Montag, 20. September 2021

Rezension zu "Der letzte Rabe des Empire" von Patrick Hertweck

Zum Buch


Mysteriöse Mordfälle und dunkle Geheimnisse…


London 1888. Eine Mordserie versetzt die Stadt in Angst und Schrecken. Voller Entsetzen verfolgt Melvin die Ereignisse, denn er kannte jedes einzelne Opfer. Als auch noch das Mädchen getötet wird, das er heimlich liebt, setzt er alles daran, den Mörder aufzuspüren. Noch ahnt er nicht, dass in den dunklen Gassen des East End unheimliche Wesen auf ihn lauern. Und dass ihm ein einbeiniger Rabe auf Schritt und Tritt folgt …
(Quelle: Inhaltsangabe - Thienemann-Esslinger Verlag)




„Ein zäher Nebel war an die Küste geweht und den Fluss hinaufgekrochen. Nun trieb er an den Rümpfen der Schiffe vorbei, schlich in die Wege zwischen den verwitterten Gebäuden der Docklands und drang allmählich in die Stadt jenseits der Häfen hervor.“ (Buchbeginn) – Seite 9, eBook


… schon die ersten Sätze im Buch fangen die tolle, unheimliche Atmosphäre ein, die sich durch den ganzen Roman zieht - dieser ist im Jahr 1888 viktorianischen England angesiedelt. Seit einiger Zeit wird London von unheimlichen Mordfällen heimgesucht. Melvin, der in den Straßen und Gassen der Stadt zuhause ist, muss entsetzt feststellen, dass er jedes der Opfer kannte. Als dann noch das Mädchen Ayleen, in die er heimlich verliebt war, unter den Opfern ist, macht er sich auf die Suche nach dem Mörder – ein Abenteuer, bei dem schnell klar wird, dass einiges nicht von dieser Welt sein kann…

„Während er auf dem Kutschbock neben dem Fahrer saß, dessen Miene die Zuversicht eines Grabsteins ausstrahlte, fühlte sich Melvin, als habe ihm jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. Ihm war, als wäre er aus seiner bekannten Wirklichkeit in eine andere Welt gestürzt. Eine absurde Welt, in der die logische Abfolge der Ereignisse keine Gültigkeit mehr hatte.“ – Seite 87, eBook


Neben Melvin spielen noch einige weitere Figuren eine zentrale Rolle – darunter vier besondere Freunde, die Unglaubliches erlebt haben und nun Gerechtigkeit wollen. Aber natürlich sind auch die Bösewichte nicht weit. Und welches Geheimnis umgibt den Mörder namens Jack? Nach und nach kommt Licht ins Dunkel…

Die Handlung ist anfangs durch die häufigen Perspektivwechsel und den vielen verschiedenen Personen zunächst ein bisschen wirr – doch nach einer kurzen Einlesezeit findet man sich gut zurecht. Besonders in der zweiten Hälfte nimmt die Geschichte an Fahrt auf und die anfangs lose wirkenden Fäden ergeben ein überraschendes Gesamtbild. Von geheimnisvollen Ritualen bis hin zu Ereignissen, die weit in der Vergangenheit liegen: Es wird magisch, düster und über allem schwebt diese unheimliche Atmosphäre. Auch die Schauplätze sind gut beschrieben – das viktorianische London ist immer besonders.

Mein Fazit: Ein spannendes Jugendbuch mit toller, düsterer Atmosphäre. Von interessanten Charakteren, über toll beschriebene Schauplätze bis hin zu einer Story voller mysteriöser Geheimnisse und Magie ist alles dabei. Anfangs wird man etwas überfallen durch die vielen unterschiedlichen Figuren und die häufigen Wechsel der Blickwinkel – doch dieses legt sich nach einiger Zeit und man kann die Story sehr gut verfolgen. Besonders die zweite Hälfte hält einige Überraschungen bereit - man kann das Buch dann nur noch schwer aus der Hand legen. Ein schöner Schmöker voller Abenteuer!


Meine Bewertung:





Titel: Der letzte Rabe des Empire
Autor: Patrick Hertweck
Genre: Jugendbuch / All Age
Seitenanzahl: 480
Verlag: Thienemann-Esslinger
Erstveröffentlichung: 24. August 2021


Die Bücher von Patrick Hertweck:
Maggie und die Stadt der Diebe 
Tara und Tahnee - Verloren im Tal des Goldes 
Der letzte Rabe des Empire



Vielen Dank an den Thienemann-Esslinger-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

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