Samstag, 8. Mai 2021

Rezension zu "Imperator" von Kai Meyer & Lisanne Surborg

Zum Buch

Die gefährliche Suche nach der Wahrheit

Die Studentin Anna schließt sich einer Gruppe Paparazzi an, um inkognito den Mörder ihrer Mutter zu jagen. Zugleich soll der Privatdetektiv Gennaro Palladino den Tod eines wahnsinnigen Malers aufklären.
Die Suche nach der Wahrheit führt Anna zusammen mit dem jungen Fotografen Spartaco durch Paläste und verlassene Villen, durch Filmstudios und verruchte Jazzclubs – und immer wieder auf die legendäre Via Veneto, den Brennpunkt des Dolce Vita. Während die High Society im Champagner badet und Regierungsgegner die Revolution planen, ziehen finstere Mächte die Fäden. Sie wollen die Auferstehung des antiken Rom – koste es, was es wolle.
(Quelle: Klappentext - Knaur-Verlag)




Imperator wurde von Kai Meyer zunächst als Hörspielserie konzipiert – bisher sind bei Audible zwei Staffeln (im Januar 2020 und Februar 2021) erschienen. Zusammen mit Co-Autorin Lisanne Surborg ist nun der Roman zur ersten Staffel der Hörspielserie entstanden, der im Mai 2021 veröffentlicht wurde.

Angesiedelt ist die Geschichte im Jahr 1965 – die junge Frau Anna Savarese beschließt nach dem mysteriösen Tod ihrer Mutter zu ihrem Onkel Bruno nach Rom zu reisen, der als Papparazzo dort auf den Straßen unterwegs ist. Zunächst zieht sie zusammen mit ihm und seinen Fotografen-Kollegen los. Dadurch bekommt sie einen Einblick in die Welt der Reichen und Berühmten, der manchmal auch etwas Dunkles anhaftet.

„Sie löste eine Klammer von der Leine und hängte das Foto in die Reihe ihrer anderen Bilder von letzter Nacht.
Sie konnte sich nicht erklären, was es war – vielleicht nur das rote Licht -, aber ihnen haftete etwas Unwirkliches an, so als wäre sie Zeuge von etwas geworden, das nur in einem Traum stattgefunden hatte.“
– Seite 76, eBook


Schnell wird klar, dass Anna aus einem bestimmten Grund nach Rom gekommen ist: Sie will mehr über den mysteriösen Tod ihrer Mutter erfahren. Unerwartet erweist sich der Fotograf Stefano „Spartaco“ Amarante als große Hilfe. Ihre Recherchen und Ausflüge führen sie an unheimliche Orte und zu bizarren Veranstaltungen – dabei entdecken sie etwas schließlich etwas, das zuerst unglaublich erscheint und mehr als nur gefährlich werden kann…


„Nimm dich in Acht, Anna Savarese. Wo du hingehst, erwartet dich eine Welt aus Lüge und Illusion.“
Sie legte einen Finger auf Annas Lebenslinie, fuhr sanft daran entlang – und begann leise zu weinen.
– Seite 15, eBook


Gleichzeitig lernen wir den Privatdetektiv Gennaro Palladino kennen, der einen Fall annimmt, von dem er noch nicht ahnt, in welche Kreise ihn dieser führt – bald stößt er auf mysteriöse Vorkommnisse, die ihn an sich selbst zweifeln lassen…

Die Geschichte ist eine interessante Mischung aus Thriller und Mystery mit einem Hauch Übernatürlichen – gerade dieses ist zu Anfang gut in die Story eingearbeitet. Später fand ich diese Details und auch die Geschehnisse um Palladino an manchen Stellen etwas zu viel für diese Story. Schade ist auch, dass bei dem etwas überstürzten Ende zu viele Fragen offen bleiben. Da es aber eine Fortsetzung geben soll, hoffe ich, dass diese noch beantwortet werden.


Aber dennoch bleibt es meist spannend: Nach und nach setzen sich anfangs lose wirkende Fäden zu einem überraschenden Gesamtbild zusammen. Von geheimen Plänen, dunklen Geheimnissen und verübten Morden ist alles dabei.

„Sie war so unnahbar, während sie graziös in ihrem Samtsessel saß. Ihr Gesicht, fein geschnitten und regungslos wie eine Porzellanmaske. Ihr Wesen dahinter, ein Mysterium.“ – Seite 81, eBook


Die Schauplätze in Rom sind detailreich beschrieben, der 60er-Jahre-Flair kommt sehr gut zur Geltung. Im Anschluss gibt es noch ein interessantes Nachwort von Kai Meyer, in dem er berichtet, wie ihm die Idee zu Imperator kam und schließlich das Audible-Hörspiel entstanden ist. Zudem erfahren wir, wie es zur Zusammenarbeit mit Lisanne Surborg gekommen ist.

Mein Fazit: Imperator ist eine interessante Mischung aus Mystery, Thriller mit einem Hauch Übernatürlichen - alles angesiedelt in den 1960er Jahren in Rom. Anfangs lose wirkende Fäden setzen sich nach und nach zu einem erstaunlichen Gesamtbild zusammen. Der Schreibstil ist flüssig, die Story hat einige spannende Momente – ab und an wird es auch ziemlich düster. Dennoch konnte mich das Buch leider nur teilweise überzeugen – mir waren die Charaktere etwas zu blass, das Ende war zu überstürzt und das Übernatürliche, was mir anfangs sehr gut gefallen hatte, wird etwas zu wirr. Ich vergebe hierfür 3,5 Sterne - dennoch bin ich neugierig auf die Fortsetzung.


Meine Bewertung:



Titel: Imperator
Autoren: Kai Meyer / Lisanne Surborg
Genre: Mystery / Thriller
Seitenanzahl: 400
Verlag: Droemer-Knaur
Erstveröffentlichung: 03. Mai 2021

Vielen Dank an Droemer-Knaur und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

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