Freitag, 10. März 2017

Rezension zu "Flavia de Luce - Das Geheimnis des kupferroten Toten" von Alan Bradley



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Eine neuer Fall für Hobbydetektivin Flavia de Luce

An einem ruhigen Sonntagmorgen wird für Flavia de Luce ein geheimnisvoller Brief abgegeben. Die elfjährige Hobbydetektivin, die gerade in ihrem geliebten Laboratorium arbeitet, ist überrascht - und neugierig.  "Mord! Komm sofort her" steht in dem Brief geschrieben - Das lässt sich Flavia natürlich nicht zweimal sagen. Sofort macht sie sich auf den Weg zum Internat Greyminster, das einst bereits ihr Vater besuchte. Schon das alte Anwesen, von Nebel umhüllt, strahlt etwas Unheimliches aus. Doch der Tote gibt noch viel mehr Rätsel auf: In einer Badewanne liegt ein Mann, tot, überzogen mit einer Kupferschicht. War es Mord? Sofort macht Flavia, die nicht nur Detektivin sondern auch begeisterte Hobbychemikerin ist, sich an die Ermittlungen und findet Überraschendes heraus...


"Ich war gerade dabei, den Giftzahn einer Kreuzotter, die ich an diesem Morgen nach dem Kirchgang hinter der Remise gefangen hatte, unter dem Mikroskop zu betrachten, als es gedämpft an die Tür meines Labors klopfte." -Seite 7, eBook


Mit dieser für Flavia de Luce typischen Tätigkeit beginnt die Kurzgeschichte um den kupferroten Toten,  in dessen Fall  die Hobbydetektivin schon bald begeistert ermitteln wird. Die Elfjährige mit ihrem besonderen Charme hat eine Vorliebe für Ermittlungen, Chemie und Gifte und daher ihr eigenes kleines Labor in ihrem Zuhause Buckshaw. Als sie zu einem mysteriösen Todesfall gerufen wird, beginnt sie sofort mit ihren Nachforschungen - natürlich bevor die Polizei eintrifft. Wird sie auch diesen Fall lösen? Im schon gewohnten Schreibstil der bisher sieben Bände ist auch diese Short Story geschrieben, die die Wartezeit auf den am 25. April 2017 erscheinenden achten Teil ein wenig verkürzt. Die Ich-Perspektive ist auch hier sehr gut gewählt. Trotz der wenigen Seiten wird die Geschichte schön ausführlich erzählt - natürlich insoweit, wie es in einer Kurzgeschichte möglich ist. Dieses ist sehr gut gelungen.

"Mord, Dringlichkeit, Eile, Furcht - wer hätte da widerstehen können? genau meine Kragenweite!" -Seite 8, eBook

Mein Fazit: Das Geheimnis des kupferroten Toten ist zwar nur 27 eBook-Seiten lang, enthält aber trotzdem eine komplette, spannende Geschichte mit allem drum und dran. Flavia ist in ihrem Element, Einzelheiten werden aufgelistet, alle Fragen werden beantwortet - perfekt! Eine tolle Kurzgeschichte im gewohnten Flavia-Stil, die die Wartezeit auf den neuen Roman ein wenig verkürzt. Sehr gelungen, für alle Fans der Reihe ein Muss!


Meine Bewertung: 





Titel: Flavia de Luce - Das Geheimnis des kupferroten Toten
Autor: Alan Bradley
Genre: Kurzgeschichte / Krimi
Seitenanzahl: 27
Verlag: Penhaligon
Erstveröffentlichung: 13. März 2017




Die Bücher der Reihe um Flavia de Luce:
Band 1 - Mord im Gurkenbeet
Band 2 - Mord ist kein Kinderspiel
Band 3 - Halunken, Tod und Teufel
Band 4 -Vorhang auf für eine Leiche
Band 5 - Schlussakkord für einen Mord
Band 6 - Tote Vögel singen nicht
Band 9 - Der Tod sitzt mit im Boot
Band 10 - Todeskuss mit Zuckerguss
Band 11 - Des Henkers letzte Mahlzeit

eBook-Short Story - Das Geheimnis des kupferroten Toten 


Vielen Dank an das Bloggerportal  und Penhaligon für das Rezensionsexemplar!

 

Mittwoch, 8. März 2017

Rezension zu "Des Teufels Gebetbuch" von Markus Heitz

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Bube - Dame - König - Tod

Der ehemalige Spieler Tadeus Boch arbeitet in einem angesehenen Kasino in Baden-Baden als Sicherheitskraft. Einst hatte die Spielsucht in Kombination mit Drogen und Alkohol sein Leben zerstört. In seinem Job hält er sich tapfer und ist dankbar für eine neue Chance im Leben.
Doch eines Abends wird seine Widerstandskraft erneut auf eine harte Probe gestellt: Er gerät in den Besitz einer jahrhundertealten, wunderschön gestalteten Spielkarte. Dass diese von enormen Wert ist, bekommt er schnell zu spüren: Unbekannte sind ihm auf den Fersen. Tadeus aber möchte unbedingt mehr über diese geheimnisvolle Karte herausfinden - sie scheint ihn magisch anzuziehen. Doch bei seinen Recherchen gerät er immer tiefer in einen gefährlichen Strudel von mysteriösen Ereignissen. Schon bald gerät sein Leben in Gefahr...



"Der Dealer nahm derweil die verheerende Karte und gab sie mit dem verbliebenen Stapel, aus dem gezogen wurde, in den Mischapparat. Der Tod befand sich erneut im Spiel." -Seite 52


Nach dem ich im letzten Jahr schon mit Begeisterung seinen Roman Wedóra gelesen habe, war ich dementsprechend gespannt auf Markus Heitz' neuestes Werk. Und dieses ist wirklich gelungen: Mit geheimnisvollen magischen Spielkarten, die Jahrhunderte alt sind und skrupellosen Personen, die alles dafür tun würden, um diese in ihren Besitz zu bekommen. Dazu gibt es noch ein spezielles Kartenspiel, bei dem es im wahrsten Sinne des Wortes um Leben und Tod geht - Das Buch hat einiges zu bieten! Die Handlung spielt zwar überwiegend in der Gegenwart, doch zwischendurch geht es auch in die Vergangenheit - ins Leipzig des 18. Jahrhunderts. Aus verschiedenen Blickwinkeln, die über weite Teile Europas sogar bis in den tiefsten Dschungel im Amazonas führen, fügen sich nach und nach die einzelnen Puzzleteile zusammen. Dieser häufige Wechsel der Handlungsstränge ist dem Autor wirklich gut gelungen. Man kann alles sehr gut verfolgen und kommt so gut wie nie durcheinander.

Viele bestimmte Abschnitte sind mir besonders im Gedächtnis geblieben, eine davon ist der Verlauf einer geheimen Partie des Spiels Supérieur am Anfang des Buches, das einen unheilvollen Ausgang nimmt - dieses ist unheimlich packend geschrieben. Und vor allem das Geheimnis um die mysteriösen Karten wird nach und nach aufgedeckt. Gerade hier gibt es viele detailreiche Ausführungen, die die düstere Aura sehr gut rüberbringen.

Auch der Rest der Handlung hat einiges zu bieten - spannende Entwicklungen, überraschende Wendungen und ein schnelles Tempo. Im Anschluss an die Geschichte gibt es noch einen ausführlichen Anhang, wo man alles über die historischen Fakten rund um das Thema Kartenspiel und die Kartenentstehung nachlesen kann.

Sehr gelungen ist auch die ganze Buchgestaltung - Das Cover ist großartig! An manchen Stellen ist die Klappenbroschur leicht angeraut, was dem Buch einen schönen älteren Stil gibt. Zusätzlich findet man in den Innenseiten vorn und hinten die Regeln und den Ablauf des Kartenspiels Supérieur.



"Tadeus beschloss umgehend, sich gar nicht erst näher mit Supérieur zu beschäftigen. Aber vielleicht macht es Spaß. Mehr Spaß als Poker, wisperte die Sucht. Das Geld ist ja nicht deins. Versuch es doch einfach mal. Es bleibt unser Geheimnis." -Seite 94


Mein Fazit: Der neue Roman von Markus Heitz ist genau so, wie ich erwartet habe: Packend, unheimlich, mysteriös und phantastisch. Die Handlung ist durchweg spannend, es gibt neben Thriller- auch gut platzierte Horrorelemente - man kann das Buch nur sehr schwer aus der Hand legen. Der Schreibstil ist klar, an den richtigen Stellen detailreich und dann wieder rasant. Es lässt sich flüssig lesen. Mit interessanten Charakteren, ungeahnten Wendungen und einer düsteren Atmosphäre ein wirklich gelungenes Buch. Sehr lesenswert!!


Meine Bewertung: 





Titel: Des Teufels Gebetbuch
Autor: Markus Heitz
Genre: Mystery / Thriller / Fantasy
Seitenanzahl: 672
Verlag: Droemer Knaur


Vielen Dank an Droemer Knaur für das Rezensionsexemplar! 

Freitag, 3. März 2017

Rezension zu "Das Buch der Spiegel" von E.O. Chirovici



Zum Buch
Ein rätselhaftes Manuskript, ein ungelöster Mordfall und die Suche nach der Wahrheit...

Der Literaturagent Peter Katz erhält eines Tages eine E-Mail des Autors Richard Flynn, der ihm das Manuskript seines neuen Buches anbietet. Neugierig durch das ausführliche Anschreiben, beginnt Peter den beigefügten Auszug des Manuskripts zu lesen.  
Richard Flynn schreibt darin über einen ungeklärten Mordfall, der sich im Jahre 1987 ereignet hat. Der Professor Joseph Wieder wurde damals in seinem Haus ermordet, die genauen Umstände sind unklar, der Fall wurde nie gelöst. In seinem Manuskript deutet Flynn, der inzwischen schwer erkrankt ist,  allerdings an, das Rätsel gelöst zu haben. Doch der Text endet abrupt.
Als Peter Katz sich mit Flynn in Verbindung setzten will, erfährt er, dass der Autor inzwischen verstorben ist - die fehlenden Seiten sind unauffindbar.
Doch den Literaturagenten lässt sie Geschichte nicht los, gemeinsam mit einem befreundeten Reporter begibt er sich auf Spuren in die Vergangenheit. Was ist damals tatsächlich geschehen? Welche Rolle haben Richard Flynn und die heute unauffindbare Laura Baines damals tatsächlich gespielt? Je tiefer sie in der Vergangenheit graben, desto rätselhafter wird es...


"Wie auf einem schneebedeckten Berg, wo ein kleines Geräusch oder ein fallendes Steinchen eine gewaltige Lawine auslösen kann, die alles in ihrem Weg mit sich reißt, sollte ein scheinbar banales Ereignis alles zertrümmern, was ich über Laura und letztlich auch über mich selbst zu wissen glaubte." -Seite 73, eBook


Das Buch der Spiegel bietet eine wirklich interessante Story: Ein Manuskript, dass anscheinend der Schlüssel zu einem ungelösten Mordfall ist, dessen letzter -und entscheidender Teil- aber fehlt. Der Autor ist inzwischen verstorben und die letzten Seiten sind wie vom Erdboden verschluckt. Doch der Literaturagent möchte unbedingt das Ende erfahren und stößt bei seinen Recherchen auf Ungereimtheiten, Rätsel und auf etwas, was die ganze Sache noch mysteriöser macht.
Die Geschichte ist in drei unterschiedlichen Erzählperspektiven erzählt, jeweils aus Sicht der aktuellen Person. Alles ist sehr gut verständlich, anfangs erfährt man den Inhalt des Teilmanuskripts, welches Peter Katz erhalten hat und lernt somit die Geschichte von Richard Flynn und dessen Begegnungen mit Laura Baines und dem Professor kennen. Doch schon dort bleibt einiges geheimnisvoll und wird im späteren Verlauf des Buches noch mysteriöser. Gerade dieses ist sehr gut gelungen und hält die Spannung aufrecht. Nach und nach bringen die Nachforschungen in der Vergangenheit Licht ins Dunkel, gleichzeitig tauchen auch Fakten auf, die sich widersprechen. Es bleibt in jedem Fall sehr interessant!


"Vorm Einschlafen grübelte ich noch über alles nach und war mir fast sicher, dass sich unter der Oberfläche dieses Falls etwas verbarg, noch finsterer und rätselhafter als das, was Flynn in dem Teil des Manuskripts dargelegt oder die Polizei damals ermittelt hatte." -Seite 102, eBook


Mein Fazit: Ein gutes Buch, das mit seinem interessanten, unvorhersehbaren Verlauf überrascht. Trotz der gut eingesetzten Krimi-Elemente ist die Geschichte ruhig erzählt - es wird sehr mysteriös und man kann als Leser prima mitraten, was mir sehr gut gefallen hat. Die Handlung bleibt bis auf kurze Passagen im Mittelteil durchweg spannend.  Zum Ende hin warten dann so einige Überraschungen. Die Charaktere hätten meiner Meinung nach vielleicht noch etwas mehr ausgearbeitet werden können,  doch die Entwicklung der Story ist sehr gut gelungen. Insgesamt ein gutes Werk und daher sehr lesenswert. 

Meine Bewertung:




Titel: Das Buch der Spiegel
Autor: E.O. Chirovici
Genre: Roman/ Krimi
Seitenanzahl: 384
Verlag: Goldmann


Vielen Dank an das Bloggerportal und Goldmann für das Rezensionsexemplar!