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| Zum Buch |
Von Büchern, Träumen und Abenteuern…
Jeden Morgen fährt Juliette mit der Metro zu ihrer Arbeit in
einem Maklerbüro. Ihr Job ist etwas eintönig, jedoch bringen die Bücher Farbe
in ihr Leben, in dessen Welten sich sie während der Metro-Fahrt eintaucht. Wenn
Juliette mal nicht liest, dann beobachtet sie die Menschen um sich herum, die
ebenfalls mit der Metro unterwegs sind und oft ganz vertieft in ihre Lektüren
sind.
Als sie eines Tages beschließt, ein paar Stationen früher
auszusteigen, ahnt sie noch nicht, wie sich ihr Leben von nun an verändern
wird: Auf diesem Streifzug durch die Straßen trifft sie auf das Mädchen Zaide
und ihren Vater Soliman, der inmitten von riesigen Bücherstapeln lebt. Er hat
es sich zur Aufgabe gemacht, jedes Buch an die richtige Person zu übermitteln
und dessen Leben damit zu verändern. Ausgewählte Boten liefern die kostbare Fracht
aus. Bald wird auch Juliette eine Botin und merkt zum ersten Mal, dass die
Bücher einen bestimmten Einfluss auf ihr zukünftiges Leben haben…
„Sie hatte schon immer gern an Büchern gerochen und sie beschnuppert, besonders an den aus zweiter Hand erworbenen – auch neue Bücher rochen nicht alle gleich, es hing davon ab, welche Art von Papier und Klebstoff man verwendet hatte, aber sie erzählten noch nichts über Hände, die sie gehalten, über Häuser, die sie beherbergt hatten. Sie hatten noch keine Geschichte, und zwar nicht die Geschichte, die in ihnen geschrieben stand, sondern eine zweite Geschichte, die wie ein Schatten und unbekannt war.“ – Seite 18, eBook
Schon auf den ersten Seiten spürt man die besondere Note, die
diese Geschichte enthält. Hauptfigur ist die junge Frau Juliette, die jeden
Morgenauf dem Weg zur Arbeit in der Metro sitzt, aufmerksam alles um sie herum
wahrnimmt und in den Geschichten ihrer Bücher versinken kann. Ein eher
zufälliger Besuch bei einem geheimnisvollen Mann, der eine ganz besondere
Aufgabe übernommen hat, verändert schließlich ihr Leben…
Der Schreibstil manchmal etwas poetisch, aber klar - er
passt wunderbar zu der besonderen Atmosphäre, die dieses Buch umgibt. Juliette
und ihre Leidenschaft zum Lesen lernt man sofort gut kennen, natürlich ist auch
eine gewisse Buchmagie hier vorhanden – spielen sie hier doch eine sehr
zentrale Rolle.
Auch wenn mir die Atmosphäre hier sehr gut gefallen hat, hat
mir in der Handlung etwas die Tiefe gefehlt – auch die Dialoge wirken etwas
abgehakt, diese hätte gerne noch ausführlicher sein können. Dennoch hat die
Autorin auf den nur 176 Seiten eine schöne Erzählung erschaffen, die besonders
Buchliebhaber gefallen dürfte.
Mein Fazit: Eine schöne Geschichte, in der Bücher eine
besondere Rolle spielen. Die buchige Atmosphäre kommt hier sehr gut zur
Geltung, auch der leicht poetische, aber klare Schreibstil passt gut und
verleiht dieser Erzählung eine besondere Note. Bis auf kleinere Schwächen hat
mir dieses Buch wirklich gut gefallen.
Meine Bewertung:
Titel: Das Mädchen, das in der Metro las
Autorin: Christine Fèret-Fleury
Genre: Romane/Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 176
Verlag: Dumont

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