Montag, 24. Juli 2017

Rezension zu "Ulldart - Die komplette Saga 1" von Markus Heitz

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Ulldart - Die komplette Saga 1 (Die Dunkle Zeit - Band 1-3)

Die Ulldart-Saga ist eine High-Fantasy-Reihe, die auf dem fiktiven Kontinent Ulldart angesiedelt ist und zwei Reihen mit insgesamt neun Bänden umfasst. Die erste Reihe trägt den Titel "Die Dunkle Zeit" und umfasst sechs Bände, die zweite Reihe mit dem Titel "Zeit des Neuen" führt die Saga mit drei Bänden fort. Veröffentlicht wurden diese im Zeitraum von 2002-2007.
Nun ist am 03. Juli 2017 der erste Sammelband erschienen, der die ersten drei Bände enthält und zudem noch mit neuen Karten ausgestattet ist. Diese finde ich sehr gelungen. Jeweils auf Doppelseiten abgebildet kann man hier gut nachvollziehen, wo sich welche Orte befinden. Die erste Karte zeigt den Kontinent Ulldart mit seinen Königreichen, auf der zweiten ist das Königreich Tarpol abgebildet, dass hier die zentrale Rolle spielt.

In diesem Buch sind folgende Einzelbände enthalten:


  •  Die Dunkle Zeit 1 : Schatten über Ulldart  (400 Seiten)
"Zuerst war es nur ein ungutes Gefühl, das nach und nach zur Gewissheit wurde, ohne das Lodrik die Augen öffnen musste. Jemand starrte ihn an. Langsam setzte er sich auf, nahm den Säbel lautlos in die Hand und spähte in die Dunkelheit." - Seite 217


  •  Die Dunkle Zeit 2: Der Orden der Schwerter  (496 Seiten)
"Sie atmete langsam aus und kam auf ihn zu. Das Bernstein ihrer Augen leuchtete auf. Trotzdem hatte Nerestro das Gefühl, dass es eine Spur zu grell und zu gelb schimmerte." - Seite 310


  • Die Dunkle Zeit 3: Das Zeichen des dunklen Gottes (528 Seiten)
"Friedlich lag der Waldrand, der Eingang zur Verbotenen Stadt, eine Viertelmeile entfernt. Nichts verriet, dass im Unterholz der sichere Tod in mannigfacher Gestalt wartete." - Seite 276


Alles beginnt mit einer unheilvollen Prophezeiung, die ein Mönch kurz vor seinem Tod überbringt: Die Dunkle Zeit wird zurückkehren und dem Kontinent Ulldart Tod und Vernichtung bringen. Eine Schlüsselfigur in dieser Prophezeiung ist der eigenwillige Lodrik, Sohn des Herrschers von Tarpol. Um seinen anfangs 15-jährigen Sohn auf seine bevorstehende Herrschaft vorzubereiten, schickt er ihn zusammen mit dessen Vertrauten Stoiko und dem Leibwächter Waljakov in die Provinz Granburg, wo Lodrik der neue Gouverneur werden soll. Und dieser Posten verlangt dem Prinzen einiges ab - fortan muss er sich gegen Verschwörungen, Intrigen und Betrug behaupten. Doch damit nicht genug: Die Dunkle Zeit ist nah und nur das Schicksal kann darüber entscheiden, ob der junge Mann Retter oder Zerstörer Ulldarts sein  wird....

Dieses ist nur ein kleiner Einblick in den Anfang der umfangreichen Saga um den Kontinenten Ulldart, einer unheilvollen Prophezeiung und einem jungen Mann, von dem anscheinend alles abhängt. Die Hauptfigur hier ist der  junge Mann Lodrik, der anfangs von allen am Hof seines Vaters nur der Keksprinz genannt wird - er ist dicklich und ungeschickt. Doch er macht eine erstaunliche Entwicklung durch und wird alle überraschen. Ob positiv oder negativ, erfährt man im Laufe der Handlung. Nur so viel dazu: Es gibt einige Überraschungen!
Der Aufbau der Geschichte hat mir besonders gut gefallen - Die Handlung beginnt langsam, sehr ausführlich mit kleinsten Details rund um die Charaktere. Gerade bei mehrteiligen Reihen finde ich das sehr sinnvoll, denn so findet man am besten in die Geschichte hinein, die ja wie hier auf einem fiktiven Kontinent spielt. Die Handlung nimmt nach und nach an Fahrt auf, es wird packend, abenteuerlich und geheimnisvoll. Ob es nun Verschwörungen, Intrigen oder dunkle Geheimnisse sind - alles ist hier vorhanden und mit gelungener Fantasy gemischt. Tatsächlich gibt es manche gravierende Veränderungen und Entwicklungen, mit denen man so nicht gerechnet hat...

Der Weltenaufbau ist Markus Heitz hier sehr gut gelungen. Anfangs muss man zwar zu Orientierung noch häufiger auf den Karten nachschlagen, um zu schauen, wo sich welches Königreich oder auch die einzelnen Provinzen befinden, doch es fügt sich alles verständlich und klar zusammen. Auch die Anzahl der Charaktere ist sehr übersichtlich und nicht zu überladen. Man behält einen guten Überblick. Sollte man doch einmal durcheinander kommen, gibt es im Anhang noch ein kleines Personenregister.
Im Laufe der drei Bände erfährt man auch einiges über die Vergangenheit. Am Anfang eines jeden Kapitels gibt es immer kurze Rückblicke. So erfährt man ganz nebenbei, wie es zu Sinureds  damalige Schreckensherrschaft  kam, die sogenannte Dunkle Zeit auf Ulldart. Aber auch wie die Kontinente, die Götter und der Glauben an diese entstanden ist, ist hier sehr gut geschildert.

Mein Fazit: Der erste Sammelband der Ulldart Saga hat mir sehr gut gefallen. In den drei Bänden gibt es allerhand Überraschungen, unerwartete Entwicklungen, Verschwörungen und Intrigen. High Fantasy vom Feinsten! Die Charaktere sind sehr gut dargestellt - ob Gut oder Böse: Jeder spielt eine tragende Rolle. Durch den klaren Schreibstil lässt sich das Buch sehr gut lesen - die insgesamt 1.424 Seiten sind schneller gelesen als gedacht. :)
Zusammengefasst eine sehr gelungene Reihe, die mir bisher wirklich gut gefallen hat. Nun bin ich sehr neugierig wie es weitergeht und werde die Ulldart-Saga in jedem Fall fortsetzen. Für diesen Sammelband vergebe ich daher fünf Sterne!
  

Meine Bewertung:




Titel: Ulldart - Die komplette Saga 1 (Die Dunkle Zeit - Band 1-3)
Autor: Markus Heitz
Genre: High-Fantasy
Seitenanzahl: 1.424
Verlag. Piper



Die Sammelbände der Ulldart-Saga
Ulldart - Die komplette Saga 1
Ulldart - Die komplette Saga 2
Ulldart - Die komplette Saga 3

Die Einzelbände der Ulldart-Saga
Reihe 1
Die Dunkle Zeit 1 - Schatten über Ulldart
Die Dunkle Zeit 2 - Der Orden der Schwerter
Die Dunkle Zeit 3 - Das Zeichen des dunklen Gottes
Die Dunkle Zeit 4 - Unter den Augen Tzulans
Die Dunkle Zeit 5 - Die Magie des Herrschers
Die Dunkle Zeit 6 - Die Quellen des Bösen

Reihe 2
Zeit des Neuen 1 - Trügerische Friede
Zeit des Neuen 2 - Brennende Kontinente
Zeit des Neuen 3 - Fatales Vermächtnis


 Vielen Dank an den Piper-Verlag für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 14. Juli 2017

Rezension zu "Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf" von Oliver Pötzsch

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Band 7 der Henkerstochter-Saga

Im Jahr 1672: Zusammen mit seiner Familie reist der Schongauer Henker Jakob Kuisl nach München. Dort findet das Scharfrichtertreffen statt, zu dem Kuisl erstmals eingeladen wurde - eine große Ehre für ihn. Zudem hofft er, unter den Kollegen einen Ehemann für seine jüngere Tochter Barbara zu finden. Noch ahnt Jakob nicht, dass diese in einer misslichen Lage steckt.
Doch kaum in München angekommen, erfährt die Familie, dass es rätselhafte Morde an jungen Frauen gibt - alle wurden auf eine Art getötet, die sonst nur ein Scharfrichter anwendet - so fällt schon bald der Verdacht auf den Rat der Zwölf. Doch war es wirklich ein Kollege? Zusammen mit seiner Tochter Magdalena und deren Mann Simon fängt Jakob an zu ermitteln - und stößt schon bald auf noch mehr mysteriöse Hinweise...



"Die Straße auf der anderen Seite war leer. Irgendwo in einer Seitengasse ertönten Schritte, doch auch diese verstummten bald. Nur der Wind heulte noch, hoch und laut. Kuisl kam es vor, als verspottete er ihn." - Seite198, eBook


Auch im 7. Band um den Schongauer Henker Jakob Kuisl und seiner Tochter Magdalena gibt es wieder eine mysteriöse Mordserie. Schon der unheimliche Prolog, der knapp 23 Jahre zuvor spielt lässt Schreckliches erahnen. Diesmal spielt die Handlung in der Landeshauptstadt München, wo die ganze Familie zu einem Scharfrichtertreffen eingeladen ist. Eine große Ehre für Jakob Kuisl, der nun erstmals in den Rat der Zwölf gewählt würde -  das oberste Gremium der bayrischen Scharfrichterzunft. Doch das Treffen findet nicht innerhalb der Stadttore satt, sonder in der Au - einem finsteren Vorort nahe der Isar. Schon bald wird dort erste Leiche gefunden...
Der Schreibstil ist wie gewohnt sehr flüssig, das Buch lässt sich angenehm lesen. Es gibt viele detaillierte Beschreibungen der einzelnen Schauplätze und Geschehnisse, aber auch die Hauptfiguren werden sehr gut wieder gegeben. Ob es Jakob Kuisl, seine Töchter Barbara und Magdalena oder auch deren Mann Simon Fronwieser ist - jeder hat mit eigenen Sorgen und Nöten zu kämpfen, die in diesem Band gut beschrieben werden. Denn neben den Ermittlungen in den Mordfällen ist gerade das auch sehr spannend zu verfolgen. Zudem spielen hier nun auch die beiden Söhne von Magdalena und Simon erstmals eine etwas größere Rolle. Und so kommt schließlich nach und nach jedes Puzzleteil an seinen Platz - natürlich ganz anders als erwartet...

Auch wenn es mittlerweile der 7. Band ist, so kann man trotzdem auch ohne Vorkenntnisse mittendrin einsteigen. Der Fall ist in sich abgeschlossen und es gibt genügend Informationen über die Charaktere und deren Hintergründe, so ist alles sehr gut nachvollziehbar. Dennoch kann ich jedem auch die Vorgänger wärmstens empfehlen!
Neben einem interessanten und sehr informativen Nachwort gibt es von Oliver Pötzsch noch im Anhang einen kleinen Münchener Stadtführer, der sich auf die Schauplätze der Romanhandlung bezieht.


"Kuisl runzelte die Stirn und dachte nach. Etwas arbeitete schon länger in ihm. Er war sich sicher, dass es da einen wichtigen Mosaikstein gab, den er bislang übersehen hatte. Doch auch jetzt entglitt ihm der Gedanke, sobald er danach greifen wollte."  - Seite 228, eBook


Mein Fazit: Wieder ein gelungener historischer Krimi aus der Feder von Oliver Pötzsch. Es gibt ein Wiedersehen mit vielen bekannten Charakteren, die sich mit jedem Band weiter entwickeln. Die Mordserie gibt viele Rätsel auf, bei der man als Leser wieder fleißig mit raten kann - natürlich kommt vieles anders als gedacht. Besonders zum Ende hin gibt es noch einige Überraschungen. Der siebte Band hat mir sogar noch etwas besser als der Vorgänger gefallen. Sehr spannend und wirklich lesenswert! 

Meine Bewertung: 





Titel: Die Henkerstochter und der Rat der Zwölf - (Band 7)
Autor: Oliver Pötzsch
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 688
Verlag: Ullstein
Erstveröffentlichung: Juli 2017

Die Bücher der Henkerstochter-Saga
Band 1 - Die Henkerstochter - Lovelybooks
Band 2 - Die Henkerstochter und der schwarze Mönch - Lovelybooks
Band 3 - Die Henkerstochter und der König der Bettler - Lovelybooks
Band 4 - Der Hexer und die Henkerstochter - Lovelybooks
Band 5 - Die Henkerstochter und der Teufel von Bamberg
Band 6 - Die Henkerstochter und das Spiel des Todes
Band 7 - Die Henkerstochter und der Rat der ZwölfBand 8 - Die Henkerstochter und der Fluch der Pest

 
Vielen Dank an die Ullstein Buchverlage und Netgalley für das Rezensionsexemplar! :)

Donnerstag, 13. Juli 2017

Rezension zu "Der Hüter - Stadt der Tiefe" von Jasmin Jülicher

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Eine Unterwasserstadt voller Geheimnisse...

Im Jahr 1888: Nachdem der Große Krieg das Leben auf der Erdoberfläche so gut wie unmöglich gemacht hat, wurde eine Stadt konstruiert, die sich auf dem Meeresboden befindet: Biota ist für die Bewohner zu einer sicheren Heimat geworden mit vielen Annehmlichkeiten. Sämtliche Tendenz zu Gewalt wurde von den Oberen -den Vorstehern der Stadt- in den Menschen ausgelöscht. Doch dann geschieht das, was eigentlich nie hätte geschehen dürfen: Es wird eine Leiche gefunden - alles deutet darauf hin, dass sie ermordet wurde. Zusammen mit der Biologin Nic ermittelt Alexander, der oberste Hüter der Stadt, in der Sache. Schon bald finden sie heraus, dass Biota längst keine sichere Zuflucht mehr ist. Als sich die Ereignisse schließlich überschlagen, stehen die beiden vor einer schweren Entscheidung, die alles verändern kann...


"Er hatte nicht die geringste Ahnung, was er tun sollte. Morde zu untersuchen war für seine Position als Hüter nicht vorgesehen. Morde waren für Biota nicht vorgesehen. Keiner der Bewohner dürfte im Stande sein, ein solches Verbrechen zu begehen. Die Oberen hatten es gesagt." - Seite 37, eBook


Vor kurzem bin ich auf diesen besonderen Roman aufmerksam geworden, dessen Klappentext mich sofort angesprochen hat: Das Leben auf der Welt wurde durch den Großen Krieg unmöglich gemacht und Biota wurde erschaffen - eine riesige Stadt tief im Meer. Und diese Unterwasserstadt kann man sich bildlich gut vorstellen, weil sie von der Autorin sehr gut beschrieben wird. Ob es die verschiedenen Lebensbereiche, die Ränge oder auch die Forschungsbereiche sind - alles ist sehr verständlich geschildert. Ein sehr außergewöhnlicher Aspekt hier: Den Bewohnern wurde sämtliche Tendenz zu Gewalttaten genommen - und doch passiert ein Mord. Die Ermittlungen bringen  schließlich langgehütete, teils dunkle Geheimnisse ans Licht...
Was mir hier besonders gefallen hat, ist der Anfang: Denn dort wird in Zeitsprüngen geschildert, was den Großen Krieg ausgelöst hat und wie es überhaupt dazu kam - bis hin zu der Idee der Unterwasserstadt. Sehr toll fand ich die Steampunk-Elemente - gemischt mit etwas Fantasy und Abenteuer machen sie aus diesem Krimi einen sehr packenden, besonderen Roman.
Der Schreibstil ist klar, die Handlung geht zügig voran und wird nach und nach immer spannender.
Einzig die Charaktere könnten stärker ausgearbeitet sein, sie wirken noch etwas blass. Auch einzelne Übergänge zu anderen Szenen/Abschnitten waren mir manches Mal ein wenig zu abrupt. Jedoch sind das nur kleine Schwächen und trübt nicht das Leseerlebnis.
Was mich auch sehr angesprochen hat, ist das wunderschön gestaltete Cover. Das Mikroskop vor dem Fenster mit Blick auf die Weite des Meeresgrundes  ist perfekt gewählt.


"Was er da hörte, kam ihm absurd, ja unmöglich vor, doch inzwischen hatte er so viel über diese Stadt erfahren... Anscheinend war alles möglich." - Seite 196, eBook


Mein Fazit: Ein spannender Roman mit außergewöhnlichem Schauplatz und gelungenem Genre-Mix. Hauptsächlich ein Krimi, doch die Steampunk-Elemente kommen hier sehr gut zur Geltung - in Kombination mit etwas Fantasy eine tolle Mischung. Der Schreibstil ist flüssig mit detailreichen Schilderungen der Umgebung. Der Handlungsverlauf hält dann noch einige Überraschungen bereit. Abgesehen von kleinen Schwächen ein sehr lesenswerter Roman und ein toller Auftakt der Reihe!

Meine Bewertung: 




Titel: Der Hüter - Stadt der Tiefe
Autorin: Jasmin Jülicher
Genre: Krimi / Steampunk / Fantasy
Seitenanzahl: 247
Verlag: BoD - Books on Demand

Vielen Dank an Jasmin Jülicher für das Rezensionsexemplar! :)

Das eBook erscheint am 06.08.2017, für den Buchdruck läuft zurzeit eine Crowdfunding-Kampagne, bei der man die Autorin unterstützen kann. Eine tolle Sache! Für mehr Infos schaut doch einfach mal hier vorbei: