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Zwei Männer, eine Wette und überraschende Ereignisse
In dem gemütlichen Pub eines winzigen Fischerdorfes in Cornwall kommt es am Mittsommerabend zu einer folgenreichen Zukunftswette zwischen einem Studenten und einem Politiker. Werden bald auch die 307 Bewohner des Dorfes zu spüren bekommen, wovor die Welt noch die Augen verschließt? Wird das Haus des Politikers in 50 Jahren vom Meer verschlungen werden? John Ironmonger erzählt von der dringendsten Aufgabe unserer Zeit, von einer Reise in die Arktis, von zwei schicksalhaft verbundenen Leben und nicht zuletzt von der großen Frage: Können aus Gegnern Verbündete werden, wenn es um unser aller Zukunft geht?
(Quelle: Inhaltsangabe - S. Fischer-Verlage)
Von John Ironmonger habe ich bereits die Der Wal und das Ende der Welt und Das Jahr des Dugong gelesen und war sehr begeistert – sowohl von den Geschichten, als auch von den Botschaften, die sie vermitteln. Auch in seinem neuen Roman Der Eisbär und die Hoffnung auf morgen geht es um ein Thema, das aktueller nicht sein kann: Der Klimawandel.
Alles beginnt mit einer Wette, die ungeahnte Ausmaße annimmt. An einem Sommerabend treffen in dem beschaulichen Küstenort St. Piran in Cornwall der zwanzigjährige Student Tom Horsmith und der vierzigjährige Politiker Montague „Monty“ Causley in einem Pub aufeinander: Zwischen ihnen entsteht eine lebhafte Diskussion, da sie zum Thema Klimawandel unterschiedliche Meinungen vertreten. So entsteht eine Wette: Wird das Haus vom klimaleugnenden Politiker auf der Klippe in fünfzig Jahren noch stehen oder längst Opfer vom steigenden Meeresspiegel sein?
„Seit über fünfzig Jahren hat es im Dorf nicht mehr geschneit, aber bis heute hängen manche im Juni einen Schneestern ins Fenster, um an die Sache mit der Wette und dem Eisbären zu erinnern.“ – Seite 16, eBook
Schon bald wird die Zukunftswette und der Wetteinsatz weltweit bekannt sein – auch viele Jahre später ist sie noch Thema im Leben der beiden so unterschiedlichen Männer – der eine Klimaschützer und der andere Klimaleugner. Doch bei einem Wiedersehen wird der Klimawandel immer deutlicher – in Grönland im ewigen Eis ändert sich schließlich einiges…
Das Besondere an diesem Buch ist, dass sich die Handlung auf über 80 Jahre erstreckt. Die zentralen Schauplätze sind hier zum einen der kleine Küstenort St. Piran in Cornwall, (wo auch schon die Geschichte „Der Wal und das Ende der Welt“ angesiedelt war) und zum anderen der Ort Qaanaaq in Grönland, wo Tom sich später der Gletscherforschung widmet. Die Schauplätze und deren Umgebung werden detailreich beschrieben – hier kommt auch der einnehmende und gleichzeitig flüssig-lockere Schreibstil des Autors sehr gut zur Geltung:
„Es war ein heller, klarer Tag. Der Himmel war blau wie ein Gänseei. Das Meer im Sund lag absolut still und schmerzhaft schön da, bis zum fernen, blassen Horizont, der klare Blick auf einen mit Eisfragmenten überzogenen Ozean – manche groß, manche klein – zumeist Opfer ihres eigenen kalbenden Eisbergs.“ – Seite 175, eBook
Zu Anfang sind die jeweiligen Zeitabschnitte eher kurz und daher wirkte die Handlung etwas abgehackt - doch dieses ändert sich überraschend nach einem gewissen Zeitpunkt: Die Geschichte entwickelt sich spannend und mit einigen unvorhersehbaren Entwicklungen. Auch die Charaktere, die anfangs noch etwas unscheinbar wirkten, werden stärker gezeichnet. Einiges kommt anders als gedacht – auch der Ausgang der Wette ist überraschend.
Neben den Geschehnissen rund um Tom, Monty und die Wette geht es hier natürlich auch um ein sehr wichtiges Thema – der Klimawandel und die verheerenden Folgen. Immer wieder gibt es interessante und erschreckende Fakten zur Schnee- und Gletscherschmelze, die von Tom geschildert werden.
"Über tausende von Jahren waren der Schneefall im Winter und das Schmelzen im Sommer mehr oder weniger im Gleichgewicht. Jetzt nicht mehr. Jedes Jahr schmilzt mehr, als an Schnee fällt. Das grönländische Eisschild wird schmelzen, und das wird Auswirkungen für die gesamte Menschheit haben. Das müssen die Menschen begreifen.“ (Tom) – Seite 133, eBook
Mein Fazit: Ein Roman mit überraschendem Handlungsverlauf, beeindruckenden Schauplätzen und einem Thema, das aktueller nicht sein kann. Der Schreibstil ist flüssig und zeigt in einer Zeitspanne von achtzig Jahren, wie die Welt sich verändern kann. Anfangs fehlte mir durch die großen Zeitsprünge ein bisschen das „Dazwischen“. Doch nach einiger Zeit nimmt die Handlung an Fahrt auf – es wird spannend und überraschend, auch die Entwicklung der Charaktere ist sehr interessant zu verfolgen. Auch gibt es wichtige Einzelheiten zum Klimawandel, die zum Nachdenken anregen. Ein sehr lesenswertes Buch, dem ich 4,5 Sterne gebe.
Meine Bewertung:
Titel: Der Eisbär und die Hoffnung auf morgen
Autor: John Ironmonger
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 416
Verlag: S. FISCHER
Erstveröffentlichung: 24. Mai 2023
Vielen Dank an die S. Fischer-Verlage
und Netgalley
für das Rezensionsexemplar!

Schönen guten Morgen!
AntwortenLöschenIch kenne von dem Autor bisher ja nur "Der Wal und das Ende der Welt", das mir echt gut gefallen hat!
Seine beiden neuen Bücher finde ich auch wieder total interessant von der Thematik her, aber momentan hab ich einfach nicht so die Stimmung dafür. Die wird aber sicher kommen und ich bin gespannt, wieder in seine Gedankengänge einzutauchen.
Vielen Dank für die Vorstellung!
Liebste Grüße und schöne Feiertage!
Aleshanee
Hallo liebe Aleshanee,
Löschen"Der Wal und das Ende der Welt" hatte mir auch unheimlich gut gefallen. Die Bücher von John Ironmonger sind immer besonders. :)
Klar, bestimmt findest du irgendwann den richtigen Zeitpunkt für die Bücher und dann wünsche ich dir viel Spaß beim Lesen.
Liebe Grüße und noch eine schöne Woche!
Nicole