Dienstag, 12. Februar 2019

Rezension zu "Die ewigen Toten" von Simon Beckett

Zum Buch

Band 6 der David Hunter –Reihe

Im Norden Londons steht das St. Jude – das alte Krankenhaus, das schon vor Jahren stillgelegt wurde, soll nun abgerissen werden. Doch bei den Vorbereitungen wird auf dem dunklen, weitläufigen Dachboden eine Leiche gefunden, die in eine Plastikplane eingewickelt ist. Der forensische Anthropologe David Hunter wird hinzugezogen und sieht sofort, dass die Tote schon längere Zeit dort liegt – denn durch das trockene und stickige Klima ist der Körper größtenteils mumifiziert.
Doch das war nicht alles, denn schon bald gibt das Krankenhaus noch ein weiteres Geheimnis preis: Als bei dem Versuch, die Leiche zu bergen, ein Teil der baufälligen Dachbodendecke einbricht, bietet sich David Hunter und den Ermittlern ein verstörendes Bild: Sie entdecken ein fensterloses Krankenzimmer, das nicht auf den Plänen eingezeichnet ist, der Eingang wurde zugemauert. Anscheinend wusste niemand von diesem Raum. Bei näherer Begutachtung wird sichtbar, dass dort Krankenbetten stehen. Und in diesen Betten liegt noch jemand….


„Als ich an den Mülleimern stand, wurde mir die Größe des Krankenhauses zum ersten Mal wirklich bewusst. Es war riesig. Mit den geschwärzten Mauern und den vernagelten Fenstern wirkte es wie ein gigantisches, verfallenes Mausoleum. Eine Gruft. Ich zitterte.“ – Seite 108


Nachdem mir schon die ersten fünf Bände der Reihe um den forensischen Anthropologen David Hunter sehr gut gefallen hatten, war ich dementsprechend gespannt auf seinen neuesten Fall. Und der führt ihn dieses Mal an einen besonderen und sehr unheimlichen Schauplatz: Ein altes, stillgelegtes Krankenhaus, das allein schon durch seinen fortgeschrittenen Verfall ein düsteres Bild abgibt – zudem ist das Gebäude riesig. Diese unheimliche und düstere Atmosphäre des Ortes hat der Autor hier perfekt wiedergegeben. Nachdem eine Leiche auf dem Dachboden gefunden wurde, wird nun das gesamte Krankenhaus, das demnächst abgerissen werden soll, komplett durchsucht. Neben nicht eingezeichneten und zugemauerten Räumen machen die Ermittler noch weitere Entdeckungen…
Neben den aktuellen Ermittlungen wird auch immer wieder David Hunters Privatleben mit einbezogen, denn er hat in der Vergangenheit einiges durchgemacht. Besonders eine unheimliche Entdeckung, die ein paar Monate zurückliegt und Fragen aufwirft, macht ihm zu schaffen.
Das Buch ist, wie schon gewohnt, wieder in der Ich-Perspektive aus der Sicht von David Hunter geschrieben und gibt sämtliche Details der Vorgehensweise in seinem Beruf wieder. Man erfährt viel Fachliches, aber ohne das es langweilig wird. Es wurde meisterhaft recherchiert und die Handlung gibt einen detaillierten Einblick in die Arbeit eines forensischen Anthropologen.
Die Geschichte selbst ist zunächst eher ruhig aufgebaut – nach und nach kommen immer mehr Details ans Licht und die einzelnen Puzzleteile werden zusammengesetzt. Dabei gibt es immer wieder Überraschungen und Geschehnisse, die man so nicht erwartet hätte. Besonders auf den letzten 150 Seiten nimmt die einst ruhig erzählte Story an Fahrt auf.


„Meine Gedanken waren in Aufruhr, als ich zu meinem Wagen zurückging. Ich hatte das Gefühl, etwas Unumkehrbares getan zu haben, und hatte keine Ahnung, ob es nun gut oder schlecht war.“ – Seite 253/254


Mein Fazit: Auch der 6. Band um den forensischen Anthropologen David Hunter ist spannend und lesenswert. Die erst so ruhig und detailreich geschilderte Geschichte nimmt besonders zum Ende hin an Fahrt auf. Besonders interessant ist, welche Wendungen sich im Laufe der Handlungen ergeben. Meiner Meinung nach genau so gut wie der Vorgänger Totenfang. Sehr lesenswert!


Meine Bewertung: 







Titel: David Hunter 6: Die ewigen Toten
Autor: Simon Beckett
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 480
Verlag: Rowohlt Wunderlich




Die Bücher der David Hunter-Reihe:
Band 1 - Die Chemie des Todes
Band 2 - Kalte Asche
Band 3 - Leichenblässe
Band 4 - Verwesung
Band 5 - Totenfang
Band 6 - Die ewigen Toten




Vielen Dank an den Rowohlt-Verlag für das Rezensionsexemplar! :)


Weitere Rezensionen zum Buch findet ihr hier:
KeJas-Blogbuch

4 Kommentare:

  1. Hallo Nicole,

    sehr fein! Freut mich sehr, dass es mit den Vorgänger-Bänden mithalten kann. Bei einem sechsten Teil befürchtet man oft, dass zur Leier werden könnte. Ich freue mich jedenfalls drauf.

    Liebe Grüße,
    Nicole

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    1. Hallo Nicole,

      doch, die Reihe bleibt weiterhin interessant und "Die ewigen Toten" kann ich nur empfehlen. :)
      Ich wünsche dir viel Spaß beim Lesen und bin auf deine Meinung gespannt!

      Liebe Grüße
      Nicole

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  2. Liebste Dank fürs verlinken :-* Du warst ebenso, nein gar begeisterte als ich! Gerade dieses "Fahrt aufnehmen" zum Ende hin war mir etwas zu viel - aber warum es eben genauso geschrieben wurde, macht mich viel 'kirriger' ;D Mal sehen ob sich unsere Befürchtungen nach dem Auslesen bewahrheiten - ich hoffe nicht!


    Mukkelige Grüße!

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    1. Liebe Janna,
      ich habe dich sehr gerne verlinkt. :)
      Ja, zum Ende hin nimmt die Geschichte sehr an Fahrt auf und hat mich wirklich überrascht!

      Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!
      Nicole

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