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Clara, Elias und die Liebe
Vom ersten Moment an wissen Clara und Elias, dass sie füreinander bestimmt sind. Damit ändert sich alles: Elias kann nicht länger verdrängen, dass er mit seiner Freundin in einem falschen Leben steckt. Und für Clara wird es Zeit, das Alleinsein aufzugeben. Auf das wilde Glück der Anfangszeit folgt die erste Bewährungsprobe, und die beiden zweifeln und kämpfen mit- und umeinander. Kann man, nicht mehr ganz jung und beladen mit Lebenserfahrung, noch einmal oder überhaupt zum ersten Mal die große Liebe finden?
(Quelle: Inhaltsangabe - DuMont Verlag)
Von Ewald Arenz habe ich bereits Der große Sommer und Alte Sorten gelesen, bei denen mir besonders der klare und detaillierte Schreibstil sehr gefallen hat. Auch sein neuer Roman Die Liebe an miesen Tagen hat diesen besonderen Erzählstil.
Die Hauptfiguren sind Clara und Elias, die zwei völlig unterschiedliche Leben führen: Clara arbeitet als Fotografin und lebt nach einem großen Schicksalsschlag schon lange allein. Elias, der als Schauspieler auf der Theaterbühne zuhause ist, führt eine Beziehung, die nicht vollständig ist. Er liebt Vera nicht. Als Clara und Elias sich zufällig begegnen, merken sie vom ersten Augenblick an, das es passt.
Nach einiger Zeit voller Glück steht eine wichtige Entscheidung an – plötzlich werden Unsicherheiten deutlich – hat ihre Liebe überhaupt eine Chance? Schließlich fasst Clara einen Entschluss – doch kurz darauf überschlagen sich die Ereignisse…
Schon auf den ersten Seiten wird man von dem ruhigen und sehr klaren Erzählstil des Autors mitgenommen. Er beschreibt sowohl die Natur, als auch die Schauplätze und kleinste Momentaufnahmen intensiv, detailreich und manchmal auch etwas poetisch.
„Das Café war nur zur Hälfte besetzt. Die Musik leise und unaufdringlich. Das Zischen der Kaffeemaschine, das gedämpfte Klappern von Geschirr, das durchscheinende Gewebe aus Gesprächen, von denen man nur die Stimmung mitbekam, die man aber nicht verstand – er liebte das.“ – Seite 24, eBook
„Es war dieser Wintertag mitten im Frühling. Das Singen der Vögel passte so gar nicht zum wirbelnden Weiß. Es klang wie ein Versprechen, das gegeben wurde, wenn man es am wenigsten erwartete. Ein Versprechen, dass alles anders würde. Dass es in ihm nicht kalt bleiben musste.“ – Seite 98, eBook
Ebenfalls bekommt Claras Beruf und Leidenschaft – die Fotografie – zu Anfang einen zentralen Platz, was mir sehr gut gefallen hat. Beide Charaktere sind sehr gut ausgearbeitet und die Blickwinkel wechseln regelmäßig zwischen den beiden, sodass man einen guten Einblick in deren Gefühle, Sorgen und Gedanken bekommt. Clara und Elias sind zwei völlig unterschiedliche Personen, aber es wird schnell klar, dass sie gut zusammenpassen. Besonders ihre Dialoge sind erfrischend.
„Fremde Vertrautheit. Ließ sich die Stimmung zwischen ihnen so benennen? Sie sprachen miteinander, als würden sie sich schon lange kennen, aber trotzdem war da dieses Prickeln der Fremdheit.“ – Seite 81, eBook
Der Roman lässt sich angenehm lesen und hat einige bewegende Momente. Auch die Nebencharaktere, wie Elias‘ Tochter Jule oder Claras Bruder Jan kommen sehr gut zur Geltung. Anfangs eher ruhig, wird es im letzten Drittel etwas dramatisch – man kann das Buch dann nur noch schwer aus der Hand legen, da man unbedingt wissen möchte, wie es ausgeht.
Mein Fazit: Ein gelungener Roman, in dem der schöne und detaillierte Schreibstil von Ewald Arenz wieder sehr gut zur Geltung kommt. Bildgewaltig und etwas poetisch beschreibt er die Natur, Schauplätze und bestimmte Momentaufnahmen. Die Charaktere sind stark gezeichnet und die Liebe zwischen ihnen wird deutlich – an guten und an miesen Tagen. Überwiegend ruhig erzählt, aber auch oft bewegend und auf besondere Weise packend. Ein sehr lesenswertes Buch.
Meine Bewertung:
Titel: Die Liebe an miesen Tagen
Autor: Ewald Arenz
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 384
Verlag: DuMont
Erstveröffentlichung: 16. Januar 2023






