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Ein mysteriöses Verschwinden und außergewöhnliche Ermittlungen
Er ist der selbsternannte Sheriff von Raufarhöfn. Er hat alles im Griff. Kein Grund zur Sorge. Tag für Tag wandert er über die weite Ebene um das beinahe ausgestorbene Dorf, jagt Polarfüchse und legt Haiköder im Meer aus, um den Fang zu Gammelhai zu verarbeiten. Doch in Kalmanns Kopf laufen die Räder manchmal rückwärts. Als er eines Winters eine Blutlache im Schnee entdeckt, überrollen ihn die Ereignisse. Mit seiner naiven Weisheit und dem Mut des reinen Herzens wendet er alles zum Guten. Kein Grund zur Sorge.
(Quelle: Klappentext - Diogenes-Verlag)
Der Autor Joachim B. Schmidt hat mit dem 34-jährigen Kalmann Odinsson eine ganz besondere Hauptfigur erschaffen: Kalmann lebte schon immer in dem abgelegenen isländischen Dorf Raufarhöfn. Mit seinem Sheriffstern und passendem Cowboyhut wandert er durch das schneebedeckte Dorf und den weiten Ebenen, jagt Polarfüchse und geht auf Haifischfang. Doch als er auf einem seiner Streifzüge eine Blutlache im frischgefallenen Schnee entdeckt, ist Kalmann zunächst überfordert – er kann die Lage nicht einschätzen. Doch schon kurz darauf geht man dem Fall nach, denn der örtliche Hotelbesitzer Robert McKenzie wird seit kurzem vermisst. Und wer ist für die Suche besser geeignet als Kalmann – kennt er die Gegend doch wie seine Westentasche…
Somit beginnt eine Ermittlung, die so ganz anders verläuft als gewöhnlich.
„Das Blut glänzte rot und dunkel im weißen Schnee. Die Schneeflocken legten sich unaufhörlich darauf und schmolzen in der Blutlache. (…)
Natürlich schaute ich mir die ganze Sauerei etwas genauer an. Ich bemerkte Spuren, aber die waren durch den Neuschnee nur noch undeutlich zu erkennen.“ (Kalmann) – Seite 20, eBook
Kalmann erinnert etwas an Forrest Gump. Er lebt in seiner eigenen Welt, mit eigenen Gedanken und einer speziellen alltäglichen Routine. Neues und ungewohntes überfordert ihn leicht, doch er versucht dieses dann passend einzuordnen. Da das Buch in der Ich-Perspektive aus Kalmanns Sicht geschrieben ist, bekommt man schnell einen guten Einblick in sein Leben und seine Gedankengänge.
„Jemand sagte mir mal, dass jeder eine Bestimmung im Leben habe. Niemand sei zufällig hier. Alles habe einen Grund, eine Bedeutung, einen Sinn. Und in diesem Moment wurde mir bewusst, dass alles seine Richtigkeit hatte.“ (Kalmann) – Seite 201, eBook
Anfangs muss man sich erstmal einlesen – es dauert etwas, bis man sich an Kalmanns Gedankengänge und Handlungen gewöhnt hat, aber dann liest es sich plötzlich ganz leicht - seine Geschichte und die Vorgänge in dem isländischen Dorf sind interessant und spannend zu verfolgen. Die Darstellung der etwas anderen Hauptfigur ist dem Autor sehr gut gelungen. Ab und an gibt es kleine Längen und manchmal wird die Geschichte etwas skurril, doch im letzten Drittel nimmt die Geschichte an Fahrt auf und überrascht mit einem Ende, das verblüfft.
Mein Fazit: Ein Krimi der etwas anderen Art mit einer besonderen Hauptfigur. Nach etwas Einlesezeit entwickelt sich die Geschichte interessant, spannend und hält besonders am Ende einige (etwas schräge) Überraschungen bereit. Sehr gefallen haben mir die Schauplätze in Island, die hier sehr gut beschrieben werden. Trotz kleiner Schwächen ein lesenswertes Buch!
Meine Bewertung:
Titel: Kalmann
Autor: Joachim B. Schmidt
Genre: Roman / Krimi
Seitenanzahl: 352
Verlag: Diogenes
Erstveröffentlichung: 01. September 2020

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