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Vom Tod und dem Leben danach…
Der erfolgsverwöhnte Anwalt Wallace Price kennt nur drei Dinge: Arbeit, Arbeit und noch mal Arbeit. Es kommt ihm daher äußerst ungelegen, als er eines Tages tot umfällt und in der Zwischenwelt landet. Dort erwartet ihn der Wächter Hugo, der Wallace auf seine Reise ins Jenseits vorbereiten soll. Doch Wallace ist noch nicht bereit, und so wird ihm Zeit gewährt, um seine Angelegenheiten zu ordnen. Zeit, in der Wallace den wahren Sinn des Lebens entdeckt. Und die Liebe findet...
(Quelle: Inhaltsangabe - Heyne Verlag)
Nachdem mich Mr. Parnassus‘ Heim für magisch Begabte so begeistert hat, war ich demensprechend gespannt auf den neuen Roman von T.J. Klune. Das unglaubliche Leben des Wallace Price hält wieder eine tolle Geschichte und eine interessante Entwicklung der Figuren bereit.
Einer der Hauptfiguren ist der Anwalt Wallace Price – für ihn steht die Arbeit an erster Stelle. Um die Menschen, die ihn umgeben macht er sich nur wenig Gedanken. Als er eines Tages völlig unerwartet stirbt, passt ihm das natürlich überhaupt nicht – er hat ja schließlich noch viel im Büro zu tun.
Wallace findet sich überraschend in einer Zwischenwelt wieder – quasi als eine Art Geist – und wird zu einem Haus gebracht, das schon vom äußeren Erscheinungsbild besonders ist – bunt und schief mit mehreren Stockwerken und einem Teeladen im Erdgeschoss. Betrieben wird dieser von Hugo Freeman, der daneben auch als Fährmann tätig ist und sich den jüngst Verstorbenen widmet. Er hilft den ihnen, sich zu orientieren und gibt ihnen Zeit, sich auf den endgültigen Übergang vorzubereiten.
Wallace ist völlig überfordert – zunächst kann er seinen Tod nicht akzeptieren und sich nicht an seinen aktuellen Zustand als Geist gewöhnen. Doch nach und nach lernt er Hugo und die anderen Bewohner des Hauses besser kennen und erfährt neben manchen Geheimnissen auch Trauriges.
All dieses lässt ihn sein eigenes Ich und sein vergangenes Leben überdenken …
„Rückschau ist ein mächtiges Werkzeug, Wallace. Wir erkennen nicht immer, was wir direkt vor Augen haben, geschweige denn, dass wir es zu schätzen wüssten. Erst wenn wir zurückblicken, sehen wir, was wir schon immer hätten wissen sollen.“ – Seite 166
Genau wie im Parnassus-Roman machen die Figuren eine spannende Entwicklung durch – besonders die Hauptfigur ist später nicht mehr wieder zu erkennen. Das, und die starke Charakterzeichnung der einzelnen so unterschiedlichen Figuren haben mir sehr gut gefallen. Ab und an wird es humorvoll, gleichzeitig wird es auch überraschend berührend mit bewegenden Momenten.
„Die Wolken vor dem Mond zogen sich zurück, und sie sahen einander an in diesem entlegenen Winkel der Welt.“ – Seite 289
Auch das besondere Haus namens Charons Fähre, das auch auf dem großartigen Cover abgebildet ist, spielt eine große Rolle.
Gut erklärt wird auch das Verhältnis zwischen der Welt der Lebenden und dem „Zwischenreich“. Die ganze Handlung entwickelt sich anders, als ich zunächst gedacht hatte und hält einige Überraschungen bereit – dass Ende ist stimmig und passt.
„Wir kommen alle irgendwann einmal vom Weg ab. Und das nicht, weil wir einen Fehler gemacht oder eine falsche Entscheidung getroffen haben. Sondern weil wir so schrecklich und wunderbar menschlich sind.“ – Seite 442
Mein Fazit: Ein wundervolles Buch – humorvoll und gleichzeitig berührend mit schönen Botschaften. Ein gelungenes Wohlfühl-Buch mit toller Fantasy und besonderen Charakteren, die einem schnell ans Herz wachsen. Sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Das unglaubliche Leben des Wallace Price
Autor: T.J. Klune
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 480
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: 11. April 2022


