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Die Geschichte von Julia und dem Hai
„Ich heiße Julia.
Dies ist die Geschichte jenes Sommers,
in dem ich beinahe meine Mum verlor und einen Hai fand,
der älter als die Bäume war. Keine Sorge, das Ende verrate ich
noch nicht …"
Eine Geschichte, so tief wie die See, so aufwühlend wie tosende Wellen und so tröstlich wie der Lichtstrahl eines Leuchtturms in dunkler Nacht.
Kiran Millwood Hargrave erzählt einfühlsam von der psychischen Erkrankung einer Mutter aus der Sicht des Kindes. Verknüpft mit den Themen Tiere, Umwelt, Familie, Natur und Freundschaft wird der Mental-Health-Aspekt kindgerecht und warmherzig für Leser*innen ab 11 Jahren erzählt.
Die atemberaubenden Illustrationen mit gelber Schmuckfarbe von Tom de Freston machen das Buch zu einem Highlight mit Klassikerpotenzial und zeigen, wie viele Geheimnisse der unendliche Himmel und die Tiefe des Ozeans bergen.
(Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe - Loewe Verlag)
Julia und der Hai ist das erste gemeinsame Buch von der Autorin Kiran Millwood Hargrave und ihrem Partner Tom de Freston, der hier sein Debüt als Illustrator gibt. Dieses ist den beiden sehr gut gelungen.
„Das Meer birgt mehr Geheimnisse als der Himmel. Wenn das Wasser ganz still ist und die Sterne die Oberfläche durchbohren, fallen einige Geheimnisse des Himmels ins Meer, erzählte mir Mum.“ – Seite 8, eBook
…mit diesem wundervollen Satz beginnt die besondere und sehr berührende Geschichte von Julia, die über den Sommer erzählt, in dem sich so vieles in ihrem Leben veränderte.
Zusammen mit ihren Eltern und der ihrer Katze mit dem Namen Nudel verbringt Julia die Sommerferien auf den Shetlandinseln. Ihr Vater Dan hat den Auftrag erhalten, das Licht in einem alten Leuchtturm auf der kleinen Insel Unst zu automatisieren. Ihre Mutter Maura ist Meeresbiologin und arbeitet an ihrer Forschung – sie hat für diesen Sommer ein ganz besonderes Ziel: Einen Grönlandhai zu finden.
„Ich hoffe auf eine Geschichte, eine Geschichte über den Grönlandhai. Seit ich klein war, erzählt sie mir von Meereslebewesen und ich sammle ihre Erzählungen in einem kleinen gelben Notizbuch mit dem Gänseblümchen auf dem Einband, habe sie zusammengefügt wie Perlen an einer Halskette – jeder Bericht und jede Information glänzend und kostbar.“ – Seite 16/17, eBook
Auch wenn Julia ihre Freunde in Cornwall vermisst, lebt sie sich auf der Insel schnell ein und findet in dem Jungen Kin einen guten Freund. Doch im Laufe der Wochen ändert sich einiges – ihre Mutter kämpft mit Misserfolgen, was sich schnell auf die Gesundheit niederschlägt. Plötzlich überschlagen sich die Ereignisse und Julia wagt einen dramatischen Schritt…
Dieses besondere Buch hat mich von der ersten Seite an gefesselt und habe es in einem Rutsch durchgelesen. Die Handlung ist in der Ich-Perspektive aus Sicht von Julia geschrieben. Anfangs zunächst etwas träumerisch, wird es nach und nach klarer – Julias Erlebnisse, Sorgen, Gedanken und Wünsche lassen sind gut verfolgen. Auch die Liebe zu ihren Eltern ist stark - es wird oft sehr berührend und auch mal traurig, gleichzeitig auch hoffnungsvoll und mit einigen Wendungen.
Wie schon in der Inhaltsangabe angegeben, spielt auch eine psychische Erkrankung eine Rolle – diese wird hier behutsam und mit den richtigen Worten beschrieben, sodass es auch von Kindern verstanden werden kann. Zudem fließt noch viel mehr hier ein: Auch die Natur spielt eine zentrale Rolle.
Zudem wird die Atmosphäre der Insel wird hier sehr gut eingefangen – vom Leben in dem alten Leuchtturm über die Meereslebewesen bis hin zu den Sternen – und natürlich das weite Meer. Zum Schluss setzt sich einiges zusammen – auch das Zitat aus der Inhaltsangabe bekommt eine bestimmte Bedeutung…
Perfekt untermalt wird diese Geschichte mit den wunderschönen Illustrationen, die immer wieder auftauchen: Mal sind es die schön gestalteten Kapitelanfänge, dann auch ganze Seiten mit Momentaufnahmen. Wie schon das Cover sind diese in schwarz-weiß gehalten, aber mit gelben Highlights versetzt, was den Bildern eine ganz besondere Note verleiht.
Mein Fazit: Ein berührendes Buch mit wundervollen Illustrationen. Die Geschichte von Julia und ihrem Sommer auf den Shetlandinseln ist auf besondere Weise fesselnd – atmosphärisch geschrieben, anfangs etwas träumerisch, besonders und auch mal traurig – aber gleichzeitig auch hoffnungsvoll. Ein Buch, das viele aktuelle Themen behandelt, gleichzeitig aber noch eine gewisse Leichtigkeit behält – unterstützt durch die wunderschönen Illustrationen.
Ein bewegendes Leseerlebnis – sowohl für ältere Kinder als auch für Erwachsene.
Meine Bewertung:
Titel: Julia und der Hai
Autorin: Kiran Millwood Hargrave
Illustrator: Tom de Freston
Genre: Kinder- /Jugendbuch
Seitenanzahl: 224
Verlag: Loewe
Vielen Dank an den Loewe-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!



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