Dienstag, 5. November 2024

Rezension zu "Tage einer Hexe" von Genoveva Dimova

 

Zum Buch

Von Monstern, Geheimnissen und dunkler Magie


Als Hexe hat Kosara viel Übung im Kampf gegen die gefährlichen Fabelwesen, die in jeder Neujahrsnacht über ihre Stadt herfallen. Es gibt nur ein Monster, das Kosara nicht besiegen kann: den Zmey, bekannt als Zar der Monster, dem sie als einzige je entkommen ist. Sie hat ihn einmal zu oft gereizt, und nun beginnt er sie zu jagen...

Nachdem Kosara ihren Hexenschatten – die Quelle ihrer Kräfte – kurz vor Mitternacht fast beim Kartenspiel an einen Fremden verloren hat, wird ihr klar, dass der Zmey sie verfolgt. Nun besteht ihre einzige Hoffnung darin, ihren Schatten gegen eine illegale Passage über die Mauer zur Nachbarstadt zu tauschen, wohin ihr die Monster nicht folgen können. Das Leben im sicheren Belograd wäre schön, doch Kosara entwickelt schon bald eine oft tödliche Krankheit, die schattenlose Hexen heimsucht. Nur die Rückgewinnung ihrer Magie kann sie heilen. Um ihren Schatten aufzuspüren, muss sie sich mit einem verdächtig aufrechten Ermittler zusammentun. Noch schlimmer als die Zusammenarbeit mit der Polizei ist – und alle Hinweise legen das nahe – dass Kosaras rettende Magie sich nun in den Händen des Zmey selbst befindet.
(Quelle: Inhaltsangabe - Hobbitpresse / Klett Cotta)



Tage einer Hexe ist das Debüt der bulgarischen Autorin Genoveva Dimova und überzeugt mit einer besonderen Fantasy-Geschichte, angelehnt an die slawische Mythologie.

„Sie waren allein auf der verschneiten Straße. Die Nacht war gerade erst angebrochen, und die Monster schliefen noch.“ – Seite 102, eBook


Hauptfigur hier ist die Hexe Kosara, die in der Stadt Chernograd lebt, die durch eine hohe unüberwindliche Mauer von der Stadt Belograd getrennt ist. Während in Belograd die Menschen friedlich leben und einigen Luxus genießen können, sieht es in Chernograd ganz anders aus: Die Stadt wird regelmäßig ab der Neujahrsnacht von Monstern heimgesucht. Während der darauffolgenden zwölf Tage, die auch als Schmutzige Tage bekannt sind, herrscht bei Anbruch der Dunkelheit für die Bewohner Gefahr. In dieser Zeit haben Hexen wie Kosara viel zu tun, um mit Bannkreisen und Amuletten die Monster auf Abstand zu halten. Für die Magieausübung ist ihr Hexenschatten lebenswichtig.
Doch in jener Neujahrsnacht ändert sich für Kosara alles: Der Zmey – der Zar aller Monster - kommt ihr zu nah. Um nach Belograd zu fliehen, verkauft sie ihren Hexenschatten – zu einem hohen Preis.

„Sein Schatten huschte am Fenster entlang. Mit der Hand rieb er den Raureif weg und spähte herein.
Seine Augen waren von jenem leuchtenden Blau, wie man es nur im Zentrum einer Flamme fand, sein Haar war wie geschmolzenes Gold. Sein Blick fiel in den Spiegel über dem Tresen, und der Spiegel zersprang.“
– Seite 25, eBook


Denn in der friedlichen Nachbarstadt angekommen, erleidet sie die Schattenkrankheit, die schattenlose Hexen oft bekommen und tödlich enden kann.
Während Kosara nun alles daran setzt ihren Schatten aufzuspüren, kommt sie nicht umhin mit dem Polizisten Asen Barachow zusammenzuarbeiten, der einen mysteriösen Mord aufklären will. Ihre Suche führt sie an abenteuerliche Orte, bringt sie in Gefahr und schließlich kommt der gefürchtete Zmey selbst ins Spiel…

Mich hat dieser Roman sehr positiv überrascht und ich war sofort begeistert von der Atmosphäre und dem gesamten Aufbau der Geschichte. Aus Sicht von der jungen Hexe Kosara erzählt, erfahren wir schnell, mit welchen Gefahren die Chernograder zu kämpfen haben und wie Kosara ihre Magie einsetzt. Anfangs umgeben sie und auch den Polizist Asen einige Rätsel und Geheimnisse, die nach und nach gelüftet werden. Auch, wer von den Nebencharakteren vertrauenswürdig ist und wer nicht, wird bald sichtbar.
Die unterschiedlichen Monster werden sehr gut beschrieben – hinten im Buch gibt es einen Leitfaden über sie und wie man sich während der Schmutzigen Tage verhalten soll. Für uns LeserInnen ein sehr guter Überblick über die so unterschiedlichen Wesen.

Sehr gelungen ist das gesamte Setting – die unterschiedlichen Schauplätze sind detailreich beschrieben und gibt die dort jeweilig herrschende Atmosphäre sehr gut wieder. Es wird oft sehr düster und atmosphärisch dicht, zwischendurch blitzt aber überraschend ein ganz klein wenig trocken-schwarzer Humor auf, was perfekt eingebunden ist.

„Schwarzbart kümmert sich nicht mal um ihr Grab. Ich bin froh, dass sie nicht auferstanden ist – wahrscheinlich wäre sie sonst vor lauter Scham gleich wieder gestorben.“ – Seite 181, eBook


Insgesamt gibt es viel zu entdecken: Von großartiger Magie, entfernten Palästen, dunklen Meeren und einer Mauer, die so manche Geheimnisse birgt…

„Die Mauer wand sich um die Stadt wie eine gewaltige Schlange, ihr tintenschwarzer Leib ruhte zwischen den Häusern und schnitt die Straßen entzwei.“ – Seite 98, eBook


Auch, dass neben düsterer Fantasy auch manchmal etwas dunkel-märchenhaftes aufblitzt, hat mir sehr gefallen.

Unbedingt erwähnenswert ist noch die Buchgestaltung: ich habe zwar das eBook gelesen, aber das wunderschöne Hardcover schon in der Buchhandlung bewundert. Zum tollen Cover gibt es einen sehr schönen farbigen Buchschnitt.


Mein Fazit: Ein großartiger Fantasyroman mit gelungener düsterer Atmosphäre und märchenhaften Zügen. Von detailreich geschilderten Schauplätzen, Hexen und düsteren Tagen bis hin zu gefährlichen Monstern, großen Geheimnissen und gefährlichen Abenteuern – hier gibt es viel zu entdecken. Die Charaktere lernt man nach und nach besser kennen und mit ihnen lüftet sich auch so manchens Geheimnis. Spannend und meist ziemlich düster, doch manchmal blitzt ein klein wenig trockener Humor hervor.
Ein Lesehighlight, das ich gern weiterempfehle.



Meine Bewertung:




Titel: Tage einer Hexe - Das Hexenkompendium der Monster
Autorin: Genoveva Dimova
Übersetzt von: Andrea Wandel / Wieland Freund
Genre: Dark-Fantasy / Märchen
Seitenanzahl: 464
Verlag: Hobbitpresse / Klett Cotta
Erstveröffentlichung: 19. Oktober 2024


Vielen Dank an Klett-Cotta und Netgalley für das Rezensionsexemplar!


Freitag, 1. November 2024

Monatsrückblick Oktober 2024

 


Hallo ihr Lieben,

hier kommt mein buchiger Monatsrückblick auf den Lesemonat Oktober  - mit Neuzugängen, Lieblingszitaten, Buchhighlights und Leseplänen für den November. Insgesamt habe ich sieben Bücher gelesen - drei davon waren Hörbücher. Weiter unten findet ihr die Links zu den Rezensionen. Viel Spaß beim Stöbern!


Neuzugänge


Printbücher

  • Kai Meyer - Das Haus der Bücher und Schatten




eBooks

  • Isabel Bogdan - Wohnverwandtschaften (bereits gelesen)
  • Genovena Dimova - Tage einer Hexe: Das hexenkompendium der Monster (lese ich gerade)
  • Frank Schätzing - Helden
  • Ronan Hession - Ghost Mountain



 #24für2024
Von meiner Leseliste habe ich in diesem Monat leider kein Buch gelesen.

Meine 24 ausgewählten Bücher findet ihr in meinem Beitrag:  #24für2024 - Meine Leseliste. Dort gibt es regelmäßig Updates zu den gelesenen Büchern.
Aktueller Stand: 13/24 Bücher

Die Monatsstatistik:


Mein Lesemonat in Zahlen

7 gelesene Bücher (davon 3 Hörbücher)
2.589 gelesene Seiten
durchschnittlich 83 gelesene Seiten pro Tag

Bewertungen
3 x 5 Sterne
1 x 4,5 Sterne
2 x 4 Sterne
1 x 3,5 Sterne


Lieblingszitate des Monats

„Der Mond schien durch die Fenster herein und tauchte die Kisten mit den kostbaren Büchern darin in sein weißes Licht.“
- aus Spellshop von Sarah Beth Durst (S. 137, eBook)


„Tagsüber konnte man das Haus für ein ganz normales Gebäude halten, nachts hingegen niemals.“
- aus Starling House von Alix E. Harrow (S. 173, eBook)



Gelesene Bücher im Oktober

Chloe Gong - Immortal Longings 1: Ein Spiel aus Liebe und Tod

Ein spannender Auftakt einer neuen Fantasyreihe - mit tödlichen Spielen, Verschwörungen und dunklen Geheimnissen. Lesenswert. 4/5 Sterne

Sarah Beth Durst - Spellshop: Vom Zauber der kleinen Dinge

Wundervolle Cozy-Fantasy - angenehm leicht mit schöner Atmosphäre und viel Magie. Sehr lesenswert! 5/5 Sterne
Monatshighlight



Jochen Gutsch / Maxim Leo - Frankie (Hörbuch) 

Eine unterhaltsame Geschichte von einem Kater und seiner Sicht auf die Welt. Eine gutes Buch für zwischendurch. 4/5 Sterne

Alix E. Harrow - Starling House

Ein spannender Mystery-Roman mit einer großartigen unheimlichen Atmosphäre. Geheimnisvoll, düster und berührend - sehr lesenswert! 5/5 Sterne
Monatshighlight




Frank Schätzing - Nachrichten aus einem unbekannten Universum (Hörbuch)

Ein spannendes Sachbuch mit vielen interessanten Fakten rund um das Meer und deren Bewohner. Sehr hörenswert. 4,5 / 5 Sterne

Isabel Bogdan - Wohnverwandtschaften

Ein berührender Roman über Wahlfamilien, Freundschaften und Zusammenhalt. Sehr lesenswert! 5/5 Sterne

Monatshighlight


Satoshi Yagisawa - Die Tage in der Buchhandlung Morisaki (Hörbuch)

Eine leichte und angenehme Geschichte mit buchiger Atmosphäre. Schön für zwischendurch. 3,5 / 5 Sterne


Ausblick auf den November

Lesepläne

Genoveva Demova - Tage einer Hexe: Das Hexenkompendium der Monster (lese ich gerade)
Kai Meyer - Das Haus der Bücher und Schatten
Ronan Hession - Ghost Mountain
Frank Schätzing - Jacop der Fuchs 1: Tod und Teufel (re-read)
Frank Schätzing - Jacop der Fuchs 2: Helden
T.J. Klune - Jenseits des Ozeans

...ansonsten entscheide ich wie immer spontan.

Ich wünsche euch einen schönen Start in den neuen Lesemonat mit vielen tollen Geschichten!

Mittwoch, 30. Oktober 2024

Rezension zu "Die Tage in der Buchhandlung Morisaki" von Satoshi Yagisawa

 

Zum Buch



Kurzrezension zum Hörbuch
Bücherliebe in Tokio - Band 1

Die 25-jährige Takako hat einen Job, eine Wohnung in Tokio und einen festen Freund. Als dieser ihr eines Abends freudig eröffnet, er werde heiraten – und zwar eine andere –, fällt sie aus allen Wolken. Vor Kummer verkriecht sie sich und kündigt ihren Job. Als ihr Onkel ihr anbietet, eine Zeitlang in seinem Antiquariat im berühmten Bücherviertel Tokios, Jimbōchō, auszuhelfen und dort auch unterzukommen, findet sie das zwar zunächst alles andere als reizvoll, willigt aber ein. Doch in dem kleinen Zimmer über dem Laden, inmitten von Büchern, entdeckt sie ihre Leidenschaft fürs Lesen – und schöpft allmählich wieder neue Kraft.
(Quelle: Inhaltsangabe - Insel-Verlag / Insel Audio)


Die Tage in der Buchhandlung Morisaki
ist das Debüt des japanischen Autors Satoshi Yagisawa und der erste Roman der Reihe „Bücherliebe in Tokio“. Im Oktober 2024 ist mit „Die Abende in der Buchhandlung Morisaki“ die Fortsetzung um eine Japanerin, die ihre Liebe zu Büchern entdeckt erschienen.

Hauptfigur ist die fünfundzwanzigjährige Takako, deren Freund ihr plötzlich eröffnet, dass er demnächst eine andere Frau heiraten wird. Die Trennung wirft die junge Frau völlig aus der Bahn, sie zieht sich völlig zurück. Als sich plötzlich Takakos Onkel bei ihr meldet und anbietet, ihm in seinem Antiquariat auszuhelfen, sagt sie zu. Tatako bezieht die kleine Wohnung über dem Antiquariat und ist zunächst zurückhaltend allem gegenüber. Doch plötzlich entdeckt sie ihre Liebe zu den Büchern von denen sie tagtäglich umgeben ist und auch den Zauber des Bücherviertels, in dem sie zurzeit lebt. Nach und nach lernt sie auch ihren Onkel Satoru wieder besser kennen und findet neue Kraft im Lesen.

Die Geschichte ist angenehm leicht erzählt – die 189 Seiten werden in 3h und 52 Min. von Julia Preuß gelesen und gibt die buchige Atmosphäre, die die Hauptfigur umgibt, sehr gut wieder.
Neben Takako erfahren wird auch mehr über ihren Onkel, für den seine Nichte sehr wichtig ist. Auch, wie sich ihr Leben nach der Zeit in der Buchhandlung entwickelt, ist interessant zu verfolgen. Die Nebencharaktere sind ebenfalls gut dargestellt. Dennoch hat mir in dem Roman etwas Tiefgang gefehlt – alles wurde gut geschildert, nur manches blieb eher oberflächlich und hätte gern noch detailreicher sein können.


Mein Fazit: Eine leichte und angenehme Geschichte von einer jungen Frau, die ihre Liebe zu Büchern entdeckt. Die buchige Atmosphäre, die in dem gut beschriebenen Bücherviertel in Tokio herrscht, ist sehr gut wiedergegeben, die Wege der Figuren lassen sich gut verfolgen. Ein unterhaltsamer Roman, den man gut zwischendurch lesen oder hören kann. Dennoch hat mir hier etwas Tiefgang gefehlt – gerade da die Figuren gut ausgearbeitet sind und Potenzial haben. Ich vergebe 3,5 Sterne und bin neugierig auf die Fortsetzung.


Meine Bewertung:




Titel: Die Tage in der Buchhandlung Morisaki
Autor: Satoshi Yagisawa
Übersetzt von: Ute Enders
Sprecherin: Julia Preuß
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Spieldauer: 3h 52 Min
Seitenanzahl Roman: 189
Verlag: Insel Audio
Erstveröffentlichung: 14. April 2023
Verlag Printausgabe: Insel


Bücherliebe in Tokio - Die Romane:
Band 1 - Die Tage in der Buchhandlung Morisaki
Band 2 - Die Abende in der Buchhandlung Morisaki

Dienstag, 29. Oktober 2024

Rezension zu "Wohnverwandtschaften" von Isabel Bogdan

 

Zum Buch

Von Freundschaften und Wahlfamilien

Constanze zieht nach der Trennung von ihrem Lebensgefährten in die Wohngemeinschaft von Jörg, Anke und Murat. Was zunächst als Übergangslösung gedacht war, entpuppt sich als zunehmend stabil. Da ist Jörg, dem die Wohnung gehört und der eine große Reise plant; Anke, die als mittelalte Schauspielerin kaum noch gebucht wird und plötzlich nicht mehr die einzige Frau in der WG ist; und Murat, der sich einfach keine Sorgen machen will und dessen Lebenslust auf die anderen mitreißend und manchmal auch enervierend wirkt. Constanze sorgt als Neuankömmling dafür, dass sich die bisherige Tektonik gehörig verschiebt. Alle vier haben ihre eigenen Träume und Sehnsüchte und müssen sich irgendwann der Frage stellen, ob sie eine reine Zweck-WG sind oder doch die Wahlfamilie. (Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe - KiWi- Verlag)



Wohnverwandtschaften ist der neue Roman von Autorin Isabel Bogdan, die mich zuletzt mit ihrem Buch Der Pfau begeistern konnte. Hier schildert sie das Leben von vier Menschen, die zu einer besonderen Gemeinschaft werden.

Im Mittelpunkt ihres neuen Romans stehen die vier Menschen einer Wohngemeinschaft und diese könnten unterschiedlicher nicht sein: Jörg, dem die Wohnung gehört, plant eine große Reise nach Georgien und erinnert sich gern an die Zeit zurück als seine Frau Brigitte noch lebte. Anke ist Schauspielerin und hat es derzeit schwer auf dem Arbeitsmarkt – sie ist im mittleren Alter und wird kaum noch gebucht. Murat ist der Lebensfrohe in der Gemeinschaft, der gut kochen kann und anscheinend nicht viele Sorgen hat. Zu der eingeschworenen Dreier-WG zieht nun Constanze, die sich gerade von ihrem Lebensgefährten getrennt hat und ihr Leben nun neu ordnen will.
Was nur als Übergangslösung gedacht war, wird zu einer neuen Gemeinschaft, auf die einige neue Herausforderungen zukommen und jeder eigene Wünsche für sein Leben hat.

Der Roman ist in der Ich-Perspektive geschrieben, die regelmäßig zwischen den vier Hauptcharakteren Constanze, Murat, Anke und Jörg wechselt. So bekommt man einen sehr guten Ein- und Überblick – sowohl in das Leben der WG als auch in die Gedanken und Lebenswege der Figuren. Jede und jeder hat eigene Sorgen, Sehnsüchte und Zukunftsträume – alles ist sehr nah geschrieben. Zudem sind sie immer füreinander da – auch als eines Tages neue Entscheidungen getroffen werden müssen und sich einiges ändern wird.
Zwischen dem Wechsel der Perspektiven gibt es immer wieder kurze Kapitel, die wie ein Protokoll aufgeführt sind und die anwesenden Personen beschreibt und in welcher Situation sie sich befinden. Das ist gut eingebaut.

„Ich habe sie furchtbar gern und immer noch Angst, dass sie sich eine Wohnung sucht und auszieht. Sie soll bleiben. Und Anke soll bleiben. Und überhaupt soll alles bleiben.“ (Murat) – Seite 143, eBook


Nach und nach zeigt sich, dass eine Wohngemeinschaft mit völlig unterschiedlichen Personen nicht nur eine Zweckgemeinschaft, sondern auch zu einer Wahlfamilie werden kann. Und Freundschaften entstehen. Dieses hat die Autorin hier wunderbar umgesetzt.

„Allein wäre ich niemals in diesen Laden gegangen, ich hätte niemals diese Klamotten angezogen, aber das Wunder ist: Ich sehe aus wie ich selbst, nur viel toller. Und selbstbewusster.“ (Constanze) – Seite 162, eBook


Insgesamt ist der Schreibstil eher leicht gehalten – gerade anfangs blitzt auch ab und an etwas Humor auf. Später wird es berührend und beinhaltet auch ein ernsteres Thema.



Mein Fazit: Ein berührender Roman über Wahlfamilien, Freundschaften und Zusammenhalt. Auch wenn der Schreibstil eine leichte Note hat, wird es bewegend und nachdenklich. Von gut gezeichneten Figuren, deren Gedanken sehr nah beschrieben sind zu Entscheidungen, die getroffen werden müssen – ein sehr lesenswerter Roman.


Meine Bewertung: 




Titel: Wohnverwandtschaften
Autorin: Isabel Bogdan
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 272
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erstveröffentlichung: 10. Oktober 2024


Vielen Dank an den KiWi-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!