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Von einem unglücklichen Zufall, Rachedämonen und dunklen Geheimnissen
Bei einem Feuergefecht krimineller Banden in Berlin-Mitte vor einem angesagten Sushirestaurant werden mehrere Unbeteiligte im Kugelhagel getötet. Unter den Opfern sind ein alter Oyabun, seines Zeichens ehemaliger Anführer und Mentor eines Yakuza-Clans, sowie ein deutscher Geschäftsmann.
Die Leute des Oyabun, die Shibuya Seidō-kai, senden daraufhin das Killerkommando „Oni“ aus Japan, mit einem eindeutigen Auftrag: Sämtliche Mörder des Oyabun sollen sterben!
Diese Nachricht versetzt die ansässigen Banden in Aufruhr – und auch die Berliner Polizei.
Der deutsche Geschäftsmann hingegen gehörte zu einem ominösen deutsch-japanischen Freundschaftsverein in Düsseldorf. Dort leben über achttausend Japanerinnen und Japaner, es existiert mit "Little Tokyo“ ein eigenes Viertel, und auch jede Menge japanischer Firmen haben sich dort niedergelassen.
Während die Ermittlerteams in Berlin und Düsseldorf fieberhaft den Spuren der Yakuza durch die Großstädte folgen, treffen die arabischen und russischen Banden martialische Vorbereitungen für die Auseinandersetzung mit den „Oni“… (Quelle: Inhaltsangabe - Tolino Media )
Wie bereits bekannt, ist Maxim Voland das Thriller-Pseudonym von Bestsellerautor Markus Heitz. Nach dem Roman Die Republik, der im Jahr 2020 erschienen ist, gibt es nun einen weiteren Voland-Thriller: Die Wertlosen spielt mitten in Deutschland und taucht in die Schattenwelt der Yakuza ein.
In Berlin-Mitte tobt seit einigen Wochen ein Bandenkrieg zwischen dem arabischen Al-Tajir-Clan und der russischen „Kompanija“. Vor dem beliebten Suhisrestaurant „Miyajima“ eskaliert sie Lage schließlich: Bei einem Schusswechsel werden neben Clanmitgliedern auch Unbeteiligte verletzt und getötet. Schnell kommt heraus, dass unter den Toten ein älterer Japaner ist, der einst ein mächtiger Boss der Yakuza-Gruppe Shibuya Seidō-kai war und dort immer noch verehrt wird. Als dessen Leute in Japan vom Tod ihres Oberhauptes erfahren, schwören sie Rache und schicken eine Gruppe namens „Oni“ nach Deutschland, um die Mörder zu töten.
„Akeno hielt den Hörer umklammert, ein eiskaltes Gefühl im Bauch und tausend Gedanken auf einmal im Kopf. Aber die Worte der kratzigen Stimme, ob von Wut oder Trauer über den Tod, hatten ihm einen Auftrag erteilt.
Yararetara yarikaesu. Wenn man angegriffen wird, schlägt man zurück.
Die Ehre von Katsumi musste wiederhergestellt, sein Tod gerächt werden.“ – Seite 41
Ebenfalls unter den Toten war ein deutscher Geschäftsmann, der zu einem geheimnisvollen deutsch-japanischen Freundschaftsverein in Düsseldorf gehörte und gemeinsam mit dem Yakuza-Boss unterwegs war.
Die Kriminalkommissarin Shadia Rajab und ihr Kollege und Vorgesetzter Tobias Großmann vom LKA Berlin ermitteln seit Wochen in dem ausgebrochenen Bandenkrieg. Für sie beginnt nun ein Wettlauf mit der Zeit, bevor die „Oni“ ihre Rachepläne wahrmachen – zudem bereiten sich die ansässigen Banden ein „Zusammentreffen“ vor.
Auch in Düsseldorf wird fieberhaft nach Antworten gesucht – schon bald stößt Kriminalhauptkommissarin Kristin Blume in dem japanischen Viertel „Little Tokyo“ auf Antworten, die einiges ans Licht bringen…
Nachdem mir Die Republik nicht ganz so zugesagt hatte, hat mich Maxim Volands neuestes Werk hingegen positiv überrascht. Von Anfang an ist es spannend und gleich auf den ersten Seiten wird es sehr actionreich. Das Besondere hier ist, dass die Blickwinkel regelmäßig zwischen den verschiedenen Parteien wechseln und man somit einen guten Über- und Einblick in die Geschehnisse bekommt: Von den verfeindeten arabischen und russischen Clans und deren Konflikte, die Geschichte und Geheimnisse der Yakuza-Gruppe Shibuya Seidō-kai bis hin zu den Ermittlungen der Polizei in Berlin und Düsseldorf. Besonders düster wird es bei dem japanischen Killerkommando namens „Oni“ – deren Rachepläne werden nach und nach sichtbar.
„Er wagte nicht, sich zu bewegen. Die Yakuza waren zu einschüchternd. Sie brachten eine finstere Aura ins Lokal, eine Atmosphäre aus Düsternis und Grausamkeit.“ – Seite 118
Man lernt einzelne Personen der verschiedenen Gruppierungen kennen und schon bald wird klar, dass es so einige Geheimisse gibt…
„Ich vertraue dir nicht“, raunte Yasin nach wenigen Sekunden (…) „Jetzt nicht mehr.“
Wer das Vertrauen nicht verdiente, bedeutete eine Gefahr für die Familie. Eine Schwachstelle, ein dünnerer Abschnitt in der Brandmauer, aus dem ein tiefer Riss werden konnte.“ – Seite 67
Gelungen und sehr passend für diesen Thriller ist der Erzählstil: Klar, direkt und ohne Schnörkel schafft es Markus Heitz, die Spannung die ganze Zeit über aufrecht zu erhalten. Nach und nach setzen sich einzelne Puzzleteile zusammen und ergeben ein sehr interessantes und erstaunliches Gesamtbild. Es geschieht einiges, mit dem man so nicht gerechnet hat – besonders zum Ende hin.
Neben actionreichen Abschnitten, wo es dann auch mal ziemlich brutal und blutig zugeht, gibt es auch ruhigere Kapitel, in denen man mehr über einzelne Charaktere sowie einige Hintergründe zu den Clans und deren Strukturen erfährt.
Da im Roman zwischendurch immer mal wieder Begriffe der Yakuza und japanische Ausdrücke auftauchen, ist das Glossar am Anfang des Buches sehr hilfreich. Es bleibt aber übersichtlich und gut verständlich.
Auch wenn es meistens rasant zugeht, werden dennoch einzelne Schauplätze detailreicher beschrieben als andere, darunter einige besondere Orte in dem japanischen Viertel „Little Tokyo“ in Düsseldorf, wo Ermittlerin Kristin einigen rätselhaften Spuren nachgeht. Diese kurzen Einblicke am Rande der Story haben mir sehr gut gefallen.
In einem kurzen Nachwort gibt es noch einige interessante Antworten: U.a. warum Markus Heitz sich bei diesem Roman für das Selfpublishing entschieden hat und ob in Zukunft noch weitere Voland-Romane geplant sind. Auch die Covergestaltung des Printexemplars, sowie das entworfene Emblem der Shibuya Seidō-kai sind sehr gelungen.
Mein Fazit: Ein actionreicher Thriller mit spannenden Entwicklungen und einigen Überraschungen im Handlungsverlauf. Dank der regelmäßigen Wechsel der Blickwinkel bleibt die Spannung die ganze Zeit über erhalten - nach und nach setzt sich schließlich ein Bild zusammen, dass einige überraschende und düstere Geheimnisse verschiedenster Figuren ans Licht bringt.
Meist rasant und auch mal brutal, gibt es zwischendurch auch mal etwas ruhigere Momente, in denen man einige japanische Details erfährt und Einblicke in die Schattenwelt der Yakuza erhält.
Insgesamt ein gelungener und gut ausgearbeiteter Thriller mit einigen überraschenden Wendungen und großem Finale, das noch interessantes verspricht. Sehr lesenswert!
Meine Bewertung:
Titel: Die Wertlosen
Autor: Maxim Voland (das Pseudonym von Markus Heitz)
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 332
Verlag: Tolino Media / Selfpublishing
Erstveröffentlichung: 11. April 2023
Vielen Dank an Markus Heitz dür das Rezensionsexemplar!


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