Donnerstag, 22. Februar 2024

Rezension zu "Der Spurenfinder" von Marc-Uwe Kling

 

Zum Buch


Vom Spurenfinden in den Verlorenen Provinzen

Elos von Bergen hat das Spurenfinden eigentlich an den Nagel gehängt, seit ein Fall mit einem nachtragenden Nachtmagier ihn und seine Kinder Ada und Naru fast das Leben gekostet hätte. Darum wohnen die drei nun seit einigen Jahren in Friedhofen, dem verschlafensten Dorf des gesamten Königreichs. Dort arbeitet Elos – sehr zum Leidwesen der Kinder, die sich in dem Kaff unsäglich langweilen – an der Niederschrift seiner zwanzigbändigen Memoiren. Doch dann geschieht ausgerechnet in Friedhofen ein rätselhafter Mord, der den Spurenfinder in den verzwicktesten Fall seines Lebens hineinzieht. Und wenn er glaubt, seine Kinder würden derweil zu Hause bleiben und Däumchen drehen, täuscht er sich gewaltig.
(Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe - Ullstein Verlag)



Der Spurenfinder ist der aktuelle Roman von Autor Marc Uwe-Kling, den er zusammen mit seinen Co-Autorinnen Johanna & Luise Kling geschrieben hat. Entstanden ist ein humorvoller Fantasy-Krimi, der sich unterhaltsam und interessant entwickelt.

Elos von Bergen ist der berühmteste Ermittler der Verlorenen Provinzen, denn er ist kein gewöhnlicher Spurensucher, sondern ein Spurenfinder – damit konnte er schon so manches Rätsel und fast jeden Fall lösen. Bis er einem gefährlichen Nachtmagier, der nicht gefunden werden wollte, zu nahegekommen ist und dieses ihm und seine Kinder beinahe das Leben gekostet hätte.
Daher hat Elos beschlossen, das Spurenfinden an den Nagel zu hängen und lieber seine zwanzigbändigen Memoiren fertigzustellen - und das alles in dem friedlichsten Dorf im gesamten Reich: Friedhofen. Seine zwölfjährigen Zwillinge Ada und Naru sind davon wenig begeistert, da in dem Dorf absolut nichts passiert. Bis jetzt. Denn eines Nachts geschieht ein Mord, der rätselhafter nicht sein kann. Sofort machen sich Ada und Naru zusammen mit ihrem Vater ans Spurenfinden und geraten in einen Fall, der größer ist, als zunächst gedacht…

„Die Zwillinge blickten sich an. Was hier gerade passiert war, verstanden sie nicht. Aber es war ihnen auch egal. Sie drehten sich um und rannten, so schnell sie konnten, in die entgegengesetzte Richtung.“ – Seite 137


Die Geschichte ist angenehm zu lesen und man bekommt zunächst einen Einblick in das ziemlich ruhige Leben in Friedhofen. Neben einigen Einwohnern lernen wir natürlich Elos und seine Kinder Ada und Naru kennen - die Zwillinge lockern die Story herrlich auf. Zunächst eher ruhig, wird es etwa ab der Hälfte des Buches interessant, hier sind einige überraschende Fantasyelemente gut eingefügt. Auch die Ermittlungen in dem Mordfall nehmen etwas Fahrt auf und erstrecken sich weit über Friedhofen hinaus.

„Mir scheint allein der Friedhof von Drachenberg ist doppelt so groß wie ganz Friedhofen“, staunte Ada.
„Und nur halb so tot“, murmelte Naru.
– Seite 237


Die Handlung ist eher einfach gehalten, die Mischung von Fantasy- und Krimielementen mit etwas Humor ist gut gelungen. Überrascht hat mich jedoch, dass es doch eher ein Jugendbuch ist. Ich hatte tatsächlich mit einem detaillierten Fantasymärchen gerechnet.
Auch, wenn sich die Geschichte sympathisch und leicht lesen lässt, hat mir hier etwas die Tiefe gefehlt. Alles blieb etwas oberflächlich und einzelne Geschehnisse wurden nur gestreift. Auch die Charaktere waren etwas blass. Die Zwillinge fand ich unterhaltsam und ganz sympathisch, aber zu Elos habe ich keinen richtigen Zugang gefunden – er blieb mir zu rätselhaft.

Die verschiedenen Schauplätze dagegen sind gut geschildert, die magische Welt ist interessant und hält noch einiges an Potential bereit. Vorne und hinten im Buch sind Karten abgebildet – es gibt eine Übersicht der Verlorenen Provinzen und eine Skizze von Friedhofen. Das kleine Hardcover ist sehr schön gestaltet und die skizzenhaften Illustrationen geben einige Momentaufnahmen der Geschichte gut wieder.






Mein Fazit:
Ein unterhaltsamer Fantasy-Krimi, der einige Überraschungen bereithält. Obwohl die Geschichte leicht und sympathisch ist, hat mir hier ein wenig die Tiefe gefehlt. Einiges blieb zu oberflächlich und Wichtiges wurde nur gestreift, auch die Charaktere blieben etwas blass.
Dennoch haben mir die Zwillinge gut gefallen, sie haben die Geschichte herrlich aufgelockert. Auch wenn mir manchmal das Detailreiche gefehlt hat, ist der Roman unterhaltsam und die Entwicklung des Mordfalls mit seinen Verstrickungen interessant zu verfolgen. Die gesamte Buchgestaltung mit den Illustrationen ist ebenfalls gelungen.
Insgesamt ein einfacher Fantasyroman, den man gut zwischendurch lesen kann und dem 3,5 Sterne gebe.



Meine Bewertung:




Titel: Der Spurenfinder
Autoren: Marc-Uwe Kling / Johanna & Luise Kling
Illustriert von: Bernd Kissel
Genre: Fantasy-Krimi / Humor
Seitenanzahl: 336
Verlag: Ullstein
Erstveröffentlichung: 30. November 2023


2 Kommentare:

  1. Schönen guten Morgen!

    Mich hat das Cover ja sofort neugierig gemacht und ich hab hier schon eher ein Jugendbuch erwartet, alleine vom optischen Eindruck...
    Allerdings hab ich von dem Autor bisher noch kein Buch entdeckt mit dem ich warm geworden bin, sein Humor bzw. Schreibstil ist einfach nicht meins. Das hier klingt auf jeden Fall anders, als was ich bisher von ihm gesehen habe. Neugierig bin ich immer noch, aber ich weiß nicht so recht, ob es mir gefällt. Es klingt nach einer schönen, leichten Unterhaltung, die funktionieren kann, wenn einem der Humor gefällt. Vielleicht lese ich mal in die Leseprobe rein :)

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Hallo liebe Aleshanee,
      ja, das Cover und auch die gesamte Buchgestaltung sind sehr gelungen. Diese passt auch zum gesamten Stil des Buches.

      Ich habe von Marc-Uwe Kling bisher nur die beiden Qualityland-Romane gelesen, die mir gut gefallen haben. Diese Geschichte ist natürlich ganz anders.
      Wenn du dir unsicher bist, ist die Leseprobe eine sehr gute Idee, die habe ich tatsächlich auch zuerst gelesen. :)
      Es ist einfach ein schönes Buch für zwischendurch.

      Liebe Grüße
      Nicole

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