Mittwoch, 18. Oktober 2023

Rezension zu "Die verlorene Zukunft von Pepperharrow" von Natasha Pulley

 

Zum Buch

Von Geistern, Magie und Erinnerungen an die Zukunft


Fünf Jahre, nachdem sich Thaniel Steepleton und Keita Mori in London kennengelernt haben, reisen sie, ein unscheinbarer Übersetzer, und ein Uhrmacher, der sich an die Zukunft erinnert, nach Japan, denn in Tokio gehen seltsame Dinge vor sich. Während Krieg mit Russland droht, tritt das Personal der britischen Gesandtschaft in den Streik, weil in ihrem Gebäude Geister ihr Unwesen treiben. Thaniel soll herausfinden, was hinter dem Spuk steckt. Doch dann beginnt er selbst, Geister zu sehen. Mori fürchtet sich, will – oder kann – die Gründe dafür aber nicht nennen. Und dann verschwindet er spurlos. Thaniel ist überzeugt, dass die magischen Dinge, die im ganzen Land vorgehen, etwas mit Moris Verschwinden zu tun haben - und dass Mori in großer Gefahr ist. So wird er mit der erschreckenden Offenbarung konfrontiert, dass die Zeit des Uhrmachers abgelaufen sein könnte.
(Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe - Klett-Cotta Verlag


Die verlorene Zukunft von Pepperharrow ist der neue Roman von Autorin Natasha Pulley und gleichzeitig die Fortsetzung ihres Buches Der Uhrmacher in der Filigree Street, das im Jahr 2021 erschien. Die Geschichte spielt etwa fünf Jahre nach den letzten Geschehnissen.

Im Jahr 1888: Seit fünf Jahren verbindet den ehemaligen Telegrafisten Nathaniel „Thaniel“ Steepleton und dem geheimnisvollen Uhrmacher Keita Mori eine besondere Freundschaft. Nun reisen sie gemeinsam nach Japan, wo seit einiger Zeit rätselhafte Dinge vorgehen. Thaniel soll in der britischen Gesandtschaft in Tokyo einer rätselhaften Sache auf den Grund gehen: In dem Gebäude wurden Geister gesichtet, woraufhin immer mehr Angestellte kündigen. Doch nach einiger Zeit beginnt auch er, Geister zu sehen – und es werden immer mehr.
Währenddessen verhält sich Keita Mori, der die besondere Fähigkeit hat, sich an die Zukunft zu erinnern, merkwürdig – er scheint Angst zu haben und verschwindet dann plötzlich spurlos. Während die politischen Spannungen und ein drohender Krieg immer näher rücken und gleichzeitig auch die mysteriösen Ereignisse zunehmen, wird Thaniel bewusst, dass alles zusammenhängen muss. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt…

„Der Gedanke liegt nahe, dass niemand in der Lage wäre, den Lauf der Welt so zu arrangieren, dass die einzelnen Ereignisse dem eigenen Wunsch gemäß wie in einem Uhrwerk ineinandergreifen. (…)
Nun haben Hellseher jedoch eine besondere Begabung im Umgang mit der Zeit – weshalb es einer gewissen Ironie nicht entbehrte, dass Keita Mori ausgerechnet als Uhrmacher tätig war.“
– Seite 8, eBook


…schon die ersten Sätze aus dem Prolog machen neugierig auf diese besondere Geschichte, die mit einem großartigen Schreibstil und starken Figuren überzeugt. Am Anfang geht es kurz zurück in die Filigree Street – in Moris Uhrmacherwerkstatt mit seinen mechanischen Wunderwerken, bevor es für Mori und Thaniel zusammen mit der neunjährigen Six nach Japan geht.

„Das Haus Nummer siebenundzwanzig war hell erleuchtet. (…)
Die Uhrwerkvögel im Schaufenster wirkten alle schläfrig, obwohl sie sonst als kleine silberne oder bronzene Blitze zwischen ihren Lieblingsplätzen hin und her flatterten. Stattdessen gaben sich nun die mechanischen Glühwürmchen ein Stelldichein. Sie zogen goldene Linien über die Zimmerdecke und auch zwischen den Vögeln hindurch, die sich manchmal in ihrem Licht regten.“
– Seite 50, eBook


Wie schon im Vorgänger sind auch hier die verschiedenen Schauplätze detailreich und bildgewaltig beschrieben – sowohl im viktorianischen London als auch die Orte und Städte in Japan, wo der Hauptteil der Geschichte spielt. Sehr faszinierend ist das weitläufige Anwesen Yoruji in Yokohama, das Keita Mori gehört – der geheimnisvolle Mann, der als Uhrmacher nicht nur mechanische Wunder erschaffen kann, sondern auch weitere besondere Fähigkeiten hat und zudem noch einem bedeutenden Samurai-Geschlecht angehört.
Ein Großteil der Geschichte ist aus der Sicht von Thaniel geschrieben, dessen Weg sich spannend verfolgen lässt. Auch seine Freundschaft mit Mori ist besonders, aber auch zerbrechlich. Nach und nach erfahren wir, was es mit den mysteriösen Geschehnissen und den Geistern auf sich hat.
Neben altbekannten Figuren und Wesen (auch Katsu, der kleine mechanische Oktopus ist wieder mit dabei) gibt es auch neue interessante Charaktere – wie etwa die Frau Takiko Pepperharrow, die noch eine zentrale Rolle spielen wird.

„Nichts von alldem wirkte, wie Moris Pläne normalerweise wirkten, wenn alles glattlief. Es gab zu viele Lücken und Bruchstücke.“
– Seite 363, eBook


Die Geschichte ist komplex, aber wunderbar konstruiert – historisches, gemischt mit etwas Mystery und natürlich Fantasy – es wird packend, magisch, unheimlich und auch bewegend. Man sollte sich aber etwas Zeit für dieses Buch nehmen, da sich hier die einzelnen Fäden erst nach und nach auf überraschende und auch etwas komplizierte Weise miteinander verbinden.

Natürlich ist es immer von Vorteil, wenn man den Vorgängerroman gelesen hat, da man dort die Hauptfiguren und ihre gemeinsame Geschichte sehr gut kennen lernt. Jedoch wird alles Wichtige erklärt, sodass der Roman meiner Meinung nach auch ohne Vorkenntnisse gut verständlich ist.
Sehr informativ sind auch die historischen Anmerkungen zum Schluss – es ist interessant zu lesen, welche Details auf historischen Fakten beruhen und was rein fiktiv ist.

Unbedingt erwähnenswert ist die wunderschöne Covergestaltung - mit einem besonderen magischen Detail, das auch im Roman vorkommt.


Mein Fazit: Ein historischer Fantasyroman mit einer außergewöhnlichen Note. Sehr komplex, aber wunderbar geschrieben – es wird spannend, magisch, mysteriös und besonders. Neben stark gezeichneten Figuren und gut eingesetzten Fantasyelementen sind auch die Schauplätze detailreich beschrieben. Man sollte sich etwas Zeit für dieses Buch nehmen – es lohnt sich auf jeden Fall. Sehr lesenswert!


Meine Bewertung:





Titel: Die verlorene Zukunft von Pepperharrow
Autorin: Natasha Pulley
Übersetzt von: Jochen Schwarzer
Genre: Historische Fantasy / Phantastik
Seitenanzahl: 592
Verlag: Hobbitpresse / Klett Cotta
Erstveröffentlichung: 14. Oktober 2023


Eine weitere Rezension findet ihr bei Weltenwanderer.


Die Bücher um den besonderen Uhrmacher Keita Mori:
Der Uhrmacher in der Filigree Street
Die verlorene Zukunft von Pepperharrow

Ebenfalls sehr lesenswert ist der Roman Der Leuchtturm an der Schwelle der Zeit


Vielen Dank an Klett-Cotta und Netgalley für das Rezensionsexemplar!


Donnerstag, 12. Oktober 2023

Rezension zu "Aus Sternen und Staub" von T.J. Klune


Zum Buch

Von Sternen, Staub und der Liebe

Nate Cartwright steht vor den Trümmern seines Lebens: seine Eltern sind tot, sein Bruder will nichts von ihm wissen und seinen Job hat er auch verloren. Er beschließt, nach Roseland in Oregon zu fahren. In der Abgeschiedenheit der Berge will er wieder zu sich selbst finden. Pläne schmieden. Vielleicht endlich einen Roman schreiben. Nate war schon seit Jahren nicht mehr in der Hütte seiner Familie. Seit seine Eltern ihn nach seinem Coming-out rausgeworfen haben nicht mehr. Soweit er weiß, sollte die Hütte verlassen sein. Nur, dass sie das nicht ist. Ein Mann namens Alex hat sich dort versteckt und mit ihm ein kleines Mädchen, das auf den obskuren Namen Artemis Darth Vader hört. Die Geschichte, die Alex und Artemis erzählen, ist so unglaublich, dass sie eigentlich nur wahr sein kann. Und plötzlich muss Nate eine Entscheidung treffen: Will er sich weiter den Dämonen seiner Vergangenheit ergeben oder will er für eine Zukunft kämpfen, die er nie für möglich gehalten hätte?
(Quelle: Inhaltsangabe - Heyne Verlag)



Aus Sternen und Staub
ist der vierte Roman, den ich von Autor T.J. Klune gelesen habe. Ebenso wie die anderen Geschichten konnte mich auch dieses Buch wieder begeistern.

Der 27-jährige Nathaniel Cartwright durchlebt gerade eine schwere Zeit: Nach dem Tod seiner Eltern hat er nun auch seinen Job als Journalist bei der Washington Post verloren. Seine Eltern, die nach seinem Coming-out nichts mehr mit ihm zu tun haben wollten, haben alles seinem Bruder Ricky vermacht – bis auf eine abgeschiedene Hütte in den Bergen und dem alten Pick-up seines Vaters. Um in Ruhe zu trauern und wieder zu sich selbst zu finden, bricht Nate seine Zelte in Washington ab und macht sich auf den Weg zur Hütte. Jedoch stößt er dort überraschend auf zwei Personen, die sich dort versteckt haben: Ein Mann namens Alex und ein zehnjähriges Mädchen mit dem außergewöhnlichen Namen Artemis Darth Vader, kurz genannt Art. Nate ist zunächst überfordert mit der Situation, die später noch ganz andere Ausmaße annimmt – denn die beiden erzählen ihm etwas, was unmöglich wahr sein kann. Schon bald ändert sich Nates Leben erneut und er muss eine wichtige Entscheidung für die Zukunft treffen - nichts ahnend, was noch alles auf ihn wartet…

„Er verstand weder Art noch das Ausmaß des Schattens, den sie warf. Er wusste weder, woher die beiden gekommen waren, noch wohin sie gingen, oder was als nächstes passieren würde.
Trotzdem blieb er.“
– Seite 160




Auch dieses Buch besticht wieder durch die großartige Zeichnung der Figuren – sowohl der Einblick in Nates bisheriges Leben, als auch der Weg von Alex und Artemis, der nach und nach deutlich wird, sind detailreich und klar zu verfolgen. Auch die langsame Annäherung von Alex und Nate und der Aufbau von Vertrauen und Zuneigung zwischen den Dreien sind sehr gut dargestellt. Die Geschichte nimmt einen überraschenden Verlauf - nach und nach kommt ein großes Geheimnis ans Licht, das Nate einiges abverlangt und ihn in ein außergewöhnliches Abenteuer stürzt.
Man schließt die Figuren schnell ins Herz – besonders Artemis Darth Vader. Das besondere geheimnisvolle Mädchen ist irgendwie herzerwärmend, überraschend und sehr schlagfertig – manchmal auch mit etwas speziellem Humor.

Alex verdrehte die Augen. „Ich habe nicht vor, dich zu erschießen.“
„Das hat er nicht“, bestätigte Art und tätschelte Nates Knie.
„Dazu mögen wir dich zu sehr. Außerdem würde es uns nur aufhalten, ich meine, mit all dem Blut und so.“
– Seite 224


Aber gleichzeitig wird es auch sehr bewegend:

„Wir sind anders als ihr, der Raum und die Zeit trennen uns voneinander, und doch bestehen wir alle aus Sternen und Staub. Ich glaube, das hatten wir vergessen. Und ich bin mir nicht sicher, ob ihr es jemals wusstet. Wie könnt ihr euch allein fühlen, wo wir doch alle gleich sind?“ (Art) – Seite 292/293


Es wird oft berührend, aber auch mal packend und dramatisch. Gleichzeitig sind auch die Fantasyelemente sehr schön mit eingebunden. Nur hat mich ein Abschnitt völlig überrascht, der mit seiner ziemlich direkten Art und viel zu vielen intimen Details nicht so recht in die eher etwas träumerische und leichte Geschichte passt. In dieser Szene wären weniger Details mehr gewesen. Aber dieses ist nur ein ganz kleiner Kritikpunkt am Rande eines ansonsten gelungenen Buches.

„So viele Fragen. Ein Geheimnis.“ – Seite 203


Unbedingt erwähnenswert ist noch die wunderschöne Covergestaltung, die es auch bei den drei anderen Büchern gab. Anders hier ist nun, dass das Buch nicht als Paperback, sondern als Hardcover erschienen ist und – in der limitierten ersten Auflage- mit einem farbigen Buchschnitt. Ein Hingucker in jedem Regal.





Mein Fazit: Von großen Geheimnissen, einer abenteuerlichen Reise bis hin zu Liebe und Magie - wieder ein sehr bewegender Roman aus der Feder von T.J. Klune. Die so unterschiedlichen Figuren sind toll ausgearbeitet und wachsen nach und nach zusammen. Es wird überraschend und außergewöhnlich, sowie interessant und unterhaltsam – bis auf wenige Seiten, die mit ihrer Beschreibung etwas vom eigentlichen Stil abweichen. Dennoch vergebe ich sehr gerne fünf Sterne für dieses Buch.


Meine Bewertung:




Titel: Aus Sternen und Staub
Autor: T.J. Klune
Übersetzt von: Michael Pfingstl
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 480
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: 11. Oktober 2023




Samstag, 7. Oktober 2023

Rezension zu "Die Erfindung des Lächelns" von Tom Hillenbrand

 

Zum Buch

Die abenteuerliche Reise der Mona Lisa

Als der Pariser Louvre am 22. August 1911 seine Pforten öffnet, fehlt im Salon Carré ein Gemälde: Leonardo da Vincis „Mona Lisa“. Sofort versetzt der Polizeipräfekt seine Männer in höchste Alarmbereitschaft, lässt Straßen, Bahnhöfe und sogar Häfen sperren. Doch es ist zu spät. La Joconde ist verschwunden. Juhel Lenoir von der Pariser Polizei soll es finden – und die Welt schaut ihm dabei zu …

Commissaire Lenoir lebt in der aufregendsten Stadt der Welt – und bekommt den schwierigsten Auftrag, den er sich vorstellen kann: das Bild zu finden, das die Welt betört. Wen hat die „Mona Lisa“ so sehr bezirzt, dass er nicht mehr ohne sie leben konnte? Auf seiner Jagd trifft der Ermittler auf den Maler Pablo Picasso und den Dichter Guillaume Apollinaire, die Ausdruckstänzerin Isadora Duncan und ihren Guru, den Satanisten Aleister Crowley, die Musiker Igor Strawinsky und Claude Debussy, die brutalen Anarchisten der Bonnot-Bande und Frankreichs größten Detektiv, Alphonse Bertillon, den „lebenden Sherlock Holmes“. Wer von ihnen ist in die Geschichte des verschwundenen Bildes verwickelt?
(Quelle: Auszug aus der Inhaltsangabe - KiWi Verlag)


Die Erfindung des Lächelns ist der neue Roman von Autor Tom Hillenbrand. Im Mittelpunkt steht das inzwischen sehr berühmte Gemälde von Leonardo da Vinci: Die Mona Lisa. Dieses wurde im August 1911 aus dem Louvre gestohlen und tauchte erst zwei Jahre später überraschend wieder auf. Doch was geschah in der Zwischenzeit mit dem Gemälde? In diesem historischen Roman widmet sich der Autor genau dieser Frage.

Für den Kommissar Juhel Lenoir von der Pariser Polizei wartet am Morgen des 22. August 1911 ein ganz besonderer Fall: Aus dem Pariser Louvre wurde letzte Nacht in aller Stille ein Gemälde entwendet – da Vincis Joconde – die Mona Lisa. Das bisher eher unbekannte Bild ist durch den Raub nun in aller Munde und wird schnell zu einer Berühmtheit.

„Ganz Paris, ja ganz Frankreich scheint weiterhin wie im Fieber. Folglich gibt es da draußen inzwischen mehr Hobbyermittler als echte Inspektoren – und alle glauben, eine ganz heiße Spur zu haben.“ – Seite 141, eBook

Seine Ermittlungen führen Juhel zu verschiedensten Orten in ganz Paris und zu den unterschiedlichsten Personen – von dem Maler Pablo Picasso und seinem Freund, dem Dichter Guillaume Apollinaire über die berühmte Tänzerin Isadora Duncan und dem Okkultisten Aleister Crowley bis hin zu einer anarchistischen Gruppe, deren Raubzüge immer brutaler werden. Doch das sind nur einige der Personen, die ihm über den Weg laufen. Die Jagd nach dem scheinbar spurlos verschwundenen Gemälde wird zu einem gefährlichen Abenteuer…

Der Roman wechselt regelmäßig zwischen verschiedene Blickwinkel – besonders am Anfang ist es zunächst etwas unübersichtlich. Doch nach etwas Einlesezeit findet man sich gut zurecht. Auch wenn der Raub und die Suche nach der Mona Lisa im Mittelpunkt stehen, gibt es noch viele Nebengeschichten. Nach und nach laufen die vielen Fäden gekonnt und manchmal ziemlich überraschend zusammen – bei der Mona Lisa. Auch einige der historischen Personen, wie Pablo Picasso und Guillaume Apollinaire, nehmen hier zentrale und sehr interessante Rollen ein.

Besonders gelungen ist die Atmosphäre und die detaillierten Schauplatzbeschreibungen der damaligen Zeit – der späten Belle Époque. Bildgewaltig wird man in die Vergangenheit versetzt und bekommt einen Einblick in schillernde Veranstaltungen der Kunst- und Theaterszene, in Künstlercafés und auch in etwas abseits gelegene Orte. Ebenso spannend zu verfolgen ist Alltägliches, das auf den Straßen von Paris geschieht.

„Auf einmal fällt ihm auf, wie spät es bereits ist. Die letzten Strahlen der Abendsonne sind verschwunden, die elektrischen Laternen verbreiten ihr grelles Licht. Es ist ganz anders als das der Gaslaternen. Die einen drängen die Schatten zurück, die anderen löschen sie vollends aus.
Das ist die neue Zeit. Wenn man sich nicht vorsieht, kommt alles ans Licht.“
– Seite 261, eBook


Die Geschichte ist abenteuerlich, etwas außergewöhnlich, spannend und sehr interessant zu verfolgen. Die Mona Lisa erlebt nach ihrem Raub einiges – nicht alles davon war von dem Dieb so vorgesehen…

„Rasch stellt sie das Bild auf einen Stuhl, setzt sich ihm gegenüber. Das Gemälde sieht exakt so aus wie jenes, das sie hundertfach gesehen hat – in Zeitungen, auf Ansichtskarten, an Litfaßsäulen. Es gibt kaum einen Zweifel.“ – Seite 248, eBook


Mein Fazit: Ein gelungener historischer Roman mit einem spannenden Thema: Dem Raub der Mona Lisa. Der Schreibstil ist detailreich und atmosphärisch dicht und gibt die damalige Zeit sehr gut wieder. Am Anfang ist es durch die vielen Personen und durch häufige Perspektivwechsel zunächst etwas unübersichtlich, dieses legt sich jedoch nach kurzer Einlesezeit.
Tom Hillenbrand hat unheimlich gut recherchiert und verwebt hier gekonnt historische Begebenheiten und Persönlichkeiten mit fiktiven Elementen und hat daraus einen sehr lesenswerten Roman erschaffen. Eine Leseempfehlung!


Meine Bewertung:



Titel: Die Erfindung des Lächelns
Autor: Tom Hillenbrand
Genre: Historischer Roman
Seitenanzahl: 512
Verlag: Kiepenheuer & Witsch
Erstveröffentlichung: 07. September 2023


Vielen Dank an den KiWi-Verlag und Netgalley für das Rezensionsexemplar!

Montag, 2. Oktober 2023

Monatsrückblick September 2023

 


Hallo ihr Lieben,

der September war ein spannender Lesemonat für mich. Insgesamt habe ich neun Bücher gelesen, die mir alle sehr gut gefallen haben. Darunter waren drei Debütromane: Paradise Garden (Elena Fischer), 22 Bahnen (Caroline Wahl) und Der Kaninchenstall (Tess Gunty). Ich hoffe, dass wir von diesen drei Autorinnen in Zukunft noch viel lesen werden.

Neben Tess Guntys Kaninchenstall gehörten Dreizehnfurcht (Wieland Freund) und Drifter (Ulrike Sterblich) definitiv zu den außergewöhnlichsten Büchern in diesem Monat. Letzteres steht aktuell auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis 2023. So schräg die Geschichten auch waren, sie sind alle gut gelungen!

Mit seiner Erzählkunst beeindruckt hat mich der Autor Rafik Schami - Wenn du erzählst, erblüht die Wüste ist sein aktueller Roman und war gleichzeitig mein erstes Buch von ihm.

Düster wurde es mit Die Schwarze Königin (Markus Heitz), Holly (Stephen King) und Der Knochenwald (Christina Henry). Die Handlungen könnten zwar unterschiedlicher nicht sein, aber sie haben eines  gemeinsam: Sie sind unheimlich und ziemlich packend.







#23für2023:
Von meiner Leseliste habe ich in diesem Monat leider kein Buch gelesen.

Meine 23 ausgewählten Bücher findet ihr in meinem Beitrag:  #23für2022 - Meine Leseliste. Dort gibt es regelmäßig Updates zu den gelesenen Büchern.
Aktueller Stand: 14/23 Bücher


Die Monatsstatistik:

Mein Lesemonat in Zahlen

9 gelesene Bücher
3.744 gelesene Seiten
durchschnittlich 124 gelesene Seiten pro Tag


Bewertungen
5 x 5 Sterne 
1 x 4,5 Sterne
3 x 4 Sterne



Gelesene Bücher im September


Markus Heitz - Die Schwarze Königin

Ein packender Dark Fantasy-Roman, der einiges zu bieten hat: Es wird abenteuerlich, rasant und ziemlich düster - sehr lesenswert! 5/5 Sterne


Monatshighlight

 
Rafik Schami - Wenn du erzählst, erblüht die Wüste

Ein wundervoller Roman mit beindruckender Erzählkunst. Ein Buch mit unzähligen Geschichten - ruhig, schön und atmosphärisch dicht erzählt. 5/5 Sterne

Elena Fischer - Paradise Garden

Ein großartiges Debüt - bewegend, schön und tragisch zugleich. Wundervoll geschrieben - ein Lesehighlight! 5/5 Sterne

Monatshighlight


 
Tess Gunty - Der Kaninchenstall

Ein außergewöhnliches Buch - sehr skurril und auch mal etwas wirr, gleichzeitig auch bewegend, interessant und packend. Lesenswert! 4/5 Sterne

Caroline Wahl - 22 Bahnen

Ein bewegendes Debüt, das mit einem einnehmenden Schreibstil und einer starken Hauptfigur überzeugt. Berührend und sehr lesenswert. 5/5 Sterne

Wieland Freund - Dreizehnfurcht

Ein außergewöhnlicher Roman - faszinierend anders und mit einem besonderen Erzählstil. 4/5 Sterne

Ulrike Sterblich - Drifter

Ein außergewöhnlicher Roman mit einer ziemlich schrägen Note. Überraschend angenehme Erzählweise und sehr interessant. Lesenswert. 4/5 Sterne

Stephen King - Holly

Ein gelungener Krimi, der eine große Portion Horror enthält. Spannend, unheimlich und abgründig. Sehr lesenswert. 5/5 Sterne

Monatshighlight

 
Christina Henry - Der Knochenwald

 Ein packender Horrorroman - düster, spannend und ziemlich gruselig! 4,5 / 5 Sterne


Ausblick auf den Oktober

Lesepläne

Tom Hillenbrand - Die Erfindung des Lächelns
Walter Moers - Die Stadt der Träumenden Bücher
Cornelia Funke - Tintenwelt 1: Tintenherz (re-read)
T.J. Klune - Aus Sternen und Staub ~ erscheint am 11.10.2023
Natasha Pulley - Die verlorene Zukunft von Pepperharrow ~ erscheint am 14.10.2023
V.E. Schwab - Threads of Power 1: Die feinen Fäden der Magie ~ erscheint am 25.10.2023

Auf folgende Neuerscheinungen bin ich ebenfalls sehr gespannt :

Cornelia Funke - Tintenwelt 4: Die Farbe der Rache ~ erscheint am 12.10.2023
Victor Dixen - Vampyria 3: Der Hof der Stürme ~ erscheint am 18.10.2023
Robert Galbraith - Cormoran Strike & Robin Ellacott 7: Das strömende Grab ~ erscheint am 25.10.2023

...ansonsten entscheide ich wie immer spontan.


Ich wünsche euch einen schönen Start in den Leseherbst mit vielen spannenden Geschichten!
Viele liebe Grüße