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Die Nachtigall hat gesungen...
Frankreich
im Jahre 1939: Die Schrecken des Krieges rücken immer näher. Das wird Vianne Mauriac schmerzlich bewusst,
als ihr Mann Antoine einberufen wird. Ohne zu wissen wann und ob er je
zurückkehren wird, versucht sie stark zu bleiben, um ihre achtjährige Tochter
Sophie zu beschützen. Doch schon bald erreicht sie und ihre jüdische Freundin
Rachel die Nachricht, dass ein Großteil Frankreichs von den Deutschen besetzt
wurde - so auch ihr bis dahin idyllisches Heimatstädtchen Carriveau. Eine
düstere Zeit voller Entbehrungen steht Vianne bevor, doch sie versucht nicht
aufzugeben - für Sophie. Wird die Liebe zu ihrem Kind und ihrem Mann sie die
schwerste Zeit ihres Lebens überstehen lassen?
Auch Viannes
jüngere Schwester Isabelle durchlebt auf ihrer Flucht aus Paris schlimme
Zeiten. Ihr Überleben verdankt sie Gäeton, einem Kämpfer der Rèsistance.
Isabelle ist sofort angetan von dem jungen Mann und dessen Ziele. Nach und nach
lässt sie sich auf riskante Aktionen ein, die bei einer Entdeckung ihr Tod
bedeuten könnte. Doch ihr waghalsigstes Unternehmen führt sie über den Pfad der
Nachtigall - der Weg, über den sie abgeschossene Piloten aus dem Land führt. Doch
schon bald erfahren die Deutschen von der Fluchtroute und suchen verstärkt nach
der geheimnisvollen Nachtigall...
So
unterschiedlich ihre Kämpfe um Liebe, Freiheit und Gerechtigkeit auch sind,
Vianne und Isabelle sind sich doch näher, als sie denken. Beide zahlen einen
jeweils einen hohen Preis...
"Sie waren schon immer von Grund auf verschieden gewesen. Vianne befolgte die Regeln, Isabell war die Rebellin. (...) Maman hatte ihnen versichert, das sie eines Tages die besten Freundinnen würden. Aber noch nie schien es unwahrscheinlicher, dass sich diese Voraussage jemals erfüllen würde." - Seite 129
Schon auf
den ersten Seiten zieht einen das Buch in seinen Bann: Eine ältere Dame wird
von ihren Erinnerungen eingeholt. Kurz darauf beginnt schließlich die
Geschichte der Schwestern Vianne und Isabelle. Zwei Frauen, die
unterschiedlicher nicht sein können und daher in der Vergangenheit schon oft
aneinander geraten sind. Doch die Schrecken des Zweiten Weltkrieges holen sie
beide gleichermaßen ein.
Kristin
Hannah ist ein großes Erzähltalent. Gekonnt wechselt sie regelmäßig zwischen
den beiden Schwestern hin und her, beschreibt ihr Leid, ihr Kampf und ihre
Gefühle sehr detailreich. So manches Mal habe ich die Luft angehalten und
gehofft, dass sie jeweilige Situation gut ausgeht. Über der Handlung steht die
Besetzung Frankreichs, dessen Grauen einmal mehr sehr erschüttert. Zur besseren
Übersicht gibt es vorne im Buch eine Karte von Frankreich, wo die besetzen und
freien Zonen, sowie die Fluchtroute eingezeichnet sind.
Die Buchgestaltung
ist mehr als gelungen: Das Cover ist schlicht und edel, natürlich
passenderweise mit dem Umriss des Vogels. Was es mit der Nachtigall genau auf
sich hat, erfährt man in der Geschichte. Auch unter dem Schutzumschlag verbirgt
sich noch etwas Schönes: Der in Gold schimmernde Titel auf dem Buchrücken.
"Sie war verletzend, diese Stille, aber sie verstand es auch. Bei all den Risiken, die sie eingingen, war Liebe vermutlich die gefährlichste Wahl von allen." - Seite 311
Mein Fazit:
Die Nachtigall ist ein besonderes, sehr
gelungenes Buch. Der Schreibstil ist sehr flüssig, man möchte die 608 Seiten am
liebsten in einem Rutsch durchlesen. Diese Geschichte ist sehr facettenreich. Sie
ist zugleich bewegend und dramatisch sowie herzzerreißend und oft traurig. Das Buch
hält einige Überraschungen bereit, die einem beim Lesen doch sehr nahe gehen.
Mich hat die Geschichte - besonders das Ende - in
ihren Bann gezogen und sehr berührt. Eine
absolute Leseempfehlung.
Meine Bewertung:
Titel: Die Nachtigall
Autorin: Kristin Hannah
Genre: Roman / Drama
Seitenanzahl: 608
Verlag: Rütten & Loening / Aufbau-Verlag
Erstveröffentlichung: 19. September 2016


