Dienstag, 4. Mai 2021

Rezension zu "Hard Land" von Benedict Wells


Zum Buch



Ein Sommer voller Glück und Trauer


Missouri, 1985: Um vor den Problemen zu Hause zu fliehen, nimmt der fünfzehnjährige Sam einen Ferienjob in einem alten Kino an. Und einen magischen Sommer lang ist alles auf den Kopf gestellt. Er findet Freunde, verliebt sich und entdeckt die Geheimnisse seiner Heimatstadt. Zum ersten Mal ist er kein unscheinbarer Außenseiter mehr. Bis etwas passiert, das ihn zwingt, erwachsen zu werden.
(Quelle: Klappentext - Diogenes Verlag)







Hard Land ist der neue Roman von Benedict Wells und erzählt die Geschichte eines Sommers, in dem sich für den 15-jährigen Sam Turner alles ändert. Sam lebt in einer verschlafenen Kleinstadt namens Grady, in der nicht viel passiert. Sein Leben war bisher nicht immer einfach: Er ist ein zurückhaltender Junge, der in seiner Kindheit mit Angststörungen zu kämpfen hatte - nun ist seine Mutter unheilbar erkrankt. Um seinen Sorgen zu entfliehen, nimmt er in dem kleinen Kino im Ort einen Ferienjob an, der alles für ihn ändert: Dort findet er Freunde, verliebt sich zum ersten Mal und fasst durch sie neuen Mut.


„Die Nacht brach an, wir redeten über den Film und die bevorstehende Party. Unsere Stimmen wirbelten durcheinander, wir erwarteten alle nur das Beste.“ – Seite 125


„…da vergaß ich die Zeit und ließ mich mitreißen, und ich fühlte mich so, wie ich mich schon mein ganzes Leben lang fühlen wollte: übermütig und wach und mittendrin und unsterblich.“ (Sam) – Seite 192


Die Geschichte ist angesiedelt im Jahr 1985 – Benedict Wells fängt hier die damalige Atmosphäre perfekt ein: Ein altes Kino, die Filmpremiere von Zurück in die Zukunft, Schallplatten und selbstgemixte Tapes für den Walkman. Sehr interessant zu verfolgen ist hier, wie sich die Hauptfigur entwickelt. Die Story ist in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Sam geschrieben – so hat man einen sehr detaillierten Einblick in sein Leben: Sowohl seine Ängste und seine Sorgen, als auch glückliche Momente und erste Erfahrungen werden hier sehr gut und klar dargestellt. Sams Sommer ist nicht nur geprägt von besonderen Momenten, sondern auch von etwas, was ihn komplett aus der Bahn wirft…

„Trauer ist kein Sprint, Trauer ist ein Marathon. Und auf dieser Strecke gab es Stellen, an denen es besser lief, und andere, an denen ich kaum Luft bekam.“ (Sam) – Seite 274





Insgesamt ist es eine ruhige Geschichte, die aber auf besondere Weise mitreißend ist. Auch was es mit dem Titel Hard Land auf sich hat, wird schnell klar – ein Detail, was hier perfekt eingearbeitet wurde. Zudem ist das kleine Buch sehr schön verarbeitet: Ein hochwertiges Hardcover aus Leinen.






Mein Fazit: Ein berührender Roman über einen Sommer voller Veränderungen. Der 80er-Jahre Flair und die verschlafene, amerikanische Kleinstadt kommen hier sehr gut rüber, auch die Figuren sind sehr gut gezeichnet. Eine Geschichte voller Glück, aber auch Trauer – schön geschrieben, ein Lesehighlight.


Meine Bewertung:





Titel: Hard Land
Autor: Benedict Wells
Genre: Gegenwartsliteratur / Coming of Age
Seitenanzahl: 352
Verlag: Diogenes
Erstveröffentlichung: 24. Februar 2021


Noch mehr Infos rund um das Buch findet ihr hier: https://www.hard-land.de

2 Kommentare:

  1. Liebe Nicole,
    das klingt nach einem ganz tollen Buch!
    Viele Lesegrüße
    Heike

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    1. Liebe Heike,
      je es ist ein wirklich gutes Buch - Benedict Wells hat einen schönen Schreinstil. Mir hatte "Vom Ende der Einsamkeit" bereits sehr gut gefallen.
      Liebe Grüße
      Nicole

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