Mittwoch, 18. Mai 2016

Rezension zu "Das Graveyard-Buch" von Neil Gaiman

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Ein Junge namens Nobody...

Eines Nachts wird auf schreckliche Weise eine Familie ausgelöscht. Nur der Jüngste der Familie überlebt durch einen Zufall und gelangt auf den alten Friedhof in der Altstadt - was ihm das Leben rettet. Die dortigen Bewohner - nicht mehr ganz lebendig- nehmen den Jungen liebevoll auf und kümmern sich um ihn. Nobody Owens, wie er genannt wird, wächst zu einem unauffälligen, aber neugierigen Jungen heran, immer umgeben und behütet von den Friedhofsbewohnern, längst verblichenen Gestalten. Doch eines Tages weckt die Welt außerhalb der Mauern Nobodys Interesse. Der geheimnisvolle Silas, der zum Vormund des Jungen ernannt wurde, weiß, dass außerhalb der Friedhofsmauern Gefahr droht. Denn der Mann, der Nobodys Familie zerstört hat sucht noch immer nach ihm...



"Irgendetwas ging da vor, da war sich Bod sich ganz sicher. In der kalten Winterluft, in den Sternen am Himmel, im Wind, in der Dunkelheit. Es war da, im Wechsel der langen Nächte und der flüchtigen Tage." - Seite 89, eBook

Das Graveyard-Buch überrascht mit einer sehr interessanten Geschichte: Ein Junge wächst auf einem alten Friedhof auf, umgeben von Geistern und Untoten - die sich aber alle liebevoll um ihn kümmern. Besonders gefallen hat mir hier die Beschreibung des alten Friedhofs: Auf einem Hügel ,voller Geheimnisse und vielen alten, mit Efeu überwucherten Grabsteinen. Spannung ist auch vorhanden, denn Nobodys Leben ist in großer Gefahr...


Mein Fazit: Eine tolle Fantasy-Geschichte mit einer interessanten Story. Der Junge Nobody erlebt auf dem alten Friedhof so manches Abenteuer. Ein schöner Schreibstil, die Geschichte lässt sich flüssig lesen. Wie oben schon genannt haben mir besonders die detaillierten Beschreibungen des alten Friedhofs gefallen - diesen kann man sich wirklich vorstellen. Die Charaktere sind vielleicht etwas blass, aber dennoch eine gelungene Geschichte, sehr lesenswert!



Mein Bewertung:

Titel: Das Graveyard-Buch
Autor: Neil Gaiman
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 312
Verlag: Arena
Erstveröffentlichung: 2009
Neuveröffentlichung: 22. September 2020

Montag, 16. Mai 2016

Rezension zu "Die Geschichte der Baltimores" von Joel Dicker


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Eine Katastrophe, die alles verändert...


Um einen neuen Roman zu schreiben, verbringt der der erfolgreiche Schriftsteller Marcus Goldman einige Zeit in Boca Raton, Florida, wo er ein idyllisches Haus am See gekauft hat. Dort trifft er unerwartet seine Jugendliebe Alexandra wieder und beschließt, eine ganz bestimmte Geschichte zu schreiben: Die Geschichte der Baltimores.


Es gibt zwei Goldman-Familien. Marcus gehört zu den Montclair-Goldmans, einer typischen Mittelstandsfamilie. Ein ganz anderes Leben führen dagegen die Goldmans aus Baltimore. Marcus' Onkel Saul ist sehr wohlhabend und erfolgreich. Wann immer es möglich ist, verbringt Marcus seine Ferien bei den Baltimores. Er bewundert das anscheinend so perfekte Leben seiner Verwandten und wünscht sich insgeheim dazu. Zusammen mit seinem Cousin Hillel und dem Adoptivsohn Woody bilden die drei ein unzertrennliches Gespann: Die Goldman-Gang. Zusammen schwärmen sie auch für das Mädchen Alexandra. Alles könnte so perfekt sein - bis eines Tages eine schreckliche Katastrophe diese Idylle für immer zerbricht. Auch hinter der perfekten Fassade der Baltimores war damals doch einiges anders, als Marcus vermutet hat...




"Sie lachte bezaubernd. So trat sie in unser Leben und wurde zu unserer großen Liebe. A-lex-an-dra. Zwei Handvoll Buchstaben in vier kleinen Silben, die unsere ganze Welt in ihren Grundfesten erschüttern sollten." - Seite 164


Mit diesem Buch ist Joel Dicker wieder etwas ganz Großes gelungen: Ein packender Roman, der durch seine sehr detaillierten Ausführungen überzeugt. Besonders die Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet. Als Leser kann man so alles genau mit verfolgen: Glück, Erfolg, Trauer und Leid der einzelnen Personen. Besonders gefallen hat mir, dass Marcus Goldman hier wieder die Hauptrolle spielt; der erfolgreiche Schriftsteller, den man schon aus dem Vorgänger Die Wahrheit über des Fall Harry Quebert kennt. Nun erzählt Marcus hier aus seinem früheren Leben und der schrecklichen Katastrophe, die alles verändert hat.

Die beiden Bücher von Joel Dicker sind aber eigene Geschichten, man kann sie also unabhängig voneinander lesen.



"Mit jedem Mal führte mich das Leben ein wenig mehr hinters Licht, indem es mich glauben ließ, der Kreislauf unserer Begegnungen würde nie enden." - Seite 243


Mein Fazit: Die Geschichte der Baltimores ist ein Buch, das man am liebsten in einem Rutsch durchlesen möchte. Von Anfang an sehr fesselnd, es bleibt bis zum Ende spannend. Auch der Wechsel zwischen den aktuellen Geschehnissen im Jahr 2012 und den Ereignissen in der Vergangenheit ist Joel Dicker hier sehr gut gelungen. Die Story an sich überzeugt mit einem interessanten Verlauf, in dem es einige Überraschungen gibt, die man so nicht erwartet hat. Ein sehr gelungener Roman!



Meine Bewertung:


Titel: Die Geschichte der Baltimores
Autor: Joel Dicker
Genre: Gegenwartsliteratur / Drama
Seitenanzahl: 512
Verlag: Piper
Erstveröffentlichung: 02. Mai 2016

 
Vielen Dank an den Piper-Verlag für das Rezensionsexemplar! 

Sonntag, 8. Mai 2016

Rezension zu "Reif für die Insel" von Bill Bryson


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Der etwas andere Reiseratgeber


Bevor Bill Bryson mit seiner Familie zurück in seine Heimat Amerika zieht, bereist er nochmal für ein paar Wochen Großbritannien - Die Insel, die er im Jahre 1973 zum ersten Mal besucht hat und schließlich dort geblieben ist. Wie damals, vor 21 Jahren, beginnt seine Reise am Hafen von Calais und staunt daher nicht schlecht, als er das veränderte Dover wiedersieht. Brysons Reise geht weiter über London, danach quer durch Land bis weit hinauf in den Norden. Das Land, was er in den vergangenen so lieben gelernt hat, überrascht ihn immer noch mit so manch Skurilem, aber auch mit vielen Sehenswürdigkeiten. Eine große Reise, auf der den Autor so manches Abenteuer erwartet.





"Ich verstehe nie, wieso die Londoner nicht begreifen, dass sie in der wunderbarsten Stadt der Welt leben." - Seite 39, eBook


Bill Bryson listet in seinem besonderen England-Reiseführer neben Sehenswürdigkeiten und Nichtsehenswürdigkeiten auch Besonderheiten auf, wie etwa das Abenteuer U-Bahn fahren in London. In keiner anderen Metropole haben die Bahnhöfe so wunderbar phantasievolle Namen. Bevor er nun nach vielen Jahren zusammen mit seiner englischen Frau in die USA zurückkehrt, bereist er noch einmal die Insel. Im Prolog schildert Bryson seine ersten Momente, als er im Jahre 1973 zum ersten Mal in Dover die Insel betritt. Neben interessanten Fakten listet er auch immer wieder Dinge auf, die den Leser zum Schmunzeln bringen.



"Aus Gründen, die sich ebenfalls einer rationalen Erklärung entziehen, gibt British Rail die Zielorte vorne am Zug an, was schrecklich praktisch wäre, wenn die Fahrgäste auf den Schienen sitzend warten würden, aber vielleicht nicht so ideal für die ist, die von der Seite einsteigen." - Seite 125, eBook


"Was für ein herrliches Land - total bekloppt natürlich, aber über die Maßen hinreißend." - Seite 321, eBook


Mein Fazit: Ein humorvoller und sehr interessanter Reisebericht. Bill Bryson beschreibt hier viele Orte, Verhaltensweisen der Engländer oder auch Alltägliches mit seinem ganz eigenen Charme. So sehr er sich beispielsweise über die englischen Parkhäuser aufregt, so toll sind für ihn die vielen Londoner Parks und beeindruckenden Landschaften. Da ich England und ganz besonders London sehr mag, hat es mir Spaß gemacht, diesen speziellen Reiseführer zu lesen. Eine wunderbare Mischung aus interessanten Fakten und humorvollen Anekdoten. Ich bin nun sehr gespannt auf den Nachfolger It's teatime, my dear!.



Meine Bewertung:



Titel: Reif für die Insel - England für Anfänger und Fortgeschrittene
Autor: Bill Bryson
Übersetzt von: Sigrid Ruschmeier

Genre: Reiseratgeber
Seitenanzahl: 352
Verlag: Goldmann
Erstveröffentlichung: 01. März 1999

Rezension zu "Das Bernstein-Teleskop" von Philip Pullman

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His Dark Materials - Band 3


 
Nachdem Will und Lyra zusammen schon einige gefährliche Abenteuer überstanden haben, hat sich zwischen ihnen eine Freundschaft entwickelt.  Doch bevor sie weitere Pläne schmieden können, wird Lyra entführt. Will, nun Träger des Magischen Messers mit ungeahnt großer Macht, hat erstmal nur ein Ziel: Lyra wiederzufinden. Dabei bekommt er unerwartete Hilfe von zwei magischen Gestalten, die Will durch verschiedene Welten führen. Doch die Reise ist gefährlich, denn  unbekannte Feinde sind ihm auf der Spur. Währenddessen wird Lyra immer wieder von einem unheimlichen Traum heimgesucht - bis ihr schließlich eines klar wird: Die Antworten auf viele Fragen sind nur an einem Ort zu finden - Im Reich der Toten.

Auch Lord Asriel rüstet sich in seiner Festung für den alles entscheidenden Kampf gegen die Allermächtigsten. Wills Begleiter, die auf Asriels Seite stehen,  haben im Himmelsberg ein großes Geheimnis entdeckt. Können sie es dem Lord noch rechtzeitig mitteilen? Schließlich spitzt sich die Lage zu...



"Wieder sah Will nach oben. Wolkenschleier wirbelten durcheinander, und das ungeheuerliche Glühen wurde immer stärker, bis die Wolken von innen wie Plasma leuchteten." - Seite 29

Nachdem mich "Der Goldene Kompass" und auch "Das Magische Messer" sehr begeistert haben, war ich nun sehr gespannt auf das Finale. Die Geschichte schließt nahtlos an den zweiten Band an und führt den Leser durch verschiedene Welten. Diese werden von Philip Pullman sehr gut beschrieben, es ist alles gut verständlich, sodass man nicht durcheinander kommt.

Mein Fazit: Der Anfang des Buches hat mir gut gefallen und versprach ein spannendes Finale. Doch leider wurde ich etwas enttäuscht. Bei den beiden Vorgängern hat mich besonders die Vielseitigkeit der Geschichte begeistert. Hier wirkt sie leider viel zu wirr und etwas zu vollgepackt.  Weniger wäre hier mehr gewesen. Die Spannung nimmt leider nach und nach ab und das Ende konnte mich auch nicht wirklich überzeugen - was sehr schade ist! Denn der Schreibstil und der Wechsel zwischen den Welten haben mir sehr gut gefallen. Doch leider hat mir dieses magische und besondere aus den ersten beiden Bänden gefehlt. "Das Bernstein-Teleskop" war leider nicht meins, doch trotz meiner Kritik würde ich jedem empfehlen, die Reihe zu Ende zu lesen, um sich sein eigenes Bild zu machen.



Meine Bewertung:


Titel: His Dark Materials - Band 3: Das Berstein-Teleskop
Autor: Philip Pullman
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 608
Verlag: Carlsen


Zum Schluss noch mein Gesamtfazit der ersten drei Reihe:
Wie schon oben erwähnt, haben mich die beiden ersten Bände sehr begeistert, Der Goldene Kompass gehört mit zu meinen Jahreshighlights 2015. Besonders hat mir die völlig unerwartete Entwicklung der Geschichte im zweiten Band gefallen. Philip Pullman hat einen wunderbaren und sehr klaren Schreibstil, der Wechsel zwischen den Welten ist sehr gut verständlich und die Charaktere sind gut ausgearbeitet. Nur eben dieser letzte Band hat mir nicht so gut gefallen. Doch für die beiden Vorgänger kann ich eine Leseempfehlung aussprechen, eine wirklich außergewöhnliche Geschichte!


Die Bücher der His Dark Materials-Reihe
Band 0 - Über den wilden Fluss (Vorgeschichte)
Band 1 - Der Goldene Kompass
Band 2 - Das Magische Messer
Band 3 - Das Bernstein-Teleskop
Band 4 - Ans andere Ende der Welt 

Donnerstag, 5. Mai 2016

Rezension zu "Mörder Anders und seine Freunde nebst dem ein oder anderen Feind" von Jonas Jonasson

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Eine herrlich verrückte Story, die einen ungeahnten Verlauf nimmt...


Nach einigen längeren Gefängnisaufenthalten ist Johan Andersson, der von allen nur noch Mörder-Anders genannt wird, wieder auf freiem Fuß. Als erstes muss natürlich ein neuer Job her. In einer Pension lernt er schließlich den Rezeptionisten Per Persson und die leicht atheistisch veranlagte Pfarrerin Johanna Kjellander kennen, die aufgrund einiger Äußerungen gerade erst arbeitslos geworden ist. Zusammen gründen sie schließlich eine "Körperverletzungsagentur", mit Mörder-Anders als Auftragsschläger. Das Geschäft läuft gut, bis Mörder-Anders sich plötzlich für die Bibel und den Glauben interessiert und fortan friedlich leben will - was schlecht fürs Geschäft ist. Kurze Zeit später sind aufgrund nicht ausgeführter Aufträge  sämtliche Gangsterbosse aus der Unterwelt Schwedens hinter Ihm her. Eine turbulente Zeit beginnt - und natürlich muss ein neues Geschäftsmodell her...


"Man musste sich über die kleinen Dinge freuen. Zum Beispiel darüber, dass die Monate vergingen, ohne dass Mörder-Anders den Rezeptionisten oder sonst wen in unmittelbarer Nähe des Hotels ermordet hätte." - Seite 17 eBook

Auch der mittlerweile dritte Roman von Jonas Jonasson hat wieder einen außergewöhnlichen Buchtitel. Mit "Mörder-Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind" erwartet den Leser eine völlig abgedrehtes Abenteuer. Vom Mörder wird Johan Andersson zum Auftragsschläger und anschließend zum friedfertigen Gläubigen - was einigen Gangsterbossen gar nicht gefällt, da sie noch eine Rechnung mit ihm offen haben. Die Geschichte entwickelt sich so abenteuerlich, dass man anschließend schon fast Mitleid mit der Hauptfigur hat. Genau wie die Geschichte ist auch das Cover wieder außergewöhnlich, aber sehr gut gewählt.


Mein Fazit: Dieser Roman ist nicht unbedingt sehr spannend - aber dafür super unterhaltsam! Eine herrlich verrückte Story, die mit seinem ungeahntem Verlauf einige Überraschungen auf Lager hat.  Der lockere Schreibstil passt sehr gut zur Geschichte, die man mit einem großen Augenzwinkern betrachten muss. Vielleicht nicht ganz so stark wie "Der Hundertjährige", aber auf jeden Fall sehr nah dran. Kurz gesagt: Sehr unterhaltsam und verrückt mit viel schwarzem Humor - Gut geschrieben und lesenswert! 4, 5 Sterne von mir.


Meine Bewertung:


Titel: Mörder Anders und seine Freunde nebst dem einen oder anderen Feind
Autor: Jonas Jonasson
Genre: Unterhaltungsliteratur, Humor
Seitenanzahl: 352
Verlag: carl's books (Hardcover) / Penguin (Taschenbuch)



Vielen Dank an das Bloggerportal  und carl's books für das Rezensionsexemplar!