeisterung dann schon kurz darauf nach – mir fehlte einfach der rote Faden und das Ende ist auch eher schwach.
Das Cover finde ich allerdings schön gestaltet – der große Schriftzug fällt sofort ins Auge.



Mein Fazit: Leider konnte mich Sechs Koffer nicht ganz überzeugen. Der Anfang hat mir noch gut gefallen – danach verliert sich die vielversprechende Geschichte leider oft in Nebensächlichkeiten. Die Handlung wirkt gestückelt, dadurch kam keine richtige Spannung auf. Zudem hat mir einfach der rote Faden in dem Buch gefehlt. Sehr schade! 


Meine Bewertung: 




Titel: Sechs Koffer
Autor: Maxim Biller
Genre: Roman
Seitenanzahl: 208
Verlag: Kiepenheuer & Witsch



Vielen Dank an Netgalley für das Rezensionsexemplar!



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen