![]() |
| Zum Buch |
Schicksalshafte Begegnungen in Rom
Ein Waisenjunge, der mit seiner Kamera den Blick auf die Welt verändern will. Ein Zirkusmädchen, das für die Politik brennt. Eine Gräfin, die anderen die Freiheit schenkt. Drei Menschen, die das Schicksal im Jahr 1870 nach Rom führt, das pulsierende Herzstück Italiens auf dem Weg zum Nationalstaat. Inmitten dieser Stadt der Verheißungen kreuzen sich ihre Wege, und ihre Träume scheinen wie durch ein magisches Band miteinander verwoben. Doch das schillernde Rom stellt die drei vor ungeahnte Herausforderungen. Als eines Tages ein dramatisches Ereignis die Ewige Stadt erschüttert, drohen sie alles zu verlieren, was ihnen kostbar ist...
(Quelle: Klappentext - Bastei Lübbe-Verlag)
Der neue Roman von Luca Di Fulvio spielt in Italien im Jahr 1870 und sticht besonders durch seine gut ausgearbeiteten Charaktere hervor. Im Mittelpunkt stehen drei Personen: Der 16-jährige Waisenjunge Pietro, dem unverhofft ein neues Leben geschenkt wird: Er wird von einer wohlhabenden Contessa adoptiert, die ihm fortan ein besseres Leben bieten möchte. Doch alles kommt anders als geplant und so sehen sich Pietro und die Gräfin (die ihren alten Namen Nella annimmt) schon bald schweren Zeiten entgegen.
„Das Dunkle, das in seinen Augen aufblitzte, machte Pietro Angst. An die Stelle des Jungen war ein erwachsener Mann getreten. Forsch und berechnend. Pietro ging auf, dass Freiheit nicht so einfach war, wie er geglaubt hatte. Sie war bitterer Ernst.“ – Seite 133, eBook
Neben Pietro und Nella gibt es noch das 15-jährige Mädchen Marta, die in einem Wanderzirkus aufwächst und ebenfalls mit ganz eigenen Problemen zu kämpfen hat. Ihre so unterschiedlichen Wege führen sie nach Rom – die ewige Stadt ist Anfang 1870 noch ein Kirchenstaat und so geraten die drei mitten in die Befreiungskämpfe – die Stimmung gleicht einem Pulverfass und die Lage spitzt sich immer mehr zu…
Die Wege von Pietro, Nella und Marta sind interessant zu verfolgen – jeder einzelne von ihnen hat eigene Sorgen und Probleme, aber auch Träume. Pietro entdeckt schnell seine Leidenschaft für die Fotografie – besonders dieses Thema hat mir sehr gut gefallen.
„Wieder erfüllte ihn das Gefühl, das wirkliche Leben zu sehen. Unmaskiert.
Als er das ‚Klick‘ des Fotoapparats hörte, hatte er das Gefühl, die Seele des Lebens auf die Platte zu bannen. Es war genau das, was er fühlte. Und er war vollkommen sicher, dass er diesen Weg weitergehen musste. Das war sein Talent. Oder sein Fluch. Aber vielleicht gab es da auch gar keinen Unterschied.“ – Seite 324/325, eBook
Auch die Nebenfiguren sind hier sehr gut ausgearbeitet und spielen eine wichtige Rolle. Zudem erfährt man hier noch einige historische Hintergründe rund um das damalige Rom, die mir bisher noch unbekannt waren. Es wird dramatisch und rührend, aber auch mal brutal – genau das war mir etwas zu viel. Auch fand ich, dass manche Abschnitte zu abrupt endeten – manches wirkte etwas abgehackt. Doch das sind nur Kleinigkeiten - ansonsten entwickelt sich die Story spannend und hält einige interessante Wendungen bereit.
Mein Fazit: Wieder ein guter historischer Roman aus der Feder von Luca Di Fulvio – sehr gut ausgearbeitete Charaktere, interessante Schauplätze und ein packender Schreibstil machen dieses Buch zu einem fesselnden Schmöker. Die Handlung entwickelt sich nach und nach und hält einige Überraschungen bereit. Von kleinen Schwächen mal abgesehen ein lesenswertes Buch!
Meine Bewertung:
Titel: Es war einmal in Italien
Autor: Luca Di Fulvio
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 717
Verlag: Bastei Lübbe
Erstveröffentlichung: 12. Oktober 2020

Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen