Mittwoch, 15. Januar 2020

Rezension zu "1794" von Niklas Natt och Dag

Zum Buch

Winge und Cardell ermitteln - Band 2

Stockholm, im Jahr 1794: Nach den Ermittlungen in einem dramatischen Todesfall im letzten Jahr fällt der Häscher Jean Michael Cardell erneut in ein tiefes Loch. Zudem muss er noch einen Verlust verarbeiten. Doch sein Leben ändert sich, als ihn eine Frau aufsucht und ihn um Hilfe bittet: Ihre Tochter wurde in ihrer Hochzeitsnacht grausam getötet. Schnell fällt der Verdacht auf den adligen Ehemann, der nach der Nacht in ein Irrenhaus gebracht wurde. Doch die Mutter der Getöteten glaubt nicht, dass es ihr Schwiegersohn war und bittet Cardell deshalb um Hilfe. Dieser nimmt die Ermittlungen auf und diese führen ihn erneut in die tiefsten und dunkelsten Abgründe Stockholms – schnell wird ihm klar, dass die Stadt gefährlicher ist als je zuvor…


„Er hat sich zu jenen gesellt, an denen ehrenwertere Gäste vorbeiblicken, ein Schattenwesen, das seiner Gegenwart und Zukunft beraubt wurde und dem nur mehr eine Vergangenheit geblieben ist, die von Zorn und schmerzlichen Erinnerungen geprägt ist.“ – Seite 135, eBook


Nach dem erfolgreichen und sehr packenden Debüt 1793 gibt es von Niklas Natt och Dag nun die mit Spannung erwartete Fortsetzung – auch 1794 ist wieder ein historischer Thriller, der es in sich hat. Auf den Häscher Jean Michael Cardell wartet ein neuer Fall, der einiges an Rätsel aufweist. Schon der Vorgänger war sehr direkt, heftig und oftmals ziemlich blutig – das ist hier nicht anders.  Die Handlung ist wie schon gewohnt wieder in vier Teile aufgeteilt, die nicht chronologisch, sondern jeweils aus der Sicht von verschiedenen Personen geschrieben ist. So lernt man die Charaktere, die hier eine zentrale Rolle spielen, sehr genau kennen. Dieser außergewöhnliche Stil ist auch hier wieder sehr passend, denn nach und nach setzt sich ein komplettes Bild zusammen, das schrecklicher nicht sein kann.
Was dem Autor ebenfalls sehr gut gelungen ist: Die Schilderung der Schauplätze und das Leben in Stockholm  Ende des 18. Jahrhunderts. Cardells Wege führen ihn in die dunkelsten Abgründe der Stadt – die unheimliche Atmosphäre ist von Anfang an spürbar. Auch andere Orte lernen wir hier kennen. Oftmals wird es sehr gruselig, es ist noch etwas düsterer als der Vorgänger.


 „Als sie losgehen, liegt die Gasse leblos vor ihnen. Die wenigen Leute, die unterwegs sind, wirken fahl wie Wiedergänger. (…) Alle Farbe ist aus den Gassen verbannt worden. (…) Spitze Zungen haben dem Jahr 1794 bereits einen Namen gegeben: Eisenzeit.“ – Seite 140, eBook


Die Geschichte selbst lässt sich spannend verfolgen – auch erfahren wir, wie der Lebensweg einer bekannten Figur weitergeht, die auch wieder eine wichtige Rolle spielt. Einzig von dem Ende war ich etwas enttäuscht – es ist zu abrupt und einiges bleibt ungeklärt.


Mein Fazit: 1794 ist ein historischer Thriller, der genau so düster ist wie sein Vorgänger.  Die Schilderungen sind nicht ohne – es wird heftig und oftmals blutig. Jedoch ist dieses Buch wieder ziemlich packend, die unheimliche Atmosphäre ist sehr gelungen.  Einen Stern ziehe ich ab, da mir das Ende zu abrupt war. Ansonsten eine sehr lesenswerte Fortsetzung!


Meine Bewertung: 




Titel: 1794
Autor: Niklas Natt och Dag
Genre: Historischer Thriller
Seitenanzahl: 560
Verlag: Piper
Erstveröffentlichung: 03. Januar 2020 


Die Bücher der Trilogie um Winge und Cardell 
Band 1 - 1793
Band 2 - 1794
Band 3 - 1795


Vielen Dank an den Piper-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

2 Kommentare:

  1. Hallo Nicole,

    das hört sich ja wieder sehr gut an. Gerade diese düstere Atmosphäre finde ich bei der Reihe sehr ansprechend. Ich freue mich drauf.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,
      ja, die Atmosphäre ist sehr düster. Ich bin gespannt wie dir die Reihe gefällt! :)

      Liebe Grüße
      Nicole

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