![]() |
| Zum Buch |
Mysteriöse Geschehnisse im Kloster
Der englische Franziskanermönch William von Baskerville ist
in einer delikaten politischen Mission unterwegs in eine italienische
Benediktinerabtei. Dort gerät er, zusammen mit seinem etwas unbeholfenen,
jungen Adlatus Adson von Melk, in einen Strudel von kriminellen Ereignissen und
drastischen Versuchungen. Aber nicht umsonst stand William lange Jahre im
Dienste der heiligen Inquisition. Das Untersuchungsfieber packt ihn. Er sammelt
Indizien, entziffert magische Zeichen, entschlüsselt Manuskripte und dringt
immer tiefer in ein geheimnisvolles Labyrinth vor, über das der blinde Seher
Jorge von Burgos wacht...
(Quelle: Klappentext)
„Jedenfalls flößte mir die Abtei alles andere als Gefühle der Heiterkeit ein, ich empfand bei ihrem Anblick eher ein Schaudern und eine seltsame Unruhe. Und das waren, bei Gott, keine Phantasiegespinste meiner furchtsamen Seele, es war vielmehr die korrekte Deutung unzweifelhafter Vorzeichen.“ (Adson) – Seite 25, eBook
Der Name der Rose ist wohl Umberto Ecos bekanntestes Werk.
Der Weltbestseller erschien erstmals im Jahr 1980 (in deutscher Übersetzung im
Jahr 1982) und wurde 1986 als Film und 2019 als aufwändige Serie produziert. Ich
wollte dieses Buch schon lange lesen – nun habe ich mich an das Werk
herangetraut.
Im Mittelpunkt stehen der Franziskanermönch William von
Baskerville und der junge Adlatus Adson von Melk. Adson begleitet William, der
mit einer geheimen Mission betraut wurde, auf seiner Reise durch das Land.
Einer ihrer Stationen ist ein abgelegenes, italienisches Benediktinerkloster in
den Bergen. Doch hier trügt die malerische Idylle: Sie werden plötzlich mit
mehreren mysteriösen Todesfällen konfrontiert. William von Baskerville begibt
sich zusammen mit seinem Begleiter sofort auf Spurensuche und entziffert nach
und nach das Rätsel – ihr Weg führt sie schließlich in die geheimnisvolle
Klosterbibliothek…
„Die Bibliothek ist nach einem Plan entstanden, der allen Beteiligten dunkel geblieben ist in all den Jahrhunderten, keiner der Mönche war und ist je befugt, ihn zu kennen. Allein der Bruder Bibliothekar weiß um das Geheimnis, er hat es von seinem Vorgänger erfahren und gibt es vor seinem Tode weiter.“ – Seite 45, eBook
Der Roman ist in der Ich-Perspektive als Erzählung
von Adson von Melk dargestellt, der von den Ereignissen in einem italienischen
Kloster berichtet, die sich im Jahr 1327 zugetragen haben. Es ist in sieben
Tage gegliedert mit mehreren Abschnitten. Wie schon erwartet, ist das Buch sehr
detailliert, komplex und schweift öfter mal etwas vom Geschehen ab – es gibt
ausschweifende Gespräche und Diskussionen zwischen den Mönchen. Jedoch passt
das alles zu der gesamten Atmosphäre des Romans. Auf gewisse Weise spannend
sind die Ermittlungen zu den Mordfällen von William von Baskerville und Adson
von Melk. Nach und nach setzen sie die oft kryptischen Puzzleteile zusammen,
die ein überraschendes Bild ergeben.
Am besten gefallen haben mir die ausführlichen
Beschreibungen der Klosterbibliothek – diese ist labyrinthartig angelegt und
verbirgt so manches Geheimnis. Dieses wird William von Baskerville klar, als er
erfährt, dass die Bibliothek nicht besichtigt und (außer vom Bibliothekar und
seinem Gehilfen) nicht betreten werden darf:
Der Abt lächelte fein: „Niemand darf es. Niemand kann es. Niemand hätte, selbst wenn er es wollte, Erfolg. Die Bibliothek verteidigt sich selbst. Unergründlich wie die Wahrheit, die sie beherbergt, trügerisch wie die Lügen, die sie hütet, ist sie ein geistiges Labyrinth und doch ein irdisches. Kämt Ihr hinein, Ihr kämt nicht wieder heraus.“ – Seite 47, eBook
Das Buch enthält auch einiges an Zusatzmaterial hinten im Buch. Neben einer Skizze des Klostergeländes erläutert Umberto Eco ausführlich, wie dieser Roman entstanden ist. Auch findet man im umfassenden Anhang die Übersetzungen der lateinischen Sätze, die immer wieder im Roman
zu finden sind. Es ist keine einfache Lektüre, man braucht Geduld – doch es
lohnt sich.
Mein Fazit: Ein besonderer Klassiker, der neben historischen
Elementen und großartigen Schauplätzen immer wieder auch spannende
Krimi-Elemente enthält. Der historische Roman ist speziell und auf seine ganz
eigene Art spannend. Ein umfassendes und auch komplexes Werk, für das man sich
Zeit nehmen sollte. Trotz der vielen, oft sehr detaillierten Abschweifungen ein
außergewöhnliches und lesenswertes Werk.
Meine Bewertung:
![]() |
| Ältere Ausgabe von 1986 |
Titel: Der Name der Rose
Autor: Umberto Eco
Genre: Historischer Roman / Klassiker
Seitenanzahl: 784 (aktuelle Ausgabe) / 688 (ältere Ausgabe von 1986)
Deutsche Erstveröffentlichung: 1982
Aktuelle Ausgabe: 18. April 2019
Verlag: dtv


Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen