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| Zum Buch |
Von Männern und ihren Gedanken
Im Jahr 1962: Der 13-jährige Nelson Doughty lebt in
Wisconsin und ist ein eher unsicherer Junge. In den Augen seines Vaters ist er
ein Versager und die anderen Jungs meiden ihn, wo immer es nur geht. Dabei ist
der sensible Junge zielstrebig und versucht immer das Beste zu geben. Doch je
mehr Zuwendung er sich von seinem Vater wünscht, desto mehr wendet dieser sich
von ihm ab. Ganz so einsam, wie Nelson sich fühlt, ist er aber nicht: Der
15-jährige Jonathan aus dem Pfadfinderlager wird zu einem Freund für den
unsicheren Jungen. Dabei ist er ganz anders als Nelson: Er ist beliebt, hat
viele Freunde und geht mit einer gewissen Leichtigkeit durch das Leben. Was
liegt Jonathan wirklich an der Freundschaft mit einem Außenseiter? Und war er
wirklich immer für Nelson da? Denn dieser geht im Laufe des Lebens durch so
manche harte Prüfung…
„Er bleibt abrupt stehen und blinzelt in die verschwommene Welt, schreckerfüllt und noch trauriger, als er es einen Moment zuvor ohnehin schon gewesen war. Nun hat er auch seine Brille verloren. Ich will nach Hause, ist alles, was er denken kann.“ – Seite 45/46, eBook
Die Geschichte dieses Buches spannt sich über drei
Generationen und beginnt im Jahr 1962, in dem der 13-jährige Nelson wie jedes
Jahr das Pfadfinderlager besucht. Doch in diesem Jahr wird vieles anders.
Insgesamt besteht das Buch aus vier Abschnitten: Von den 1960er Jahren geht es
in die 90er bis ins Jahr 2019. Es ist insgesamt interessant zu sehen, was aus
den Charakteren wird. Besonders Nelsons Denken und Handeln kommt anfangs sehr stark
zur Geltung – man hat großes Mitleid mit dem Jungen, der es eigentlich nur gut
meint. Jedoch rückt diese Figur später zu sehr in den Hintergrund, was sehr
schade ist. Neben Nelson und Jonathan spielen auch noch einige weitere Jungen
und Männer eine zentrale Rolle. Im Laufe der Generationen gibt es einen
Schauplatz, zu dem diese immer wieder zurückkehren und der sozusagen der Anker
in diesem Buch ist: Das Pfadfinderlager. Diese Idee hat mir gut gefallen.
Nachdem mir im ersten Abschnitt besonders der ruhige und
detaillierte Schreibstil unheimlich gut gefallen hat, flachte meine Begeisterung
im zweiten Abschnitt ab. Gerade hier schwächelt die so stark begonnene
Geschichte und bekommt einen leicht nervigen Unterton. Etwas versöhnt wurde ich
dann mit den beiden letzten Abschnitten, die wieder etwas lesenswerter werden. Jedoch
schwankte mir die gesamte Geschichte etwas zu sehr, durch die relativ großen
Zeitspannen geht die Atmosphäre und die Nähe der Charaktere verloren.
Das Cover gefällt mir hingegen sehr gut – dieses passt gerade
zum Anfang der Geschichte sehr gut.
„Jetzt sind also die Würfel gefallen, und einige ihrer Wünsche haben sich erfüllt, in der traurigsten Weise, die man sich vorstellen kann. Einfach so. Überlegt dir gut, was du dir wünschst – denn es könnte wahr werden.“ – Seite 54, eBook
Mein Fazit: Ein spezielles Buch, das seine Höhen und Tiefen
hat. Nach einem wirklich starken Anfang flachte die Geschichte merklich ab, der
Schreibstil veränderte sich so sehr, dass ich vorübergehend dachte, es wäre ein
anderer Autor. Doch die letzten beiden Abschnitte wurden zum Glück wieder etwas
lesenswerter. Gut beschrieben wurden die Schauplätze und das drum herum – mit
den einzelnen Charakteren bin ich hingegen überhaupt nicht warm geworden – sehr
schade.
Ich gebe diesem Roman 2,5 Sterne – mir persönlich hat es
einfach nicht richtig gefallen.
Die Herzen der
Männer ist schon ein besonderes, aber sehr spezielles Buch – von daher würde
ich jedem, der sich für dieses Buch interessiert, empfehlen, es zu lesen. Einfach,
um sich sein eigenes Bild zu machen. Schlecht ist es nicht.
Meine Bewertung:
Titel: Die Herzen der Männer
Autor: Nickolas Butler
Genre: Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 477
Verlag: Klett-Cotta
Vielen Dank an Klett-Cotta
und Netgalley für das
Rezensionsexemplar!

Hey Nicole,
AntwortenLöschendas ist die erste Rezi zum Buch, dass eher im unteren Sternebereich angesestzt ist. Sehr interessant! Ich habe das Buch ebenfalls im Auge und möchte es sehr gerne ganz bald lesen. Man sehen, wann ich wirklich dazu kommen werde. ;-) Dann hoffe ich aber, mich den vielen positiven Stimmen anschließen zu können. Ist ja immer viel, viel schöner, wenn einen ein Buch begeistern konnte.
GlG, monerl
Hey Monerl,
Löschenich habe mich sehr schwer getan mit der Bewertung, aber irgendwie war das Buch nicht meins. Es ist einfach Geschmackssache. Doch ich hoffe, dass es dir besser gefallen wird, denn schlecht ist es auf keinen Fall.
Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und bin auf deine Meinung gespannt! :)
Liebe Grüße
Nicole
Liebe Nicole,
AntwortenLöschenjedes Buch ist eine Wundertüte...und manchmal gefällt es einem halt nicht so.
Viele Grüße, Heike