Sonntag, 3. September 2023

Rezension zu "Die Schwarze Königin" von Markus Heitz


Zum Buch


Von Vampiren, dunkler Magie und gefährlichen Plänen…

Ein Busausflug nach Prag und ins Banat läuft anders, als der junge Len es sich je hätte ausmalen können.
Auch wenn seine Großmutter immer behauptete, dass er ein Drăculești und der letzte Nachfahre von Vlad II sei, hat er es nie geglaubt. Bis er in Prag selbst von Vampiren gejagt wird – denn Vlad und seine Familie galten als erbitterte Feinde der Blutsauger. Nun fürchten die Kreaturen, dass Len ein Vorbote ist: für die Rückkehr der Schwarzen Königin!
Sie wollen über ihn an die alten magisch-alchemistischen Aufzeichnungen der geheimnisvollen Herrscherin. Dumm nur, dass Len nicht den blassesten Schimmer hat. Sowohl von der Vergangenheit als auch dem Kommenden.



Vampire, Intrigen, Alchemie, Freundschaft und okkultes Wissen sind nur einige Zutaten für den Dark-Fiction-Roman: Die Wahrheit über Vlad Dracul und Barbara von Cilli, ihr gemeinsamer Kampf im Spätmittelalter gegen Blutsauger - und Len, dem deswegen in der Gegenwart nicht weiß, wie ihm geschieht. (Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe / Klappentext - Knaur Verlag)


Die Schwarze Königin ist der neue Dark Fantasy-Roman von Markus Heitz und hat einiges zu bieten. Im Mittelpunkt stehen die Vampire, die seit Jahrhunderten im Verborgenen leben und gleichzeitig über viele Gebiete herrschen und die Königin Barbara von Cilli, die den Kreaturen den Kampf angesagt hat.

Die Handlung ist in zwei Zeitebenen angesiedelt und verknüpft nach und nach das Vergangene mit der Gegenwart – auf eine sehr spannende und überraschende Weise.

In der Gegenwart ist der junge Mann Lenny „Len“ Lenau einer der Hauptfiguren. Stellvertretend für seine Oma nimmt er an einer Busrundreise teil, die ihn u.a. nach Prag führt. Doch nach einem verstörenden Ereignis auf der Karlsbrücke ändern sich die Reisepläne schlagartig und das Gerücht, dass er ein Drăculești – also ein direkter Nachfahre von Vlad II. - ist, verdichtet sich. Zusammen mit einer Professorin, die sich auf Nachforschungen zu Barbara von Cilli spezialisiert hat, findet er einiges heraus. Und sowohl die Schwarze Königin als auch deren damalige Forschungen rücken plötzlich in die Gegenwart. Allerdings auch ihre und Vlads erbitterte Feinde: Die Vampire. Für Len beginnt ein Wettlauf mit der Zeit – und um sein Leben…

Sie sah ihn an, in der Linken ein Blatt Papier. Len wollte ihr ausweichen.
Da hob sie die Hand – und reckte ihm eine der Bestienzeichnungen entgegen. „Drăculești“, raunte sie und lächelte auf eine verstörend freundliche Weise. Übertrieben, falsch und voller Tücke.
– Seite 75


Im frühen 15. Jahrhundert: Die junge Königin Barbara von Cilli, Ehefrau von Sigismund von Luxemburg, dem König von Ungarn, ist wissbegierig, klug und widmet sich oft ihren alchemistischen Forschungen. Als sie den jungen Vlad II. kennenlernt, verbindet sie schnell eine innige Freundschaft – und den gemeinsamen Wunsch, die Vampire, die in großer Zahl in riesigen Städten unter der Erde leben zu vernichten. Hierfür nehmen sie vieles auf sich – u.a. lernen sie die mächtigsten Strigoi kennen und erfahren einiges über deren finstere Absichten.
Umso verbissener halten Barbara und Vlad an ihrem eigenen Plan fest, der einige blutige Abenteuer nach sich zieht…

Beide Geschichten lassen sich durch den regelmäßigen Wechsel spannend verfolgen und halten einige überraschende Wendungen mit interessanten Nebenfiguren bereit. Es wird rasant, actionreich, mysteriös und auch mal blutig. Besonders in der zweiten Hälfte legt die Story an Tempo zu – es passiert einiges. Nach und nach werden Geheimnisse gelüftet und zeigen ein Gesamtbild, das noch größer ist als zunächst gedacht…

Markus Heitz verknüpft hier historische Ereignisse und Personen gekonnt mit fiktiven und phantastischen Elementen, sodass ein wirklich gelungener Dark Fantasy-Roman entstanden ist. Vorne im Buch findet man neben einem Personenregister auch die verschiedensten Arten der Vampire, die unterschiedliche Fähigkeiten haben. Doch sie sind nicht die einzigen übersinnlichen Kreaturen. Dazu gibt es noch Alchemie, Okkultes und ziemlich gefährliche Pläne…

„Lucian hatte sich als Murony bezeichnet, somit verstand er sich auf Hexerei. Das Abramelin öffnete ihm schwarzmagische Türen, die unbedingt verschlossen bleiben mussten.“ – Seite 139


Sehr gut und detailliert sind auch die Schauplätze beschrieben – sowohl in der Vergangenheit als auch in der Gegenwart. Auch, wie das Leben der Vampire – generell und in den unterschiedlichen Zeitebenen- aussieht, ist interessant zu verfolgen.

„Langsam drehte Len den Kopf, um nach der unbekannten Fürsprecherin der Schwarzen Königin zu sehen. Tief in seinem Unterbewusstsein wisperte eine warnende Stimme, dass es mit dem Anblick der Frau kein Zurück mehr für ihn gäbe.
Nur zurück von was?“
– Seite 28


Unbedingt erwähnenswert ist noch die tolle und sehr passende Covergestaltung sowie die gelungenen Illustrationen, die jeweils vorne und hinten im Paperback zu finden sind. Die beiden Zeichnungen stammen von der Illustratorin Isabeau Backhaus.





Wie Markus Heitz bereits mit dem Hashtag #VampireMüssenNichtGlitzern klarstellt, gibt es hier definitiv keine Vampire, die im Sonnenlicht glitzern – ein humorvolles Detail ist aber, dass hier am Rande auch kurz mal der Name Bella auftaucht. :D


Mein Fazit: Ein packender Dark Fantasy-Roman, der einiges zu bieten hat: Es wird abenteuerlich, rasant, mysteriös und ziemlich düster. Gekonnt werden hier historische Fakten mit phantastischen Elementen verknüpft und werden zu einer Geschichte, die einige Überraschungen bereithält. Von Vampiren und anderen Wandelwesen, von dunkler Magie und unheimlichen Plänen, die sich von der Vergangenheit bis in die Gegenwart ziehen – mal sehr informativ, dann auch wieder temporeich mit einigen Wendungen. Sehr lesenswert!



Meine Bewertung:



Titel: Die Schwarze Königin
Autor: Markus Heitz
Genre: Dark Fantasy
Seitenanzahl: 544
Verlag: Droemer-Knaur
Erstveröffentlichung: 21. August 2023


Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar!


3 Kommentare:

  1. Hallo Nicole,

    das klingt ja insgesamt wirklich sehr vielversprechend! Ich hab momentan so viele Bücher die schon warten, deshalb hab ich das neue von Heitz erstmal nach hinten geschoben - auch weil ich die ersten Rezensionen mal abwarten wollte.
    Ich werds mir aber auf jeden Fall auf die Wunschliste setzen, vielleicht passt es dann nächstes Jahr im Herbst :D
    Dass eine "Bella" auftaucht finde ich auch witzig ;)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo Aleshanee,

      ja, das Buch ist wieder sehr gelungen. Gefallen hat mir auch, das hier am Rande Verbindungen zu anderen Romanen von ihm auftauchen. Das hat mich wieder an die Judas-Reihe erinnert, die ich schon seit Längerem lesen möchte. :D

      Das kenne ich, gerade jetzt erscheinen so viele tolle Bücher - man möchte sie am liebsten alle auf einmal lesen. :D

      Viele liebe Grüße
      Nicole

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    2. Solche Verbindungen mag ich auch immer gerne. Allerdings hab ich von seinen "dunklen" Büchern kaum was gelesen und werde die dann wohl eher weniger erkennen.

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