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Von einer besonderen Familie und einer abenteuerlichen Reise
In einem Baumhaus hoch oben in den Wipfeln eines idyllischen Hains lebt Familie Lawson: Vater Giovanni Lawson ist ein Roboter, sein Sohn Victor Lawson ist ein Mensch. Mit ihnen wohnen dort noch ein Pflegeroboter mit einem leichten Hang zum Sadismus und ein schüchterner kleiner Staubsauger. Eines Tages entdeckt Vic einen beschädigten Androiden namens Tom im Wald und repariert ihn. Dann wird Giovanni von seiner Vergangenheit eingeholt und in die Stadt der elektrischen Träume verschleppt, wo er neu programmiert werden soll. Gemeinsam mit seiner Patchworkfamilie begibt sich Victor auf die gefährliche Reise, um Giovanni zu retten. Und inmitten widersprüchlicher Gefühle von Verrat und Zuneigung zu Tom muss Victor für sich selbst entscheiden: Kann er eine Liebe mit Bedingungen akzeptieren? (Quelle: Inhaltsangabe - Heyne Verlag)
T.J. Klune konnte mich in den letzten Jahren bereits mit seinen Büchern Mr. Parnassus‘ Heim für magisch Begabte und Das unglaubliche Leben des Wallace Price begeistern. Seine Bücher sind gleichzeitig humorvoll und berührend und vermitteln zudem immer noch eine wichtige Botschaft.
Dieses ist ihm auch in seinem neuen Roman Die unerhörte Reise der Familie Lawson gelungen.
Im Mittelpunkt steht eine ganz besondere Patchworkfamilie: Vater Giovanni Lawson ist ein Roboter und hat seinen menschlichen Sohn Victor liebevoll aufgezogen. Zu ihrer Familie gehören noch „Schwester Grob“, ein Pflegeroboter mit speziellen Ansichten und der kleine ängstliche Saugroboter „Rambo“. Zusammen lebt das kunterbunte Quartett in selbst gebauten Baumhäusern in einem großflächigen Wald – fernab vor den Gefahren der Welt.
Genau wie sein Vater Giovanni liebt Victor es zu tüfteln und sucht auf einem nahegelegenen Schrottplatz regelmäßig nach wertvollen Teilen. Eines Tages entdeckt er dort einen beschädigten Androiden namens Tom und repariert ihn. Schon bald darauf ändert sich für die Familie Lawson alles: Giovanni wird von seiner Vergangenheit eingeholt und entführt. Victor und seine Freunde sind fest entschlossen, ihn zu befreien und machen sich auf eine weite und gefährliche Reise – ihr Ziel: Die Stadt der elektrischen Träume.
Was T.J. Klune hier wunderbar gelungen ist: Die Charaktere. Ob es der Mensch Victor ist oder die verschiedenen Roboter – sie alle sind toll ausgearbeitet und manchmal herrlich schräg. In den ersten Kapiteln lernen wir Victor und seine besten Freunde kennen – „Schwester Grob“ war ursprünglich mal eine mechanische Krankenschwester, inzwischen hat sie einen leichten Hang zum Sadismus – dabei entsteht unfreiwillig ein herrlich schwarzer Humor. Den keinen Staubsaugerroboter Rambo schließt man dagegen sofort ins Herz – er ist ängstlich, schüchtern und redet gern.
„Rambo machte sich Sorgen wegen fast allem: dem Schmutz auf dem Boden, dem Schmutz an Vics Händen und dem Tod im Allgemeinen.“ – Seite 17
Zusammen mit Giovanni und Victor (in dessen Leben sich, nachdem er den Androiden Tom kennen lernt, einiges verändert) bilden sie eine unterhaltsame und überraschend harmonische Gruppe – besonders Giovanni vermittelt ihnen immer wichtige Botschaften:
„Manchmal sind es die kleinen Dinge, die alles verändern. Vor allem dann, wenn man es am wenigsten erwartet.“ – Seite 29
Doch Giovanni hat ein großes Geheimnis – seine Vergangenheit. Auch Tom, der seine Erinnerungen verloren hat, gibt einige Rätsel auf. Schon bald müssen Victor und seine Freunde den Wald verlassen und lernen eine Welt kennen, die vor allem Victor so nicht erwartet hat. Können sie den entführten Giovanni retten?
Die Handlung ist in einer Welt weit in der Zukunft angesiedelt, in der so einiges anders ist. T.J. Klune hat hier ein Fantasy-Szenario der besonderen Art geschaffen, das überrascht – denn nach und nach wird das ganze Ausmaß sichtbar.
„Vic hatte keinen Vergleich für das, was er sah, keine Möglichkeit, es einzuordnen. Nicht einmal in seinen kühnsten Fantasien hatte er geglaubt, dass so ein Ort existieren könnte. Und jetzt, wo er ihn vor sich sah, wusste er nicht, was er damit anfangen sollte.“ – Seite 293
Neben gefährlichen und abenteuerlichen Momenten wird es auch immer wieder humorvoll, berührend und insgesamt besonders. Alles zusammen ist sehr gut gelungen – auch das Ende ist überraschend und emotional.
Mein Fazit: Wieder ein gelungener und besonderer Roman aus der Feder von T.J. Klune. Mal herrlich schräg und humorvoll, dann wieder sehr bewegend und mit einer wichtigen Botschaft. Die Charaktere sind toll ausgearbeitet und könnten unterschiedlicher nicht sein – doch sie haben eine besondere Verbindung. Dazu gibt es noch ein spannendes Fantasy-Szenario und einige gefährliche Abenteuer – alles in einem angenehmen und leichten Erzählstil. Sehr gelungen!
Meine Bewertung:
Titel: Die unerhörte Reise der Familie Lawson
Autor: T.J. Klune
Genre: Fantasy
Seitenanzahl: 480
Verlag: Heyne
Erstveröffentlichung: 11. Mai 2023



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