Sonntag, 20. Januar 2019

Rezension zu "Das Mädchen, das in der Metro las" von Christine Fèret-Fleury

Zum Buch

Von Büchern, Träumen und Abenteuern…

Jeden Morgen fährt Juliette mit der Metro zu ihrer Arbeit in einem Maklerbüro. Ihr Job ist etwas eintönig, jedoch bringen die Bücher Farbe in ihr Leben, in dessen Welten sich sie während der Metro-Fahrt eintaucht. Wenn Juliette mal nicht liest, dann beobachtet sie die Menschen um sich herum, die ebenfalls mit der Metro unterwegs sind und oft ganz vertieft in ihre Lektüren sind.
Als sie eines Tages beschließt, ein paar Stationen früher auszusteigen, ahnt sie noch nicht, wie sich ihr Leben von nun an verändern wird: Auf diesem Streifzug durch die Straßen trifft sie auf das Mädchen Zaide und ihren Vater Soliman, der inmitten von riesigen Bücherstapeln lebt. Er hat es sich zur Aufgabe gemacht, jedes Buch an die richtige Person zu übermitteln und dessen Leben damit zu verändern. Ausgewählte Boten liefern die kostbare Fracht aus. Bald wird auch Juliette eine Botin und merkt zum ersten Mal, dass die Bücher einen bestimmten Einfluss auf ihr zukünftiges Leben haben…


„Sie hatte schon immer gern an Büchern gerochen und sie beschnuppert, besonders an den aus zweiter Hand erworbenen – auch neue Bücher rochen nicht alle gleich, es hing davon ab, welche Art von Papier und Klebstoff man verwendet hatte, aber sie erzählten noch nichts über Hände, die sie gehalten, über Häuser, die sie beherbergt hatten. Sie hatten noch keine Geschichte, und zwar nicht die Geschichte, die in ihnen geschrieben stand, sondern eine zweite Geschichte, die wie ein Schatten und unbekannt war.“ – Seite 18, eBook


Schon auf den ersten Seiten spürt man die besondere Note, die diese Geschichte enthält. Hauptfigur ist die junge Frau Juliette, die jeden Morgenauf dem Weg zur Arbeit in der Metro sitzt, aufmerksam alles um sie herum wahrnimmt und in den Geschichten ihrer Bücher versinken kann. Ein eher zufälliger Besuch bei einem geheimnisvollen Mann, der eine ganz besondere Aufgabe übernommen hat, verändert schließlich ihr Leben…
Der Schreibstil manchmal etwas poetisch, aber klar - er passt wunderbar zu der besonderen Atmosphäre, die dieses Buch umgibt. Juliette und ihre Leidenschaft zum Lesen lernt man sofort gut kennen, natürlich ist auch eine gewisse Buchmagie hier vorhanden – spielen sie hier doch eine sehr zentrale Rolle.
Auch wenn mir die Atmosphäre hier sehr gut gefallen hat, hat mir in der Handlung etwas die Tiefe gefehlt – auch die Dialoge wirken etwas abgehakt, diese hätte gerne noch ausführlicher sein können. Dennoch hat die Autorin auf den nur 176 Seiten eine schöne Erzählung erschaffen, die besonders Buchliebhaber gefallen dürfte.

Mein Fazit: Eine schöne Geschichte, in der Bücher eine besondere Rolle spielen. Die buchige Atmosphäre kommt hier sehr gut zur Geltung, auch der leicht poetische, aber klare Schreibstil passt gut und verleiht dieser Erzählung eine besondere Note. Bis auf kleinere Schwächen hat mir dieses Buch wirklich gut gefallen.


Meine Bewertung:





Titel: Das Mädchen, das in der Metro las
Autorin: Christine Fèret-Fleury
Genre: Romane/Gegenwartsliteratur
Seitenanzahl: 176
Verlag: Dumont

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