Mittwoch, 5. August 2020

Rezension zu "Die letzten Meter bis zum Friedhof" von Antti Tuomainen

Zum Buch

 Der Tod auf Raten
 
Jaakko ist 37, als sein Arzt ihm eröffnet, dass er bald sterben wird: Jemand hat ihn vergiftet. Das an sich ist schon genug, um einem Mann so richtig den Tag zu verderben. Leider wird Jaakko zu Hause auch noch Zeuge, wie ihn seine Frau mit Petri betrügt, dem jungen knackigen Angestellten der gemeinsamen Firma. Der Firma, die jüngst gefährliche Konkurrenz bekommen hat.
Jaakko beschließt herauszufinden, wer ihn um die Ecke bringen will. Und er wird sein Unternehmen für die Zeit nach seinem Tod fit machen. Das Geschäft mit den in Japan zu Höchstpreisen gehandelten Matsutake-Pilzen läuft nämlich blendend, und in Finnlands Wäldern wachsen nun einmal die besten. Doch die neuen Mitbewerber kämpfen mit harten Bandagen. Ist es da Jaakkos Schuld, wenn jemand zu Tode kommt? Und hat er überhaupt noch Zeit für anderer Leute Sorgen? Eins ist jedenfalls klar: Mit dem Tod vor Augen geht’s irgendwie auch leichter. (Quelle: Klappentext)


„Bist du krank?“, fragt sie.
„Nein“, entgegne ich.  Ich fühle mich tatsächlich in diesem Moment ganz gesund. Ich bin ja auch nicht wirklich krank, ich sterbe nur. (Jaakko) – Seite 126, eBook

Schon lange war ich sehr neugierig auf die Bücher des finnischen Autors Antti Tuomainen – Die letzten Meter bis zum Friedhof ist mein erstes Buch von ihm und es hat mir vom gesamten Stil her gut gefallen. Hauptfigur ist der 37-jährige Jaakko, der direkt am Anfang des Buches eine niederschmetternde Diagnose von seinem Arzt erhält: Statt wie gedacht, dass er nur eine Grippe hat, eröffnet dieser ihm, dass er über einen längeren Zeitraum vergiftet wurde und alles schon so weit geschädigt ist, dass man nichts mehr machen kann – er hat höchstens noch ein paar Wochen zu leben. Doch das ist noch nicht alles: Kurz darauf erfährt er, dass seine Frau ihn mit einem Angestellten betrügt und seine Firma, die eine gefragte Pilzsorte vertreibt, erhält große und gefährliche Konkurrenz. Nach und nach entwirft Jaakko einen Plan wie es weitergehen soll – in allen Bereichen seines Lebens.

„Dann geht alles plötzlich sehr schnell.  Eine Ereigniskette, die wie in einer Filmsequenz abläuft, als wären die Abläufe irgendwann, vor langer Zeit, bereits aufeinander abgestimmt worden, um nun endlich in Perfektion zu gelingen.“ – Seite 159, eBook

Die Handlung ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Jaakko geschrieben – so kann man seinen Weg und somit seine Gedanken, Pläne und Empfindungen sehr gut verfolgen. Jaakkos Weg birgt tatsächlich noch einige (tödliche) Überraschungen. Die Story ist, wie erwartet, ziemlich schräg – die Idee der gesamten Geschichte finde ich super, jedoch muss ich sagen, dass mir der Spannungsbogen gefehlt hat. Die Hauptfigur ist gut gelungen, die Nebencharaktere waren sehr blass. Jedoch fand ich die Auflösung gelungen – es kommt ganz anders als gedacht.

Mein Fazit: Ein schräger Krimi mit einer guten Prise schwarzen Humors. Der Schreibstil hat mir gut gefallen: Klar und manchmal mit einer leicht nachdenklichen, poetischen Note. Auch wenn mir die Idee der Geschichte super ist, hat mir persönlich in der Story das gewisse Etwas gefehlt – die Handlung hätte etwas mehr Spannung vertragen können. Doch die Auflösung ist wiederum gut gelungen. Alles in allem ein gutes Buch für zwischendurch. Ich vergebe hierfür 3,5 Sterne und bin weiterhin sehr gespannt auf die anderen Romane des Autors.


Meine Bewertung: 


 
Titel: Die letzten Meter bis zum Friedhof
Autor: Antti Tuomainen
Genre: Krimi / schwarzer Humor
Seitenenzahl: 320
Verlag: Rowohlt
Erstveröffentlichung:  24. Januar 2018



Weitere Bücher von Antti Tuomainen:
  • Palm Beach, Finland (Januar 2019)
  • Klein Sibirien  (Januar 2020)



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen