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Die Geschichte von Mary
Im Jahr 1830: Schon seit ihrer Kindheit ist die junge Mary
an harte Arbeit gewöhnt. Zusammen mit ihren drei älteren Schwestern muss sie
auf dem elterlichen Hof immer mit anpacken, Ausnahmen duldet der strenge Vater
nicht. Doch plötzlich ändert sich Marys Leben: Kurz vor ihrem fünfzehnten
Geburtstag zieht sie in das Haus des örtlichen Pfarrers, um sich dort um die
kranke Ehefrau zu kümmern. Zuerst kommt Mary nur schwer mir ihrer neuen Aufgabe
zurecht - kennt sie doch nichts anderes als die schwere Hofarbeit. Doch die
kranke Frau bringt Mary viel Mitgefühl entgegen und erstmals erfährt das junge
Mädchen Freundlichkeit und Anteilnahme. Doch dann nimmt alles eine dramatische
Wendung, als die Ehefrau stirbt und Mary nun allein mit dem Hausherrn lebt…
„Ich schaue aus dem Fenster. Es regnet während ich dies schreibe. Das Wasser rinnt an der Scheibe meines Fensters herunter und draußen ist Nebel und ich kann das Ende der Felder nicht erkennen. Ich schüttle meine Hand aus denn sie tut so weh weil ich schreib so schnell. Mein Haar hat die Farbe von Milch. Ich bin Mary. M.A.R.Y.“ – Seite 49, eBook
Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass das Buch einen
ganz speziellen Schreibstil hat: Das Mädchen Mary erzählt ihre Geschichte
selbst und das auf eine ganz schlichte Art und Weise. Die Sätze sind lang und
oft mit einem „und“ verbunden, auch Anführungszeichen gibt es keine. Zuerst sehr gewöhnungsbedürftig, doch
überraschenderweise liest es sich dann doch sehr gut. So gut, dass man das Buch
nach eine Weile kaum mehr aus der Hand legen kann. Denn Mary zieht den Leser
mit ihrer Geschichte in den Bann. Es wird mal traurig, mal erschütternd und
auch auf gewisse Weise dramatisch – doch zwischendurch kehren auch immer wieder
ruhigere Momente ein. Mary ist eine starke Hauptfigur und nimmt kein Blatt vor
dem Mund – ihr bisher eintöniges Leben nimmt eine so einschneidende Wendung,
dass sie im Jahr 1931 ihre Geschichte unbedingt aufschreiben und mitteilen
möchte.
Mehr möchte ich gar nicht über die Handlung verraten – doch
sie berührt und hallt noch lange nach.
Das Buch ist in vier Kapitel aufgeteilt, die nach den
Jahreszeiten benannt sind – die
jeweilige Atmosphäre kommt jeweils sehr gut zur Geltung.
„Ich kann nichts verbergen in meiner Stimme, Missus. Zumindest wissen Sie immer woran Sie bei mir sind. Ich glaube, ich könnte nicht mal lügen wenn man es mir befehlen würde.“ (Mary) – Seite 45, eBook
Mein Fazit: Ein außergewöhnliches Buch, das durch seine schlichte
Art und Weise besticht. Auf 208 Seiten erzählt die starke Hauptfigur ihre
Geschichte selbst und das sehr überzeugend. Der Schreibstill ist speziell und
zuerst gewöhnungsbedürftig, doch es wird schnell klar, dass alles genau so sehr
gut passt. Ein Buch mit großer Intensität, das berührt und man so schnell nicht
vergisst. Sehr lesenswert.
Meine Bewertung:
Titel: Die Farbe von Milch
Autorin: Nell Leyshon
Genre: Roman / Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 208
Verlag: Eisele
Erstveröffentlichung: 22. September 2017
Vielen Dank an den Eisele-Verlag
und Netgalley für das
Rezensionsexemplar!

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