Sonntag, 16. September 2018

Rezension zu "Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten" von Jonas Jonasson

Zum Buch

Band 2 um den Hundertjährigen

Allan Karlsson ist wieder da! Der Hundertjährige hat genug vom Dauerurlaub auf Bali und ist begeistert, als sich ein neues Abenteuer ankündigt: Bei einer Ballonfahrt geraten sie auf Abwege, und Allan und sein Gefährte Julius müssen im Meer notlanden. Zum Glück werden sie gerettet. Pech ist jedoch, dass sich das Rettungsboot als nordkoreanisches Kriegsschiff entpuppt und Kim Jong-un im Atomkonflikt gerade seine Muskeln spielen lässt. Und schon steckt Allan, der sich mit Atomwaffen schließlich bestens auskennt, mitten in einer heiklen politischen Mission, die ihn von Nordkorea über New York bis in den Kongo führen wird. Dabei nimmt er auch Kontakt zu Donald Trump und Angela Merkel auf - mit ungeahnten Folgen... (Quelle: Klappentext - C. Bertelsmann-Verlag)



„Wer sind Sie?“, schnitt ihr der Präsident das Wort ab und wandte sich direkt an Allan. Allan dachte gerade dasselbe über den Mann, der ihm da gegenübersaß. War er Präsident oder einfach nur seltsam? Na, die Geschichte hatte ja schon gezeigt, dass beides auch gleichzeitig möglich war. – Seite 138, eBook


Im Jahr 2011 erschien  Der Hundertjährige, der aus dem Fester stieg und verschwand und erzählte die außergewöhnliche und skurrile Geschichte von Allan Karlsson. Da mich das Buch vor einigen Jahren begeistert hatte, war ich sehr gespannt auf die Fortsetzung, die gerade erschienen ist. Schon das Vorwort ist sehr sympathisch: Dort erklärt der Autor, dass ein zweiter Teil eigentlich nicht geplant war und wie es dennoch dazu kam. Allan Karlsson, der nun seinen 101. Geburtstag feiert, erlebt nach einer missglückten Ballonfahrt ein neues außergewöhnliches Abenteuer, das ihn auf vier Kontinente führt, wo er einiges durcheinander bringt.
Herrlich schräg, amüsant und mit viel schwarzem Humor erzählt Jonas Jonasson, wie Allan zuerst in Nordkorea landet und dort das Chaos seinen Lauf nimmt. „Es kommt, wie es kommen muss“ ist ein Satz, der öfter fällt und sehr gut passt. Allan und sein guter Freund Julius geben ein unterhaltsames Duo ab und geraten während ihrer Reise öfter mal in Schräglage. Dieses ist spannend und sehr unterhaltsam zu verfolgen. Dazu trägt der etwas spezielle, aber sehr passende Schreibstil bei, den man schon aus den vorigen Büchern des Autors kennt.


„So leicht stirbt man nicht“, sagte Allan. „Das weiß ich aus eigener Erfahrung. Und ein paar Schritte musst du schon noch machen.“
Er zeigte auf einen Nachbarschaftsladen auf der anderen Seite, Wand an Wand mit einem Bestattungsinstitut, wie es aussah.
„Das geht schon noch, oder? Wenn du links reingehst, kannst du Pflaster kaufen, und wenn die nichts haben, kannst du ja nach rechts gehen und sterben.“ – Seite 163, eBook


Mein Fazit: Eine herrlich schräge und gelungene Fortsetzung! Unterhaltsam und oft mit viel schwarzem Humor erzählt Autor Jonas Jonasson die Geschichte um den Hundertjährigen weiter, der nichts von seiner Schlagfertigkeit verloren hat. Es wird abenteuerlich, skurril und auch spannend – eine gute Mischung. Sehr empfehlenswert für alle, die schon den ersten Band um den Schweden Allan Karlsson mochten!

Meine Bewertung: 





Titel: Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten
Autor: Jonas Jonasson
Genre: Roman / Humor
Seitenanzahl: 448
Verlag: C. Bertelsmann

Die Bücher der Reihe Der Hundertjährige:
Band 1 - Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand
Band 2 - Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten



Vielen Dank an das Bloggerportal und C. Bertelsmann für das Rezensionsexemplar!

Freitag, 14. September 2018

Rezension zu "Die Party" von Jonas Winner

Zum Buch

Mörderisches Halloween…

Es ist der 31. Oktober 2018. An diesem Tag hat Brandon eine Halloweenparty geplant, die gleichzeitig ein auch ein Wiedersehen mit seinen damaligen Schulfreunden sein wird. Zehn Gäste hat er zu sich nach Hause eingeladen, einem abgelegenen Glasbungalow. Brandon möchte die achtziger Jahre wieder aufleben lassen - die Zeit, in der sie Teenager waren. Zu Beginn müssen daher alle ihre Handys abgeben. Doch schon nach der spektakulären Begrüßung überschlagen sich die Ereignisse – Der Gastgeber wird von  einem Kronleuchter erschlagen, dessen Verankerung sich aus der Decke gelöst hat. Ein unglücklicher Unfall – oder nicht? Die Party nimmt ihren schrecklichen Verlauf – mit einem Killer unter ihnen…



„Meterweit fliegen die Scherben umher. Ein Krach, als würde ein Zug entgleisen. Stille. Und Dunkelheit. Die Flammen sind verloschen – die Musik ist verstummt." – Seite 48


Nachdem mir im letzten Jahr der Thriller Murder Park so gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt auf Jonas Winners neuestes Werk. Hier geht es um eine Halloweenparty, die schon am Anfang komplett aus dem Ruder läuft. Der Gastgeber kommt ums Leben – ein Unfall? Schließlich versuchen sich die zehn Gäste an damals zu erinnern – denn sie alle waren im Jahr 1986 schon einmal bei einer Halloweenparty in Brandons Haus. Was ist damals wirklich geschehen und warum sind sie heute, nach 32 Jahren wieder hier? Die vermeintliche Party wird schließlich ein Wettlauf um Leben und Tod und einer Suche nach Antworten…
Der Schreibstil ist klar und direkt – man ist sofort mitten im Geschehen. Das abgelegene Haus, das zudem noch einige dunkle Geheimnisse verbirgt, ist ein sehr gut gewählter Schauplatz. Anfangs gibt es viele einzelne Puzzleteile, die sich aber nach und nach zusammenfügen und ein erschütterndes Bild ergeben. Zudem kann man als Leser fleißig mit raten, wer hinter den Morden steckt. Zwischendurch gibt es auch immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit, die langsam Licht ins Dunkel bringen. Besonders packend wird es im letzten Drittel, das so einiges zu bieten hat.
Mit den Charakteren hatte ich allerdings einige Mühe – besonders im ersten Drittel waren mir einige Handlungen etwas zu übertrieben, sie waren mir zudem etwas blass.  
Ansonsten hat mir die düstere Halloween-Atmosphäre sehr gut gefallen und auch, das alles völlig unvorhersehbar bleibt. Das ist dem Autor wirklich gut gelungen.


„Nick konnte nicht klar denken. Aber er spürte es, irgendwo tief in sich, dass etwas entsetzlich schief gegangen war. Dass etwas zwischen ihnen eingeschlagen hatte, und mit diesem fürchterlichen Hieb alles verändert war.“ – Seite 50


Mein Fazit: Ein packender Thriller, dessen Verlauf voller Überraschungen steckt. Rasante Wendungen und unglaubliche Entdeckungen bringen nach und nach die Wahrheit ans Licht – und diese kann erschreckender nicht sein. Gerade das alles so unvorhersehbar bleibt, hat mir hier sehr gut gefallen.
Einen Stern ziehe ich leider ab, da ich mit den Charakteren nicht richtig warm geworden bin. Doch ansonsten ist Die Party ein rasanter Thriller, in dem die unheimliche Halloween Atmosphäre wirklich gut gelungen ist.

Meine Bewertung: 






Titel: Die Party
Autor: Jonas Winner
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 368
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: 10. September 2018


Vielen Dank an das Bloggerportal  und Heyne für das Rezensionsexemplar!

Mittwoch, 5. September 2018

Rezension zu "Der Outsider" von Stephen King

Zum Buch

Das Böse geht um…

Im Stadtpark von Flint City ist ein grausames Verbrechen geschehen: Dort wurde die Leiche eines 11-jährigen Jungen gefunden. Anhand von Augenzeugenberichten und eindeutigen Spuren am Tatort kann die Polizei schnell einen Täter ausmachen, der bisher ein unbescholtener Bürger war:  Terry Maitland, verheiratet, Familienvater, ein beliebter Englischlehrer und zudem noch der Couch der Jugend-Baseballmannschaft. Auch wenn Detective Ralph Anderson, dessen Sohn Derek ebenfalls von Maitland trainiert wurde, es kaum glauben kann, ordnet er die sofortige Festnahme an – öffentlich, während eines Spiels vor großem Publikum. Doch kurz darauf tauchen Unstimmigkeiten auf, denn Terry kann ein wasserfestes Alibi vorweisen. Dagegen spricht, dass Detective Anderson und der Staatsanwalt Samuels eindeutige DNA-Beweise für das Verbrechen haben.
Ist der Fall damit klar oder doch nicht so wasserdicht, wie anfangs geglaubt? Anderson lässt der Fall keine Ruhe und ermittelt weiter – mit ungeahnten und düsteren Folgen…


„Wenn  man das Sinnbildliche weglässt, dann bleibt das Unerklärliche übrig, hatte Jeannie gesagt. Das Übernatürliche.
Allerdings war das nicht möglich. In Büchern und Filmen mochte das Übernatürliche existieren, in der realen Welt tat es das nicht.“ – Seite 305/306, eBook


Mit Spannung habe ich auf den neuen Roman von Stephen King gewartet und Der Outsider hält einige Überraschungen bereit: Die Inhaltsangabe gibt nur einen kleinen Einblick in die Geschichte, die noch ein viel größeres Ausmaß annimmt. Zuerst klingt alles nach einem soliden Thriller: Eine Leiche wird gefunden - aufgrund von Augenzeugen und eindeutigen DNA-Spuren wird der Täter schnell ausfindig gemacht. Doch der vermeintliche Täter ist ein unbescholtener Bürger, ein beliebter Trainer und kann dazu noch ein Alibi aufweisen, an dem nicht zu rütteln ist. Eigentlich.
Diese Geschichte nimmt einiger Zeit einen überraschenden Verlauf und der für Stephen King so typische Stil kommt zum Vorschein:  Er setzt das Grauen mitten in eine zunächst völlig normal wirkende Gegend. Der Schreibstil ist, wie vom Autor gewohnt sehr ausführlich, detailreich und mit gut ausgearbeiteten Figuren. Hier stehen nicht nur Terry Maitland und Ralph Anderson im Vordergrund, sondern auch viele Charaktere, die man im ersten Augenblick vielleicht nur als Nebenfiguren wahrnimmt. Und für alle, die die Bill Hodges-Reihe (Mr. Mercedes / Finderlohn / Mind Control) gelesen haben, gibt es hier ein besonderes Wiedersehen.
Die Story ist spannend zu verfolgen: Es gibt viele lose Fäden, die King nach und nach perfekt miteinander verbindet – es entsteht ein klares Bild. Das ist ihm hier gut gelungen. Gerade das Ausführliche, was man auch aus Romanen wie Es oder The Stand kennt, hat mir hier wieder sehr gut gefallen.


„Hinter ihm stand jemand, und das war keine Sinnestäuschung. Er konnte den Schatten sehen, lang und schmal. Und … waren das Atemgeräusche?“ – Seite 323, eBook


Mein Fazit: Stephen King, wie man ihn kennt – mit Der Outsider ist ihm wieder ein sehr gutes Werk gelungen. Es wird spannend und überraschend und auch die Horrorelemente kommen nicht zu kurz. Nach und nach werden die losen Fäden miteinander verbunden und ergeben ein erschreckendes Bild. Ein packender Thriller, der zwar nicht rasant, aber sehr gut ausgearbeitet ist. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!


Meine Bewertung: 






Titel: Der Outsider
Autor: Stephen King
Genre: Thriller/Horror
Seitenanzahl: 752
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: 27. August 2018



 
Vielen Dank an das Bloggerportal und Heyne für das Rezensionsexemplar!