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Neue Kurzgeschichten aus der Feder von Stephen King
In der Vorweihnachtszeit richtet eine Paketbombe an einer
Schule nahe Pittsburgh ein Massaker an. Kinder sterben. Holly Gibney verfolgt
die furchtbaren Nachrichten im Fernsehen. Der Reporter vor Ort erinnert sie an
den gestaltwandlerischen Outsider, den sie glaubt vor nicht allzu langer Zeit
zur Strecke gebracht zu haben. Ist jene monströse, sich von Furcht nährende
Kreatur wiedererwacht? Die titelgebende Geschichte „Blutige Nachrichten“ – eine
Stand-alone-Fortsetzung des Bestsellers „Der Outsider“ – ist nur einer von vier
Kurzromanen in Stephen Kings neuer Kollektion, die uns an so fürchterliche wie
faszinierende Orte entführt. Mit einem Nachwort des Autors zur Entstehung jeder
einzelnen Geschichte.
(Quelle: Inhaltsangabe - Heyne Verlag)
Als langjährige Stephen King-Leserin habe ich mich wieder
besonders auf das neueste Buch vom Meister des Grauens gefreut. Blutige
Nachrichten enthält vier längere Kurzgeschichten – jede einzelne besonders und
völlig unterschiedlich, aber alle irgendwie faszinierend und unheimlich. Wieder
einmal hat King es geschafft, das Grauen in zunächst völlig harmlos wirkenden Storys
anzusiedeln. Dieses Buch enthält folgende Kurzgeschichten:
- Mr. Harrigans Telefon
Hier erzählt der inzwischen erwachsene Craig von seiner
besonderen Freundschaft zu seinem Nachbarn Mr. Harrigan. Craig liest dem alten
Mann regelmäßig vor und bessert so sein Taschengeld auf. Später schenkt er ihm ein iPhone und Mr. Harrigan ist nach
anfänglichem Zögern beeindruckt von der digitalen Welt – aber gleichzeitig auch
kritisch. Noch ahnt Craig nicht, dass dieses Handy in seinem weiteren Leben noch
eine zentrale Rolle spielen wird…
„Er war mir ein Geheimnis, bis zu seinem Ende und darüber hinaus. Aber vielleicht ist das immer so. Ich glaube, wir leben hauptsächlich allein vor uns hin. Aus freien Stücken wie er oder einfach, weil die Welt so geschaffen ist.“ ( Craig) – Seite 38, eBook
Diese Story hat mir sehr gut gefallen – sie entwickelt sich
ganz langsam und ist auf besondere Weise spannend. Kein Horror, aber mit einer
kleinen Portion Übersinnlichem und einer Botschaft, die zum Nachdenken anregt.
- Chucks Leben
Mitten in einem unheimlichen Zukunftsverlauf zeigen
plötzlich sämtliche Plakatwände ein Bild von einem Mann zusammen mit einer
Dankesbotschaft an ihn. Doch wer ist dieser Mann und was hat die aktuelle
Situation mit ihm zu tun?
Hier schildert King zu Anfang ein beängstigendes
Endzeit-Szenario – überraschend ist, dass sich die Geschichte in eine ganz
andere Richtung entwickelt und schließlich eine Geschichte über einen Mann
erzählt, der eine interessante Entdeckung macht. Eine gut geschriebene und eher
ruhige Geschichte.
- Blutige Nachrichten
Auf diese Geschichte war ich besonders gespannt: Sie ist
nicht nur die titelgebende Story, sondern auch die Längste hier im Buch. Wie
oben in der Inhaltsangabe schon beschrieben, ist diese eine kleine Fortsetzung
zu Kings packendem Roman Der Outsider, der im Jahr 2018 veröffentlicht wurde.
Dennoch kann man diese Story auch ohne Vorkenntnisse lesen. Hier gibt es u.a. ein
Wiedersehen mit Holly Gibney, die nicht nur in Der Outsider sondern auch in
den Bill Hodges-Romanen eine zentrale Rolle gespielt hat.
Holly erfährt in den Nachrichten über ein grausames Massaker und glaubt, dass der „Outsider, jene furchbare Gestalt, die sie damals zur Strecke bringen konnte, wieder da ist. Kann das sein?
Holly erfährt in den Nachrichten über ein grausames Massaker und glaubt, dass der „Outsider, jene furchbare Gestalt, die sie damals zur Strecke bringen konnte, wieder da ist. Kann das sein?
„Sie musste bei der Erwähnung des äußersten Bösen sofort an jenes Monster denken, das sie und Ralph in seinem letzten Versteck aufgespürt haben. Das Monster hatten viele Namen angenommen und viele Gesichter getragen, aber sie hat es sich immer einfach als den Outsider vorgestellt, und der Outsider war so böse wie nur möglich.“ – Seite 164, eBook
Eine unheimlich packende Geschichte mit einer beeindruckenden
und starken Hauptfigur. Während die ersten beiden Storys eher ruhig waren,
kommt hier der so typische King-Horror zur Geltung. Die Spannung baut sich
langsam auf und endet in einem packenden Finale. Sehr gelungen.
„Sie hofft, dass Ralph das alles nie zu hören kriegt. Sie hofft immer noch, dass das, was sie für ein Monster hält, sich schließlich doch als Schatten entpuppen wird. Aber wenn Ralph es dennoch hören sollte, will sie dafür sorgen, dass er wirklich alles erfährt. Vor allem, falls sie dann tot sein sollte.“ – Seite 209, eBook
- Ratte
Drew Larson ist neben seiner Tätigkeit als Dozent auch Autor,
der auf den Durchbruch wartet. Bisher hat er nur einige Kurzgeschichten
veröffentlicht. Doch eines Tages kommt ihm DIE Idee für einen Roman. Um diese
ungestört umsetzen zu können, beschließt er, für einige Zeit in die einsame
Hüttezu fahren, die seinem verstorbenen Dad gehörte. Doch dort kommt alles
anders: Durch einen Sturm ist er plötzlich von der Außenwelt abgeschnitten –
doch das ist nicht das einzige Problem…
Neben Blutige Nachrichten ist Ratte für mich die beste
Geschichte des Buches. Unheimlich spannend, das Gruselige zieht hier nach und
nach ein. Auch was es mit dem Titel Ratte auf sich hat, wird entschlüsselt.
Eine Besonderheit gibt es noch zum Schluss: In einem
ausführlichen Nachwort erzählt Stephen King, wie die einzelnen Geschichten entstanden
sind. Auch der Titel Blutige Nachrichten passt nicht nur als Titel der
Hauptgeschichte, sonder nauch tatsächlich auf besondere Weise zu allen
Geschichten.
Mein Fazit: Wieder eine tolle Kurzgeschichten-Sammlung aus
der Feder von Stephen King. „Blutige Nachrichten“ enthält vier Geschichten, die
unterschiedlicher nicht sein können – jedoch ist jede, wie schon von King
gewohnt, unheimlich gut ausgearbeitet, mit kleinsten Details. Mal wird es
unheimlich und nachdenklich, dann interessant und später auch mal gruselig mit
typischem King-Horror. Sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Blutige Nachrichten
Autor: Stephen King
Genre: Horror / Mystery / Kurzgeschichten
Seitenanzahl: 560
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: 10. August 2020
Vielen Dank an das Bloggerportal
und Heyne
für das Rezensionsexemplar!

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