Sonntag, 8. Mai 2022

Rezension zu "Die schwebende Zitadelle" von David Hair


Zum Buch

Das Erbe der Aldar – Band 1

Ein finsteres Imperium.
Unberechenbare Magie.
Und das Erbe eines legendären Volks, dessen Artefakte im Verborgenen lauern.

Dash Cowley, einst Imperialer Magier, muss aus dem Reich der Bolgravianer fliehen, als seine Familie in Ungnade fällt. Doch das tyrannische Imperium sucht ihn unablässig. Als Dash eine mysteriöse Karte in die Hände fällt, die einen magischen Ort außerhalb der bekannten Länder zeigt, sieht er seine Chance, sich dem Imperium entgegenzustellen. Die Karte zeigt eine Mine, in der sich Istariol verbirgt – ein seltenes Mineral, das ganze Städte zum Schweben bringen kann. Doch der Weg dorthin ist unerbittlich…
(Quelle: Inhaltsangabe - Piper Verlag)



Die schwebende Zitadelle ist der Auftakt einer neuen High Fantasy-Serie von Autor David Hair. Die Handlung spielt in der Welt Shamaya – hier herrschen nach erbitterten Kriegen nun die Bolgravianer und haben ein finsteres Imperium erschaffen. Auch Dash Crowley musste einst fliehen und versteckt sich nun unter falschem Namen mit seiner Tochter Zarelda „Zar“ in einem kleinen Ort namens Teshveld. Eines Tages kommt er in Beitz von geheimen Aufzeichnungen, die einen Ort offenbaren, an dem Istariol zu finden ist, ein seltenes Mineral, das besondere Merkmale hat und mehr wert ist als Gold. Dash schmiedet einen Plan und macht sich mit einer großen Karawane auf dem Weg zu dem Ort, der sich am Rande der bekannten Welt befindet. Doch die Reise läuft oftmals anders als geplant und verlangt ihnen alles ab…

Die Handlung lässt sich von Anfang an sehr gut verfolgen – die Karawane, die Dash Cowley schließlich mobilisiert, besteht aus siebzig Wagen und ca. dreihundert Menschen – bestehend aus Söldnern, Jägern, geflüchteten Dorfbewohnern und deren Familien. Daher gibt es viele Figuren, die unterschiedlicher nicht sein können und so manche/r hat eigene Pläne und Geheimnisse.

Wie meistens bei einer neuen High-Fantasy-Reihe muss man sich erstmal einlesen – nach und nach lernt man die Welt und deren Aufbau, sowie die Hauptfiguren gut kennen. Vorne im Buch ist eine Karte abgebildet, die einen Teil des Landes zeigt. Sehr gut gefallen hat mir, dass Dashs Tochter Zar, die anfangs noch eher unscheinbar wirkt, im Laufe der Geschichte eine zentrale Rolle einnimmt.
Beeindruckend beschrieben wird hier auch die Magie. Diese ist mächtiger als zunächst gedacht- und manchmal auch düsterer…



„Seine Sicht verschwamm, zeigte ihm herbeistürzende Umrisse und Schatten, nicht menschliche Augen und Münder, die sich wie verlaufende Wasserfarben am ganzen Himmel abzeichneten.“
– Seite 199, eBook

„Am Himmel ertönte ein beängstigendes Krachen magischer Macht, einer Erschütterung, die ihre Knochen durchschüttelte und ihre Sinne betäubte.“
– Seite 210, eBook



Auch die Geheimnisse und Mythen um die Aldar werden offenbart. Ihr Erbe ist größer als zunächst gedacht - mit einer Entdeckung, die allen den Atem verschlägt…. Gern hätte ich noch mehr über das Istariol erfahren, aber ich kann mir gut vorstellen, dass das in einer Fortsetzung noch geschehen wird. Das Ende hält nochmal einige Überraschungen bereit und macht neugierig auf weitere Bände.

"…der Abgrund aus tiefer Finsternis, um den sie die ganze Zeit getanzt hatte, kippte ihr plötzlich entgegen.
Und so verlieren wir die Kontrolle, wurde ihr klar (…)"
– Seite 292, eBook


Mein Fazit: Ein spannender Auftakt, der neugierig auf die Fortsetzung macht. Es wird düster und magisch mit vielen unterschiedlichen Charakteren auf einer Reise, die oft anders verläuft als gedacht. Gut geschrieben mit einigen Überraschungen am Ende. Ich vergebe 4,5 Sterne - lesenswert!



Meine Bewertung:





Titel: Das Erbe der Aldar 1 - Die schwebende Zitadelle
Autor: David Hair
Genre: High Fantasy
Seitenanzahl: 480
Verlag: Piper
Erstveröffentlichung: 31. März 2022


Eine weitere Rezension zum Buch findet ihr bei Weltenwanderer.


Vielen Dank an den Piper-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

Dienstag, 3. Mai 2022

Rezension zu "Dschinns" von Fatma Aydemir

 

Zum Buch

Von Geheimnissen und Unausgesprochenem…


Dreißig Jahre hat Hüseyin in Deutschland gearbeitet, nun erfüllt er sich endlich seinen Traum: eine Eigentumswohnung in Istanbul. Nur um am Tag des Einzugs an einem Herzinfarkt zu sterben. Zur Beerdigung reist ihm seine Familie aus Deutschland nach. Fatma Aydemirs großer Gesellschaftsroman erzählt von sechs grundverschiedenen Menschen, die zufällig miteinander verwandt sind. Alle haben sie ihr eigenes Gepäck dabei: Geheimnisse, Wünsche, Wunden. Was sie jedoch vereint: das Gefühl, dass sie in Hüseyins Wohnung jemand beobachtet. Voller Wucht und Schönheit fragt „Dschinns“ nach dem Gebilde Familie, den Blick tief hineingerichtet in die Geschichte der vergangenen Jahrzehnte und weit voraus.
(Quelle: Inhaltsangabe - Hanser Verlag)



DSCHINNS ist der neue Roman der Autorin Fatma Aydemir und überzeugt sofort mit einem detaillierten Schreibstil. Im Mittelpunkt steht die Familie Yilmaz: Nach einem Leben voll schwerer Arbeit hat Hüseyin sich einen Traum erfüllt: Eine Wohnung in Istanbul, in der er seinen Lebensabend verbringen möchte. Doch am Tag des Einzugs stirbt er an einem Herzinfarkt. Seine Familie steht unter Schock und reist sofort von Deutschland in die Türkei. Doch jeder der Familienmitglieder - Hüseyins Frau Emine und die vier mittlerweile erwachsenen Kinder Sevda, Hakan, Perihan und Ümit - hat seine ganz eigene Geschichte – von Geheimnissen, Wünschen und traurigen Geschehnissen, die nach und nach an die Oberfläche kommen…

„Es gibt Gedanken, die nur im Dunkeln zu uns kommen.“ – Seite 132, eBook


Das Buch ist in sechs Abschnitte aufgeteilt – jedem der Familienmitglieder ist ein Abschnitt gewidmet, angefangen mit Hüseyin und abgeschlossen mit seiner Frau Emine. Ihre beiden Kapitel sind in einem anderen, speziellen Erzählstil geschrieben als die der Kinder. Die längeren Abschnitte in der Mitte sind den vier Kindern gewidmet, von denen jede*r Trauriges erlebt hat, dass tiefe Wunden hinterlassen hat und über die immer geschwiegen wurde.

„In dieser Familie wird niemals laut gestritten. In dieser Familie kämpft man immer so: mit bedeutungsvollen Blicken und abgewandten Augen, mit lauter Dingen, die nie ausgesprochen werden und darum umso schwerer in der Luft liegen, weil alle wissen, wovon das Nicht-Gesagte erzählt und gegen wen es sich richtet.“ – Seite 213, eBook


Nach und nach legt die Autorin die einzelnen Lebensgeschichten der Charaktere frei und offenbart dramatisches, trauriges und auch berührendes. Gerade am Ende kommen noch ungeahnte Geheimnisse ans Licht.

„Sie tut so, als sei nichts. Vielleicht sind das die Dschinns, die Wahrheiten, die immer da sind, die immer im Raum stehen, ob man will oder nicht, aber die man nicht ausspricht, in der Hoffnung, dass sie einen dann in Ruhe lassen, dass sie im Verborgenen bleiben für immer.“ – Seite 149/150, eBook


Beeindruckend ist der Schreibstil – detailreich und sehr bewegend erfährt man nach und nach die gesamte Familiengeschichte, die vieles offenbart und ans Herz geht. Auch das Ende ist so ganz anders als erwartet…


Mein Fazit: Ein bewegender Roman, der mit einem beeindruckenden und intensiven Schreibstil überzeugt. Eine Familiengeschichte mit sehr gut ausgearbeiteten Charakteren, in der nach und nach Geheimnisse ans Licht kommen und verborgene Risse sichtbar werden. Oft sehr traurig, gleichzeitig aber auch fesselnd und sehr lesenswert.


Meine Bewertung:




Titel: Dschinns
Autorin: Fatma Aydemir
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 368
Verlag: Hanser
Erstveröffentlichung: 14. Februar 2022


Sonntag, 1. Mai 2022

Monatsrückblick April 2022

 



Hallo ihr Lieben,

im April gab es wieder einige Highlight-Bücher: Begeistert haben mich die sehr bewegenden Romane  Die Wut, die bleibt von Mareike Fallwickl und Das mangelnde Licht von Nino Haratischwili.

Sehr gefreut habe ich mich auch auf das neue Buch von T.J. Klune. Das unglaubliche Leben des Wallace Price gehört mit zu meinen Monatshighlights. Zum Roman gab sogar ein schönes Poster, das gefaltet im Buch lag.





Zudem habe ich meinen ersten Roman von Tad Williams gelesen und bin nach der Vorgeschichte Brüder des Windes nun umso gespannter auf die Reihe Das Geheimnis der Großen Schwerter.
Der letzte Roman des Monats war Der Morgenstern von Karl Ove Knausgard - hier hat mich der bildgewaltige Schreibstil begeistert.

Dann war für uns BuchliebhaberInnen am 23. April ja noch einen ganz besonderen Tag: Der Welttag des Buches. <3 Ich hoffe, ihr hattet einen schönen Tag!
Da ich an diesem Tag zufällig auch Geburtstag habe, sind wieder ein paar Buchgutscheine bei mir eingezogen. Einen Teil habe ich in der letzten Woche für vier ganz besondere Bücher eingelöst, die schon lange auf der Wunschliste standen:





Ich freue mich schon darauf, diese bald zu lesen!


Neuigkeiten zu #22für2022
Im April habe ich zwei Bücher von meiner Liste gelesen:

  • Nino Haratischwili - Das mangelnde Licht
  • T.J. Klune - Das unglaubliche Leben des Wallace Price

Aktueller Stand: 10/22 Bücher. Meine Leseliste findet ihr hier: #22für2022 - Meine Leseliste




Die Monatsstatistik:

Mein Lesemonat in Zahlen

6 gelesene Bücher
3.280 gelesene Seiten
durchschnittlich 109 gelesene Seiten pro Tag


Bewertungen
3 x 5 Sterne
3 x 4 Sterne


Gelesene Bücher im April

Mareike Fallwickl - Die Wut, die bleibt
Ein schonungslos ehrlicher und bewegender Roman, den man nicht so schnell vergisst. Aufrüttelnd und sehr lesenswert. 5/5 Sterne
Monatshighlight

 
Nino Haratischwili - Das mangelnde Licht
Ein bildgewaltiger und atmosphärisch dichter Roman, den man nur schwer aus der Hand legen kann. Sehr bewegend und großartig geschrieben. 5/5 Sterne
Monatshighlight


Ein außergewöhnliches Buch, das voller Überraschungen steckt. Mal ziemlich schräg, dann wieder sehr bewegend. Gut gelungen. 4/5 Sterne

T.J. Klune - Das unglaubliche Leben des Wallace Price

Ein wundervolles Buch - humorvoll und gleichzeitig sehr berührend mit Charakteren, die einem schnell ans Herz wachsen. Sehr lesenswert! 5/5 Sterne
Monatshighlight

 
Tad Williams - Brüder des Windes
Eine lesenswerte Vorgeschichte aus Osten Ard, die im Handlungsverlauf noch einige Überraschungen bereithält! 4/5 Sterne

Karl Ove Knausgard - Der Morgenstern 
Eine außergewöhnliche Geschichte mit bildgewaltigem Schreibstil und gut ausgearbeiteten Charakteren. Lesenswert! 4/5 Sterne


Ausblick auf den Mai

Lesepläne

Fatma Aydemir - Dschinns
Michael Ende - Momo
David Hair - Das Erbe der Aldar 1: Die schwebende Zitadelle
Tad Williams - Das Geheimnis der Großen Schwerter 1: Der Drachenbeinthron
Lydia Sandgren - Gesammelte Werke
Stephen King/Richard Chizmar - Die Gwendy-Reihe 3: Gwendys letzte Aufgabe ~ erscheint am 09.05.2022



... ansonsten entscheide ich wie immer spontan.



Ich wünsche euch einen schönen neuen Lesemonat mit vielen spannenden Geschichten!
Viele liebe Grüße, eure Nicole