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Der Kaufmann und die Meerjungfrau
Im Jahr 1785: Der Kaufmann Jonah Hancock führt ein
bescheidenes Leben. Doch dieses ändert sich schlagartig, als sein Kapitän Tysoe
Jones aus Übersee eine Meerjungfrau mitbringt. Diese Nachricht verbreitet sich in
Windeseile in sämtlichen Kaffeehäusern und Salons der Stadt und versetzt bald
darauf ganz London in Staunen. In kürzester Zeit steigt Jonah Hancock in die
oberen Kreise der Gesellschaft auf und verkauft seine Meerjungfrau schließlich
für eine hohe Summe.
In dieser Zeit lernt er auch die Edelkurtisane Angelica Neal
kennen, von der er sofort hingerissen ist. Doch Angelica zeigt Hancock die
kalte Schulter und fordert von ihm eine eigene Meerjungfrau. Jonah setzt
schließlich alles daran, um ihr diesen Wunsch zu erfüllen. Doch alles hat
seinen Preis…
„An der allerletzten Kerze dreht sie sich um, das Gesicht im Halbdunkel, während ihre Haare im Lichtschein leuchten. Ihr Blick huscht zu dem dunklen Schreibtisch, wo die gekrümmten Finger der Meerjungfrau wie ein Schattenriss zu sehen sind.“ – Seite 43, eBook
Auf dieses Buch bin ich durch den vielversprechenden
Klappentext aufmerksam geworden, der eine besondere und außergewöhnliche
Geschichte verspricht. Anfangs hat mir die ruhige Art gefallen, mit der man als
Leser die Hauptfiguren langsam kennenlernt. Der Schreibstil ist speziell, genau
wie die Charaktere, was mir zunächst sehr gut gefallen hat. Doch leider kommt
die Handlung nicht richtig in Schwung – sie nimmt einen Verlauf, der nach einer
Weile etwas langatmig wird und nicht richtig von der Stelle kommt. Auch die
Rolle der Meerjungfrau ist etwas zu blass – hier habe ich mit etwas speziellem
und besonderem gerechnet. Von daher war ich von dem Mittelteil des Romans etwas
enttäuscht – jedoch wurde es im letzten Drittel dann wieder interessanter und manche
Entwicklungen der Charaktere haben mich sehr überrascht.
Was mir ebenfalls gut gefallen hat: Die Beschreibungen der
verschiedenen Schauplätze im Roman, sowie einzelne Ausführungen von bestimmten Augenblicken
– dieses ist der Autorin hingegen sehr gut gelungen:
„Er starrt aus dem Fenster. Er fühlt sich, als segelte er mitten auf dem Ozean, schon zu weit weg von zu Hause, um umzukehren, aber noch so fern vom fremden Ufer, dass sein Schiff von den Wellen zerschlagen werden wird, ehe es das Land erreicht.“ – Seite 398, eBook
Mein Fazit: Ein besonderer Roman, der mich mit einer
zweigeteilten Meinung zurücklässt. Positiv waren die Darstellung der
Hauptfiguren und deren Entwicklungen, sowie die detailreiche Beschreibung der Schauplätze
und dem Flair des 18. Jahrhunderts. Nicht so überzeugt hat mich der
Handlungsverlauf – er ist oft langatmig und tritt auf der Stelle, auch das
Thema „Meerjungfrau“ rückte oft viel zu sehr in den Hintergrund. Im letzten
Drittel wurde die Geschichte dann wieder etwas packender. Alles in allem ein
interessantes Buch mit kleinen Schwächen, dem ich drei Sterne gebe.
Meine Bewertung:
Titel: Die letzte Reise der Meerjungfrau - oder wie Jonah Hancock über Nacht zum reichen Mann wurde
Autorin: Imogen Hermes Gowar
Genre: Roman
Seitenanzahl: 555
Verlag: Bastei Lübbe

HI
AntwortenLöschendanke für deine ehrliche Rezension.
Irgendwie klingt es nicht ganz so nach meinem Beuteschema und doch hast du mich neugierig gemacht, obwohl du das Buch ja nur mit drei Sternen bewertet hast.
Danke das du es vorgestellt hast, ich hätte es wohl eher nicht bemerkt :).
Liebe Grüße
Nicole
Hi Nicole,
Löschenbei diesem Buch war ich wirklich hin und her gerissen. Es ist kein schlechtes Buch. Falls du es lesen solltest bin ich gespannt auf deine Meinung. :)
Liebe Grüße
Nicole
Liebe Nicole,
AntwortenLöschenunsere Meinungen sind ziemlich deckungsgleich! Aus der Grundidee hätte man mehr machen können.
Viele liebe Grüße, Heike
Liebe Heike,
Löschenmir hatte leider das gewisse Etwas gefehlt. Aber ich bin froh, es gelesen zu haben. :)
Liebe Grüße
Nicole