Mittwoch, 21. September 2022

Rezension zu "Fairy Tale" von Stephen King


Zum Buch



Von Legenden und düsteren Märchen…


Der siebzehnjährige Charlie Reade hat kein leichtes Leben. Seine Mutter starb, als er drei war, und sein Vater ist dem Alkohol verfallen. Eines Tages offenbart ihm der von allen gemiedene mysteriöse Nachbar auf dem Sterbebett ein Geheimnis, das Charlie schließlich auf eine abenteuerliche Reise in eine andere, fremde Welt führt. Dort treiben mächtige Kreaturen ihr Unwesen. Die unterdrückten Einwohner sehen in Charlie ihren Retter. Aber dazu muss er erst die Prinzessin, die rechtmäßige Gebieterin des fantastischen Märchenreichs, von ihrem grausamen Leiden befreien.
(Quelle: Inhaltsangabe - Heyne Verlag)




Fairy Tale ist der neue Roman von Stephen King und dieser hat einiges zu bieten: Auf gut 880 Seiten gibt es eine Familiengeschichte, Mystery, ein düsteres Märchen aus einer anderen Welt und auch ein wenig Horror – eine interessante und sehr gut gelungene Mischung.

Wie bei vielen Stephen King-Romanen fängt auch dieser in einer ganz normalen Wohngegend an – hier mit einem traurigen Schicksalsschlag. Hauptfigur ist der siebzehnjährige Charlie Reade, der früh seine Mutter verloren hat und sich danach um seinen Vater kümmern musste, der nach dem schmerzhaften Verlust zum Alkohol gegriffen hat.
Nach vielen schweren Jahren geht es wieder aufwärts – bis eine Begegnung Charlies Leben komplett verändert. Eines Tages lernt er seinen Nachbar näher kennen - Mr. Bowditch lebt seit vielen Jahren zurückgezogen mit seiner Hündin Radar in einem großen heruntergekommenen Haus in der Nähe auf einem Hügel. Charlie hilft dem alten Mann in einer Notsituation und kümmert sich um ihn und um seine Hündin, die zu einem wichtigen Teil in seinem Leben wird. Klar ist, dass Mr. Bowditch einige große Geheimnisse hat und kurz vor seinem Tod weiht er Charlie ein.

„Die Zeit ist wie Wasser, Charlie. Das Leben ist nur eine Brücke, unter der sie hindurchströmt.“ (Mr. Bowditch) – Seite 141, eBook


Kurz darauf macht Charlie sich auf eine abenteuerliche Reise in eine andere, fantastische Welt. Diese wirkt zunächst wie aus einem Märchen – jedoch erfährt er bald, dass das Böse regiert und es in der Anderwelt düsterer nicht sein kann. Eine gefährliche Mission beginnt, die anders verläuft als zunächst gedacht… Kann Charlie die Bewohner retten?

„Wir müssen weiter“, sagte der in den Sandalen. „Was dich angeht, junger Mann, du gehst in die falsche Richtung.“
„Es ist die Richtung, die ich nehmen muss“, sagte ich.
Er sah mir in die Augen. „In dieser Richtung wartet der Tod
.“ – Seite 275, eBook


Dieses Buch ist von der ersten Seite an (und durch die vielen Facetten, die sich im Laufe der Handlung zeigen) unglaublich fesselnd. In der Ich-Perspektive aus Sicht von Charlie geschrieben, der uns Leser*innen seine Lebensgeschichte selbst erzählt, ist dessen Weg spannend zu verfolgen. Sehr klar und detailreich wird nach und nach sichtbar, was hinter so manchem Geheimnis steckt – es wird sowohl berührend, als auch spannend, abenteuerlich, märchenhaft-düster und auch mal ziemlich gruselig.

„Trotz der Verwüstung kamen mir die Gebäude ziemlich stabil vor, aber sie waren irgendwie verdreht, als hätte eine gewaltige Kraft sie aus der Form gezogen. (…)
Gerade Winkel verzogen sich zu Kurven. Glaslose Fenster bewegten sich wie Augen, die sich zusammenkniffen, um mich besser sehen zu können. Aus Buchstaben wurden Runen. Ich sagte mir, dass das nur an meiner überdrehten Fantasie lag, aber sich war ich mir da nicht.“
– Seite 340, eBook


Neben den bildgewaltig beschriebenen Schauplätzen – sowohl in der normalen als auch in der Märchenwelt – überzeugen auch die stark gezeichneten Charaktere. Besonders Charlie und die Hündin Radar, die einen ganz zentralen Punkt in der Geschichte einnimmt, wachsen einem ans Herz. Die Handlung hat einiges zu bieten und überrascht im gesamten Verlauf.
Gefallen hat mir auch, dass immer wieder verschiedenste Literatur erwähnt wird, wie beispielsweise Das Böse kommt auf leisen Sohlen von Ray Bradbury oder auch Werke von H.P. Lovecraft. Ebenso spielen einige klassische Märchen eine Rolle.

Sehr gelungen ist auch das Buchcover – dieses zeigt verschiedene Elemente, die in der Geschichte eine zentrale Rolle spielen.


Mein Fazit:
Ein fesselnder Roman mit vielen Facetten: Von einer Familiengeschichte über Mystery und Fantasy bis hin zu einem düsteren Märchen – eine sehr gelungene Mischung. Mal ruhig und mal etwas rasanter, aber immer spannend und mit viel Liebe zum Detail überzeugt Stephen King mit seinem neuen Roman. Großartig, anders, überraschend und sehr lesenswert!


Meine Bewertung:





Titel: Fairy Tale
Autor: Stephen King
Genre: Mystery / Fantasy
Seitenanzahl: 880
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: 14. September 2022


Vielen Dank an das Bloggerportal und Heyne für das Rezensionsexemplar!

4 Kommentare:

  1. Hi Nicole!

    Mir persönlich gefällt jetzt das Buchcover gar nicht *lach* Aber das ist bei den meisten King Büchern leider so, neuen wie alten.
    Aber es geht ja um den Inhalt und der scheint wieder sehr gelungen zu sein! Da kann ich mich nur darauf freuen :)

    Danke für die tollen Einblicke!

    Liebste Grüße und ein schönes Wochenende!
    Aleshanee

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    1. Hallo Aleshanee,
      zunächst war ich auch eher unentschlossen, ob mir das Buchcover gefällt - aber nun nach dem Lesen finde ich, dass es perfekt zur Geschichte passt. :)

      Ich bin gespannt, wie es dir das Buch gefallen wird, viel Spaß beim Lesen!

      Liebe Grüße und ebenfalls ein schönes Wochenende :)
      Nicole

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  2. Hallo Nicole,

    das Buch wartet hier darauf gelesen zu werden, Ich lese ohnehin alles von King, aber hier habe ich fast ein bisschen vor dem fantastischen Anteil Angst, weil mir Fantasy nicht so liegt. Bisher habe ich fast nur begeisterte Rezensionen dazu gelesen.

    Liebe Grüße
    Nicole

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  3. Hallo Nicole,

    ich fand den Fantasy-Teil, der wie ein düsteres Märchen wirkt, sehr gut in die Geschichte integriert.
    Ich bin gespannt, wie es dir gefallen wird. :)

    Liebe Grüße und viel Spaß beim Lesen!
    Nicole

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