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Leben zwischen zwei Welten
2096: Die Erde hat eine Kolonie auf dem Mars gegründet, um
neuen Lebensraum zu erschließen. Doch die will unabhängig sein: Während die
Mars-Bewohner den Raubtierkapitalismus der Erde verdammen, halten die
Erdenmenschen den roten Planeten für ein System unkontrollierter
Alleinherrschaft. Zur Verständigung zwischen den Völkern sendet der Mars
hundert Jahre später einige Jugendliche auf die Erde – darunter auch die
kürzlich verwaiste Luoying, eine Enkelin des Mars-Machthabers. Ihr Bruder
bleibt zurück. Fünf lange Jahre dauert es, bis die nun erwachsene Frau den
loyalen und erfolgreichen Rudy in der roten Heimat wiedersieht. Die
Weltenwanderin Luoying muss sich entscheiden: Für oder gegen das starre System
- mit möglicherweise tödlichen Konsequenzen nicht nur für sie selbst. (Quelle:
Klappentext vom Verlag)
„Am liebsten hatte er sie gefragt, was sie denn machen wolle, wenn sie einmal groß sei. Jetzt wusste sie die Antwort: Sie wollte nicht nur verstehen, was die anderen sagten, sondern hinter die Fassade ihrer Worte blicken.“ – Seite 83, eBook
Als ich den Klappentext gelesen habe, war klar, dass ich
dieses Buch unbedingt lesen musste. Denn diesen Roman enthält ein spannendes
Szenario. Wie oben erwähnt, hat die Erde im Jahr 2096 die erste Kolonie auf dem
Mars gegründet – die Handlung des Buches spielt aber gut 100 Jahre später, als
die 18-jährige Luoying nach einem fünfjährigen „Schüleraustausch“ zurück auf
den roten Planeten kommt – dort ist sie aufgewachsen. Doch das Leben auf der
Erde hat sie verändert – sie beginnt das
System zu hinterfragen, auch gibt es in ihrem Leben einige Unklarheiten. Sie
versucht den Geheimnissen auf die Spur zu kommen…
„Sie war eine Wanderin zwischen den Welten, doch sie konnte nicht entscheiden, welche von beiden die unfreiere war: der Mars, wo das System alle grundlegenden Bedürfnisse erfüllte, oder die Erde, auf der einem ständig die Armut drohen konnte. Aber eines wusste sie: Alle Menschen liebten die Freiheit. Sie mochten noch so verschieden sein, in diesem Punkt waren sie alle einander gleich.“ – Seite 168, eBook
Man wird an diese komplexe Geschichte langsam herangeführt -
am Anfang des Buches bekommt man einen kurzen, aber sehr guten Einblick, was in
den 100 Jahren seit der Marsbesiedelung geschehen ist – es gab einen großen
Krieg zwischen Erd- und Marsbewohnern. Nun, im Jahr 2190, sind die beiden
Planeten dabei, sich langsam wieder anzunähern. Diese Entwicklung ist spannend
zu verfolgen.
Neben der interessanten Geschichte rund um die Hauptfigur Luoying
hat mir besonders die sehr gute Ausarbeitung gefallen - die Autorin beschreibt
hier detailreich, wie das Leben der Marsianer aussieht. Man bekommt einen
Einblick in die Architektur der Stadt, die aktuelle Technologie und natürlich
auch, wie das marsianische Gesellschaftssystem gestaltet ist - dieses
unterscheidet sich sehr zu den Bewohnern der Erde.
Alles in allem ist es aber eine eher ruhige Geschichte – ein
besonderer Science-Fiction-Roman, der zwar nicht sehr actionreich ist, aber durch
gute Dialoge überzeugt und manches Mal zum Nachdenken anregt.
Mein Fazit: Ein ruhiger, aber beeindruckender Science-Fiction-Roman
über zwei Welten, deren Lebensumstände unterschiedlicher nicht sein können.
Ende des 22. Jahrhundert angesiedelt, gibt die Autorin einen interessanten und detaillierten
Einblick auf den inzwischen besiedelten Mars und dessen Beziehung zur Erde. Die
gesamte Ausarbeitung ist sehr gut gelungen – es gibt viele Hintergrundinfos. Anders
als die bekannte, oft rasante Science-Fiction-Action, aber lesenswert. Ich
vergebe 4,5 Sterne hierfür.
Meine Bewertung:
Titel: Wandernde Himmel
Autorin: Hao Jingfang
Genre: Science Fiction / Roman
Seitenanzahl: 752
Verlag: Rowohlt Polaris
Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)

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