Die Fortsetzung von Die Kathedrale des Meeres
Barcelona, im Jahr 1387: Der zwölfjährige Hugo Llor hat
einen großen Traum: Er möchte eines Tages ein bekannter Schiffsbaumeister
werden. Dank Arnau Estanyol, der den Jungen ins Herz geschlossen hat, arbeitet
er inzwischen in einer Werft am Hafen. Doch plötzlich kommt alles anders und
Hugos Leben ändert sich von Grund auf. Schließlich sucht er sich Arbeit in den
Weinbergen und lernt dort die Nichte des jüdischen Weinbergbesitzers kennen –
und verliebt sich in sie. Schon bald bekommt Hugo den erschreckenden Hass der
unterschiedlichen Volksgruppen hautnah zu spüren. Nach dramatischen Ereignissen
nimmt sein Leben eine erneute Wende…
„Alle wussten, wer Arnau Estanyol war, und seine Geschichte flößte ihnen Bewunderung ein. Es gab noch etliche Zeitzeugen, die erzählen konnten, wie viele Dienste er der Zunft und ihren Mitgliedern schon erwiesen hatte. Hugo stellte sich still und leise neben ihn.“ – Seite 10, eBook
Vor mehreren Jahren habe ich den Vorgänger Die Kathedrale
des Meeres gelesen und so den Lebensweg der Hauptfigur Arnau Estanyol mit
Spannung verfolgt. Auf die Fortsetzung des Romans war ich demnach sehr
gespannt. Die Hauptfigur in Die Erben der Erde ist der anfangs zwölfjährige
Hugo Llor, dessen Vater auf See verstorben ist. Doch auch Arnau Estanyol
begegnen wird hier wieder, für den der Junge eine Art Schützling geworden ist. Jedoch
nimmt die Handlung schon ziemlich am Anfang
einen dramatischen Verlauf und für Hugo ändert sich plötzlich alles…
Auf knapp 928 Seiten wird Hugos Lebensgeschichte über viele
Jahre bis weit hinein ins Erwachsenenalter erzählt – er erlebt Freud und Leid,
Glück und Pech, hat Freunde und Feinde. Es gibt überraschende Wendungen.
Ildefonso Falcones gibt hier das Barcelona Ende des 14./
Anfang des 15. Jahrhunderts sehr gut wieder und beschreibt detailreich den
Weinanbau und die Herstellung. Auch das damalige Leben und die
historischen Ereignisse sind sehr gut recherchiert und gut in die Handlung eingearbeitet.
Insgesamt ist Hugos Weg interessant zu verfolgen, jedoch
gibt es hier immer wieder Längen, was die Spannung oft dämpft. Es gibt
viele packende Abschnitte mit interessanten Entwicklungen, aber dann auch
wieder einige Seiten, wo der Geschichte der Schwung fehlt – das fand ich sehr
schade. Doch trotz einiger langatmiger Abschnitte lohnt sich das Weiterlesen,
denn die Geschichte nimmt gerade zum
Ende hin nochmal an Fahrt auf.
Auch das Meer konnte ihn nicht beruhigen. Er suchte Frieden im Wellenrauschen und in der sanften Brise, doch erinnerte sich nur an Dolcas Verachtung für das Meer: „Es macht nichts anderes, als sich zu bewegen.“ Vielleicht hatte sie recht… - Seite 589, eBook
Noch zu der Frage, ob man dieses Buch auch lesen kann, ohne
den Vorgänger zu kennen: Ja. Es gibt einige kleinere Rückblicke, die
wichtig für diese Geschichte sind, aber da die Hauptfigur eine andere ist und
einen eigenen und anderen Lebensweg hat, ist „Die Erben der Erde“ auch geeignet
für diejenigen, die den ersten Band nicht kennen.
Mein Fazit: Ein umfangreicher historischer Roman, der seine
Stärken und Schwächen hat. Besonders gelungen sind die detailreichen
Beschreibungen der verschiedenen Schauplätze und das Barcelona des 14./15.
Jahrhunderts. Es gibt viele interessante und packende Abschnitte, jedoch wird
es auch regelmäßig etwas langatmig, was die Spannungskurve leider etwas dämpft.
Doch auch wenn mich dieses Buch nicht an allen Stellen überzeugen konnte, lohnt
es sich, die Geschichte auf jeden Fall zu Ende zu lesen, da sich die Handlung über
viele Jahre erstreckt und die Veränderungen, sowohl im Leben der Hauptfigur als
auch historisch sehr interessant sind. Von mir gibt es positive drei Sterne.
Meine Bewertung:
Titel: Die Erben der Erde
Autor: Ildefonso Falcones
Übersetzt von: Michaela Meßner, Laura Haber, Cartsen Regling
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 928
Verlag: Penguin
Erstveröffentlichung: 11. Juni 2018
Die Bücher der Reihe:
Band 1 - Die Kathedrahle des Meeres
Band 2 - Die Erben der Erde

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