Samstag, 17. April 2021

Rezension zu "Der große Sommer" von Ewald Arenz


Zum Buch



Ein Sommer, der alles verändert


Die Zeichen auf einen entspannten Sommer stehen schlecht für Frieder: Nachprüfungen in Mathe und Latein. Damit fällt der Familienurlaub für ihn aus. Ausgerechnet beim gestrengen Großvater muss er lernen. Doch zum Glück gibt es Alma, Johann - und Beate, das Mädchen im flaschengrünen Badeanzug. In diesen Wochen erlebt Frieder alles: Freundschaft und Angst, Respekt und Vertrauen, Liebe und Tod. Ein großer Sommer, der sein ganzes Leben prägen wird.
(Quelle: Klappentext - Dumont-Verlag)





„Es war dieser eine Sommer, wie es ihn wahrscheinlich nur einmal im Leben gibt. Den hoffentlich jeder hatte; dieser eine Sommer, in dem sich alles ändert.“ – Seite 13, eBook


Der große Sommer ist mein erster Roman, den ich von Ewald Arenz gelesen habe. Ich war sofort begeistert von dem leichten, schönen und detaillierten Schreibstil.
Mittelpunkt der Geschichte ist der Sommer im Jahr 1981, in dem der 16-jährige Friedrich „Frieder“ Büchner einiges erlebt, das zum Teil sein ganzes Leben prägen wird. Von kurzen Augenblicken in der Gegenwart, wo der inzwischen erwachsene Frieder auf dem Friedhof nach einem bestimmten Grab sucht und sich dabei an jenen vergangenen Sommer erinnert, spielt der Hauptteil des Romans in der Vergangenheit:
Da Frieder in den Fächern Mathe und Latein durchgefallen ist, fährt er nicht wie üblich mit seiner Familie in den Urlaub, sondern verbringt die Ferien bei seinen Großeltern, um dort für die Nachprüfungen zu lernen. Kurz vor den Ferien hat er an einem Regentag im Freibad das Mädchen Beate kennen gelernt, die ihm nun nicht mehr aus dem Kopf geht. Neben dem Lernen verbringt er seine freie Zeit mit seinem besten Freund Johann, seiner jüngeren Schwester Alma und Beate – und erlebt mit ihnen einiges: Von großen Glücksmomenten und tiefem Vertrauen, über Angst und Verlust, bis hin zu nachdenklichen und ereignisreichen Momenten, die vieles verändern werden…
Zugleich erfährt Frieder auch mehr über das Leben seiner Großmutter und seinen immer so streng wirkenden Großvater.

Es ist eine Geschichte ohne viel drum herum – gerade das macht sie irgendwie besonders. Beeindruckend ist der bildgewaltige Schreibstil: der Autor schafft es, die jeweiligen Stimmungen perfekt einzufangen und Momentaufnahmen detailreich zu beschreiben. Über allem liegt eine oft träumerische Atmosphäre des damaligen Sommers – dieses ist sehr gut vorstellbar. Das Buch lässt sich flüssig lesen – mal mit unbeschwerten, mal nachdenklichen und traurigen Augenblicken, aber immer mit einer angenehm leichten Note.

„Wir schlossen die Fahrräder auf. Vom Friedhof klangen die Glocken herüber. Die Sonne stand über den Linden, die den Weg zu den Flusswiesen säumten. Für einen Augenblick war es, als wäre alles aus Licht gemacht. Die Kronen der Bäume eine Wolke von grün flirrendem Licht. Der Fahrradweg aus betonhellem, gleißendem Licht.“ – Seite 35, eBook


Mein Fazit: Ein besonderer Roman, der vor allem durch seinen schönen, leichten und detailreichen Schreibstil überzeugt. Es ist eine Geschichte über einen Sommer, in dem sich einiges verändert – eingefangen mit tollen Momentaufnahmen: Mal bewegend und traurig, dann wieder unbeschwert und leicht verträumt. Eine sehr gute Mischung. Wirklich lesenswert!


Meine Bewertung:




Titel: Der große Sommer
Autor: Ewald Arenz
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 320
Verlag: DuMont
Erstveröffentlichung: 26 März 2021



Vielen Dank an den DuMont-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen