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Ein Hirte auf der Suche nach seinem persönlichen Lebensweg
Santiago, ein andalusischer Hirte, hat einen wiederkehrenden Traum: Am Fuß der Pyramiden liege ein Schatz für ihn bereit. Soll er das Vertraute für möglichen Reichtum aufgeben? Santiago ist mutig genug, seinem Traum zu folgen. Er begibt sich auf eine Reise, die ihn über die Souks in Tanger bis nach Ägypten führt, er findet in der Stille der Wüste auch zu sich selbst und erkennt, dass das Leben Schätze bereithält, die nicht mit Gold aufzuwiegen sind.
Paulo Coelhos Der Alchimist ist mir in den letzten Jahren immer wieder begegnet – nun habe ich den Klassiker endlich gelesen und bin beeindruckt von diesem Buch. Im Original bereits 1988 erschienen, veröffentlichte der Diogenes Verlag im Jahr 1996 die bekannte deutsche Übersetzung.
Im Mittelpunkt steht der junge Hirte Santiago, der seit Jahren mit seiner Schafherde durch Andalusien zieht und eigentlich ganz zufrieden mit seinem Leben ist. Doch seit einiger Zeit hat er wiederholt den gleichen Traum: Hier führt ihn sein Weg nach Ägypten zu den Pyramiden. Dort am Fuß der eindrucksvollen Bauten liege ein Schatz für ihn bereit. Nach langer Überlegung lässt er sein bisheriges Leben hinter sich und begibt sich auf die Reise nach Afrika. Auf seinem Weg zu den Pyramiden erlebt er einiges und lernt interessante Menschen kennen, die ihm Wichtiges mit auf den Weg geben. Zu ihnen gehören u.a. ein geheimnisvoller alter Mann der behauptet, ein König zu sein und ein Kristallhändler, bei dem der Hirte einige Zeit verbringt. Und natürlich der berühmte Alchimist, der hier noch eine zentrale Rolle spielen wird.
„Erst die Möglichkeit, einen Traum zu verwirklichen, macht unser Leben lebenswert“, überlegte er, während er nochmals zum Himmel aufschaute und seine Schritte beschleunigte. – Seite 16, eBook
Auf 176 Seiten erzählt der Autor mit einer angenehmen Erzählweise die Geschichte von dem jungen Hirten (der hier meistens als „ der Jüngling“ bezeichnet wird) und der Suche nach dessen Lebensweg. Gleichzeitig ist dieses Abenteuer, das ihn durch die gefährliche Wüste führt, auch eine Reise zu sich selbst. Von den interessanten Menschen, die ihm während seiner Reise begegnen, erhält er wichtige Botschaften, Zeichen und Hinweise.
„Vergiss nie, dass alles ein Ganzes ist. Vergiss die Sprache der Zeichen nicht. Und vor allem vergiss nicht, deinen persönlichen Lebensweg zu Ende zu gehen.“ – Seite 26, eBook
„Je näher man an seinen Traum herankommt, um so mehr wird der persönliche Lebensweg zum eigentlichen Lebensziel“ – Seite 47, eBook
Der Stil ist manchmal leicht verträumt, mal nachdenklich und auch mal etwas mystisch, aber meist sehr interessant. In der Mitte gibt es mal einen leichten Durchhänger, was das stimmige Ende aber wieder gutmacht.
Mein Fazit: Ein beeindruckendes Buch, das sich zu lesen lohnt. Leicht geschrieben, enthält es viele wertvolle Botschaften. Die Reise des jungen Mannes auf der Suche nach sich selbst ist facettenreich und interessant zu verfolgen: Mal mystisch, mal nachdenklich und auch mal abenteuerlich. Ich vergebe 4,5 Sterne.
Meine Bewertung:
Titel: Der Alchimist
Autor: Paul Coelho
Genre: Roman / Klassiker
Seitenanzahl: 176
Verlag: Diogenes
Deutsche Erstveröffentlichungen: 1993, 1996 erstmals bei Diogenes
Aktuelle Taschenbuchausgaben: März 2008 / Mai 2014 (TB Deluxe)

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