Dienstag, 27. April 2021

Rezension zu "Ein finsterheller Tag" von David Almond

 

Zum Buch


Ein besonderer Sommertag


An einem heißen Sommermorgen verlässt Davie sein Zuhause, nicht ahnend, dass dieser Tag alles verändern wird.
Seine Welt ist ihm sehr vertraut – eine unbedeutende Kleinstadt, die er noch nie verlassen hat. Aber dieser Tag wird alles andere als alltäglich: Ein Junge wurde getötet, und Davie glaubt zu wissen, wer der Mörder ist. Auf der Suche nach ihm verschmelzen Realität und Phantasie, und bald merkt Davie, dass nichts so ist, wie es auf den ersten Blick zu sein scheint.
(Quelle: Klappentext - Fischer Verlage)






Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass dieser Roman ganz anders ist, als zunächst gedacht – erwartet habe ich einen kleinen Krimi, da direkt zu Beginn eine Leiche gefunden wurde. Doch wie sich die ganze Geschichte dann entwickelt und in welche Richtung sie geht, ist überraschend und irgendwie besonders.
Hauptfigur ist der Junge Davie, der vor kurzem seinen Vater verloren hat und noch versucht, mit seiner Trauer umzugehen. Und an diesem Sommermorgen scheint ihm bewusst zu sein, dass ihm ein Tag bevorsteht, der außergewöhnlich und anders sein wird. Dieser beginnt zunächst damit, dass ein toter Junge gefunden wird – schnell scheint für alle klar zu sein, wer der Täter ist. Doch trotz der Gefahr, dass anscheinend ein Mörder durch das ruhige Städtchen umherzieht, macht Davie sich auf kleine Wanderung durch den Ort und dessen Umgebung. Ohne zu ahnen, wohin sein Weg ihn führen wird…

„Er wandert heute durch alles, als wäre es ein Traum, als wäre es eine Geschichte, die sich entfaltet. Es ist eine Geschichte von Entdeckungen, obwohl er durch Orte geht, die er so gut kennt. Es ist eine Geschichte, in der jeder Schritt ein Wort ist, das ihn weiter ins Unbekannte führt.“ – Seite 75, eBook


Dieses Jugendbuch ist schön geschrieben – angenehm und mit einer etwas verträumten Atmosphäre, manchmal auch leicht poetisch. Der Autor fokussiert seine Geschichte rein um Davies Universum, ohne viele Abschweifungen, dafür aber mit kleinen Details rund um dessen Weg durch das verschlafen wirkende Dorf. Interessant sind die Gespräche mit den Menschen, denen Davie auf seinem Ausflug begegnet. Ab und an wird es etwas seltsam – erst später setzt sich das Gesamtbild zusammen.
Davies Gedanken, die öfter mal verträumt wirken, werden schön beschrieben. Auch wohin diese Geschichte letztendlich führt, ist gut gemacht – das Ende ist stimmig und gelungen. Der Buchtitel „Ein finsterheller Tag“ ist hier perfekt gewählt.

„Es gibt überall versteckte Orte, die nur darauf warten, gefunden zu werden“, sagte Dad. „Sogar in einer kleinen Stadt wie dieser, wo man meinen könnte, man hätte schon alles gesehen, was es zu sehen gibt.“ – Seite 81, eBook


Mein Fazit: Ein berührendes Jugendbuch, das so ganz anders ist als zunächst gedacht – schön geschrieben, oft mit etwas verträumter Atmosphäre. Die Hauptfigur und auch die Schauplätze sind toll beschrieben – manchmal etwas außergewöhnlich, aber lesenswert!



Meine Bewertung:




Titel: Ein finsterheller Tag
Autor: David Almond
Genre: Jugendbuch  / All Age
Seitenanzahl: 240
Verlag: FISCHER Sauerländer
Erstveröffentlicung: 28. April 2021



Vielen Dank an die S. Fischer-Verlage und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

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