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Über Depressionen und Hoffnung
Dies ist ein Buch, das es eigentlich gar nicht geben dürfte. Denn mit gerade mal 24 Jahren wird Matt Haig von einer lebensbedrohlichen Krankheit überfallen, von der er bis dahin kaum etwas wusste: einer schweren Depression. Es geschieht auf eine physisch dramatische Art und Weise, die ihn buchstäblich an den Rand des Abgrunds bringt. Dieses Buch beschreibt, wie er allmählich die zerstörerische Krankheit besiegt und langsam ins Leben zurückfindet. Eine bewegende, witzige und mitreißende Hymne an das Leben und an das Menschsein – ebenso unterhaltsam wie berührend.
(Quelle: Auszug aus dem Klappentext – dtv-Verlag)
Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben ist ein ein beeindruckendes Buch, in dem Matt Haig den Mut gefunden hat, offen über seine Krankheit zu sprechen, sowohl über seine schlimmsten Phasen, als auch über die Momente, in denen er wieder Licht am Ende des Tunnels sah.
Eins der wesentlichen Symptome der Depression ist, keine Hoffnung zu haben. Keine Zukunft zu sehen. Da ist kein Licht am Ende des Tunnels, denn der Tunnel ist an beiden Enden zu, und du bist drin.
Hätte ich in die Zukunft blicken können, hätte ich gewusst, dass sie heller ist als alles, was ich bisher kannte, dann hätte dieses Wissen das Ende des Tunnels weggesprengt und ich hätte Licht sehen können. - Seite 5
Im Alter von 24 Jahren erkrankt Matt Haig an einer schweren Depression. Zu dieser Zeit lebte er einige Wochen zusammen mit seiner Freundin auf Ibiza. Er schildert sehr detailreich, wie er eines Morgens aufstand mit dem Gefühl, dass irgendetwas ganz und gar nicht stimmt. Ziemlich schnell nimmt die Krankheit immer mehr Besitz von ihm und bestimmt seinen Alltag. Auch wenn es zwischendurch immer mal wieder "gute" Tage gibt, ist ihm doch deutlich bewusst, dass noch längst nicht wieder alles in Ordnung ist.
"Einen Moment, nachdem mir klar geworden war, dass es mir doch noch nicht hundertprozentig gutging, wurde mir klar, wie schrecklich krank ich doch war." - Seite 55
Neben vielen Informationen über die Krankheit Depression, von der Menschen unabhängig von Alter oder Gesellschaftsschicht betroffen sind, schildert Matt Haig detailreich und mit treffenden Worten, wie man sich als Gefangener der Krankheit fühlt. Auch beischreibt er die schlimmen Momente einer Angst- und Panikstörung.
Doch eines Tages kam der Moment, an den er schon nicht mehr geglaubt hatte: Der sprichwörtliche Silberstreif am Horizont. Gerade diese Abschnitte, wo Matt Haig langsam wieder ins Leben zurückfindet, sind sehr gut geschrieben und machen gleichzeitig Mut. Er berichtet, wie es im nach und nach wieder besser geht und was ihm hilft, die dunklen Momente zu überstehen Hier fließen neben den Fakten auch seine ganz persönlichen Erfahrungen und Tipps mit ein.
Obwohl es oft sehr berührend und traurig ist, ist es kein bedrückendes Buch, sondern eher ein Lebensbejahendes, das Mut und Hoffnung macht:
"Das Leben wartet auf dich. Im Moment steckst du hier fest, aber die Welt wartet auf dich. Halt durch, wenn du irgend kannst. Das Leben ist es immer wert." - Seite 141
Für Betroffende ist dieses Buch sehr hilfreich, aber auch für Angehörige von Erkrankten: Denn die vielen Informationen und Fakten helfen, die schwere und oft undurchsichtige Krankheit etwas besser zu verstehen.
Mein Fazit: Ein sehr beeindruckendes und wichtiges Buch über die Krankheit Depression. Matt Haig schildert hier neben seinen dunkelsten Augenblicken auch jene Momente, in denen er es geschafft hat, der Depression zu entkommen und wieder Freude am Leben zu haben.
Es enthält viele wichtige Informationen zum Thema, gibt hilfreiche Tipps und macht Mut. Oft sehr emotional und traurig, aber auch lebensbejahend und berührend. Sehr lesenswert.
Meine Bewertung:
Titel: Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben
Autor: Matt Haig
Genre: Ratgeber / Sachbuch
Seitenanzahl: 302
Verlag: dtv
Erstveröffentlichung: 18. März 2016
Die Sachbücher von Matt Haig:
- Ziemlich gute Gründe, am Leben zu bleiben
- Mach mal halblang. Anmerkungen zu unserem nervösen Planeten
- The Comfort Book



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