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Der Ausbau von Amsterdam im 16./17. Jahrhundert
Vincent will als Architekt prächtige Stadthäuser bauen. Ruben sehnt sich nach Abenteuern auf hoher See. Betje ist eine begnadete Köchin. Zusammen sind die Geschwister in Amsterdam gestrandet, einem Ort der märchenhaften Möglichkeiten. Doch es ist auch die Zeit der großen Auseinandersetzungen. Katholiken und Calvinisten streiten um den rechten Glauben, Engländer und Spanier um den Einfluss auf das Land am Meer, Kaufleute um die wirtschaftliche Macht. Können sich die Geschwister in dieser schwierigen Situation behaupten?
(Quelle: Auszug aus dem Klappentext - Bastei Lübbe-Verlag)
Die Inhaltsangabe von Sabine Weiß‘ neuem Roman hat mich im Vorfeld schon neugierig gemacht. Im Mittelpunkt steht Amsterdam, dessen Ausbau vom kleinen Ort bis hin zur großen Handelsstadt sehr interessant zu verfolgen ist. Angesiedelt ist das Buch Ende des 16. Jahrhunderts und beginnt im Jahr 1585. Im Mittelpunkt stehen die drei Geschwister Vincent, Ruben und Betje, die zusammen mit ihrem Vater Wim Aardzoon in Antwerpen leben. Doch die Stadt wird nach langer Belagerung schließlich von den Spaniern erobert. So fliehen sie mit vielen anderen Flüchtlingen und versuchen in Amsterdam ein neues Leben aufzubauen. Doch dort kommt alles anders als gedacht und die Geschwister erleben einen schweren Schicksalsschlag. Die zentrale Figur hier ist Vincent, der älteste der Drei, der einen großen Traum hat: Er möchte Architekt und Baumeister werden und bei dem Ausbau von Amsterdam mitwirken. Doch sein Lebensweg ist, genau wie der seiner Geschwister, alles andere als leicht. Alle drei haben mit verschiedenen Rückschlägen zu kämpfen, Freud und Leid liegen oft nah beieinander…
„Eine uralte Angst drohte von ihm Besitz zu ergreifen. (…) Schon einmal hatte er erlebt, wozu Menschen fähig waren. Es war grauenvoll gewesen. Entschlossen stürzte er los.“ – Seite 23, eBook
Der Prolog gibt zunächst einen Einblick in das Jahr 1617, wo Vincent erwachsen ist und mit aktuellen Konflikten in der Stadt konfrontiert wird. Danach geht es zurück ins Jahr 1585, wo wir den Weg der Geschwister über viele Jahre verfolgen können. Ein zentrales Thema sind auch die politischen Konflikte der damaligen Zeit. Vor allem der Glaubenskrieg ist hier ein zentrales Thema, ebenso wie die Eroberungszüge der Spanier. Man merkt sofort, dass die Autorin hier meisterhaft recherchiert hat und gekonnt historische Fakten in diesem Roman verwebt.
Neben den persönlichen Lebenswegen der sehr gut ausgearbeiteten Charaktere, (darunter auch einige historische Persönlichkeiten) ist auch die Geschichte vom Ausbau Amsterdams sehr interessant zu verfolgen – darüber hinaus erfährt man auch einiges über die Seefahrt und den Ausbau des Überseehandels.
„Als er mit seinem Vater und den Geschwistern völlig mittellos nach Amsterdam geflohen war, hatte er es nicht zu hoffen gewagt, es einmal so weit zu bringen. Und sein Weg war noch nicht zu Ende. Er hatte Pläne, wollte mehr Einfluss nehmen auf diese Stadt, die er so liebte. (…) Amsterdam war immer eine offene, tolerante Stadt gewesen. Sie war die Krone der Welt – und sollte es auch bleiben.“ – Seite 638, eBook
Auch wenn der Roman sehr gut ausgearbeitet ist, kam das Ende etwas zu abrupt – gerade der Prolog hatte mich sehr neugierig gemacht auf die Gegenwart in Vincents Leben. Natürlich erfährt man hier alles wichtige, aber hier hätte ich mir gern noch weitere Ausführungen gewünscht – aber das ist nur eine kleine Kritik am Rande.
Mein Fazit: Ein gelungener historischer Roman über den Ausbau Amsterdams zur Weltmetropole. Mit sehr gut ausgearbeiteten Charakteren, deren persönlichen Schicksalen und detailreich geschilderten Schauplätzen in Kombination mit historischen Fakten hat die Autorin hier einen spannenden und sehr interessanten Roman geschrieben. Für Fans von historischen Romanen sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Krone der Welt
Autorin: Sabine Weiß
Genre: Historische Romane
Seitenanzahl: 686
Verlag: Bastei Lübbe
Erstveröffentlichung: 21. Dezember 2020
Vielen Dank an Bastei Lübbe und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

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